12.07.2020 - 11:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Spektakuläre Motorraddemonstration gegen geplantes Fahrverbot

Schließlich hat sich in letzter Minute mit Bernhard Piontek doch noch ein Versammlungsleiter gefunden. Damit ist der Korso gegen geplante Motorradfahrverbote rechtlich gesehen in trockenen Tüchern. Das ist bei der Größenordnung auch nötig.

von Helmut KunzProfil

Beinahe hätte die Demo am Samstagnachmittag auf dem Neuen Festplatz mit anschließender Fahrt der gefühlt 1000 Motorräder – nach Polizeiangaben sollen es 500 gewesen sein – vorbei am Josefshaus, durch die Bahnhofstraße bis zum Wendeplatz beim „Hemingway“ und wieder zurück, ohne Verantwortlichen stattgefunden. Ursprünglich auch ohne ordentliche Anmeldung bei der Stadt. Bernhard Piontek übernahm schließlich die Aufgabe als Versammlungsleiter.

Aufgerufen wurde über Flyer und soziale Medien. Demonstranten aus der gesamten Oberpfalz, auch viele aus Franken, zeigten auf ihren chromblitzenden Maschinen mit einer spektakulären Aktion PS-stark und hupend Haltung gegen die Empfehlung der Bundesländer, aus Lärmschutzgründen Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen für Motorradfahrer zu verhängen. Am Samstag hatten die Biker freie Fahrt durchs Stadtgebiet. Passanten verfolgten die Szene mit weit aufgerissenen Augen. Dank der Umsicht der Polizei klappte die Demo-Fahrt reibungslos. "Die Politik kümmert sich nur um unwichtige Dinge", schimpfte Versammlungsleiter Piontek. „Die Politiker sollten sich erst mal mit Sachen beschäftigen, die der Wähler will." Was man derzeit den Motorbikern androhe, sei populistisch, nichts anderes. „Sonntagsfahrverbot, Wochenendfahrverbot, Feiertagsfahrverbot, Streckenfahrverbot. Alles wird verboten. Ein Krampf ist das.“ Sollte sich das bewahrheiten, werde man mit den Demonstrationen weitermachen.

Biker-Demo in Weiden: Das halten die Blue Knights vom geplanten Fahrverbot

Weiden in der Oberpfalz

„Alle die wir hier sind, finden das nicht gut. Wir sind ein Klientel, das Umsatz macht, das die Gastronomie unterstützt.“ Hier werde in die Freizeit und ein Hobby eingegriffen. „Diejenigen, die uns jetzt das Wasser abgraben wollen sollten eines bedenken: Wir Motorradfahrer haben in den Fünfzigern die Wirtschaft mit aufgebaut.“ Jetzt wolle man ihnen dieses Freizeitvergnügen verbieten.

„Die Maserati-, Porsche- und Ferrari-Fahrer dürften sie dann auch nicht fahren lassen“, kam ein Einwand aus der hinteren Reihe. Ein anderer: „Wir zahlen Steuer, wir zahlen Versicherung. Die sollen die Verbote mit den Porschefahrern machen, die herumfahren, wie die Irren." Wenn nicht an den Wochenenden, wann denn solle man Motorrad fahren. „Wir arbeiten während der Woche.“

„Was macht ein Urlauber, der von Holland kommt und nach Italien will und sich dafür ein verlängertes Wochenende mit Feiertag aussucht?" Der müsse sich ein Zimmer nehmen, weil er in Deutschland nicht fahren darf. Überhaupt nicht durchdacht sei die Empfehlung aus dem Bundesrat. Fahrverbote sollten ausgerechnet auf solchen Straße gelten, die von Bikern gerne genutzt würden. „Wir halten alle Vorschriften ein. Wir wollen aber auch dann fahren, wann wir wollen.“

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Franz Wölfl

Mal wieder typisch für die Diskussionskultur. Erstmal nur 10% der Fakten checken und verbreiten und dann tagelang aneinander vorbeireden!

17.07.2020