06.07.2021 - 16:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

So soll eine barrierefreie Weidener Innenstadt aussehen

Gelingt den Weidenern am Mittwochabend der große Wurf? Bei der Bürgerversammlung setzen sie die Eckpfeiler für die barrierefreie Umgestaltung der Innenstadt. Dabei geht's um mehr als um den Austausch von grob gespaltenen Granitsteinen.

Mit dem Rollstuhl oder dem Rollator in Weidens Innenstadt voranzukommen, ist beschwerlich und mitunter gar unmöglich. Doch was muss wo getan werden?
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Was bei der Bürgerversammlung der Stadt Weiden zur künftig barrierefreien Innenstadt am Mittwochabend aufs Tablett kommt? Oberpfalz-Medien hat nachgefragt: Es werden die Planer zwar die Varianten vorstellen, mit denen sie eine barrierefreie Verbindung zwischen den Toren schaffen wollen. Sie werden aber auch die Auswirkungen der jeweiligen Varianten auf den Schankbetrieb, auf Wochenmarkt, Gastronomie, Einzelhandel und Hausbesitzer darstellen. Nicht zu kurz kommen sollen die "begleitenden Maßnahmen", wie sie Oberpfalz-Medien in einer Grafik hier zusammengefasst hat, wie Neugestaltung Sebastian-, Ring- und Bahnhofstraße, Beleuchtung sowie "taktile Wegweiser" für Sehbehinderte und System von Behinderten-Toiletten. Vor allem soll Zeit für Diskussion und Bewertung durch die Bürger bleiben.

Im Vorgespräch mit Oberpfalz-Medien erläutert Baudezernent Oliver Seidel die Ziele der Barrierefreiheit. Diese beschränke sich nicht auf die reine "Durchwegung". Es gehe auch um die Erreichbarkeit der Gebäude und die Nutzungsmöglichkeiten der Flächen. "Wenn man baulich eingreift, muss man überlegen, wie künftig die Nutzung im öffentlichen Raum verteilt wird." Es gebe eine Vielzahl von Interessen, die in Einklang zu bringen seien. Da dies nicht immer möglich sei, müssten die unterschiedlichen Anforderungen gewichtet und Schwerpunkte gesetzt werden. "Dazu wollen wir unsere Bürger hören. Wir haben - mit einer guten Förderung - die Chance, vieles deutlich verbessern zu können. Die eierlegende Wollmilchsau, die alle Erwartungen erfüllt, haben wir aber nicht."

Unbestritten sei jedoch, dass jede der vorgeschlagenen Maßnahmen eine erhebliche Verbesserung für die Barrierefreiheit bewirke. Drei der Gestaltungsvarianten erleichterten zwar die Durchwegung des Marktes, nicht aber die Erreichbarkeit der Gebäude. Seidel spricht sich dafür aus, mit der Umsetzung der Barrierefreiheit mutig die Nutzung der öffentlichen Flächen durch Gastronomie, Wochenmarkt, Feste oder Warenpräsentation des Einzelhandels "neu zu denken". Dies bedeute auch, dass in vermeintlich traditionelle Rechte (z. B. Standort des Wochenmarktes) eingegriffen werden müsse. "Wollen wir die gute Stube der Stadt neu einrichten, stehen wir vor Veränderungen. Jeder Änderungsprozess wird begleitet von Skepsis und Widerstand, aber auch von Aufbruch und Hoffnung. Als wir die Innenstadt zur Fußgängerzone umgebaut haben, glaubten viele, alles bricht zusammen. Jetzt hat unser Wohnzimmer einen einmaligen Charme. Und den gilt es weiterzuentwickeln"

Hier sollen Weidens Bürger mitentscheiden

Weiden in der Oberpfalz

Selbsttest: Mit dem Rollstuhl durch Weidens Innenstadt

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Rund um die Bürgerversammlung

  • Thema: Konzept „Barrierefreie Innenstadt – Weiden für Alle!“
  • Termin: Mittwoch, 7. Juli, 18 Uhr
  • Ort: Gustl-Lang-Saal in der Max-Reger-Halle
  • Teilnehmer: Oberbürgermeister und Verwaltung; maximal 100 Bürger

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.