12.07.2021 - 12:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sexueller Missbrauch einer 9-Jährigen: Weidener Landgericht verurteilt 62-Jährigen

Im Prozess gegen einen 62-jährigen Tirschenreuther gab es nun ein Urteil. Der Mann hatte im Juli 2020 eine 9-Jährige und ihren 11-jährigen Bruder in seine Wohnung gelockt und dem Mädchen dann Zungenküsse aufgedrängt.

Ein 62-Jähriger Mann aus Tirschenreuth hat vergangenes Jahr eine 9-Jährige und ihren 11-jährigen Bruder in seine Wohnung gelockt und dem Mädchen Zungenküsse aufgedrückt.
von Autor RNSProfil

Vor knapp einem Jahr hatte ein 62-jähriger Tirschenreuther eine 9-Jährige und ihren 11-jährigen Bruder unter dem Vorwand, ihr eine Fahrradklingel zu schenken und ihr Rad aufzupumpen, in seine Wohnung in Tirschenreuth gelockt. Dort schickte er den Buben immer wieder in ein Nebenzimmer und gab der Kleinen fünf Mal Zungenküsse. Als der nach Aussage eines Sachverständigen „intelligenzgeminderte“ Ledige die 45-Quadratmeter-Wohnung kurz verließ, nutzten dies die Kinder zur Flucht. Ihre Mutter erstattete nach dem Bericht ihrer Tochter Anzeige.

An zwei Verhandlungstagen hörten Heindl, die Richter Matthias Bauer und Oliver Kugler sowie zwei Schöffen die Zeugenaussagen der Kinder, ihrer Mutter, der ermittelnden Polizeibeamten und zweier medizinisch-psychiatrischer Gutachter. Einer davon referierte über 90 Minuten. Dieser, Dr. Dr. Roland Weisser vom Bezirksklinikum Regensburg, kam zu dem Schluss, dass eine Wiederholungswahrscheinlichkeit nicht mit für eine dauerhafte Unterbringung in einem Krankenhaus ausreichender Sicherheit vorliegen dürfte.

Für Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Matthias Piehler stand fest, dass Zungenküsse gegen den Willen des kleinen Mädchens erfolgt waren. Für Verteidiger Tobias Konze dagegen hatten sich das Kind und sein Bruder zu sehr in Widersprüche verwickelt. Die Richter, mit Landgerichtspräsident Gerhard Heindl an der Spitze, glaubten jedoch der 9-Jährigen und verurteilten den 62-jährigen Tirschenreuther wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Übergriffs zu einem Jahr auf Bewährung. Zudem steht der Arbeitslose für vier Jahre unter Aufsicht eines Bewährungshelfers und darf sich den Kindern bis auf 50 Meter nicht nähern.

Im Urteil betonte Landgerichtspräsident Heindl, dass beim Angeklagten zwar die Einsichtsfähigkeit in das Unrecht seines Tuns eingeschränkt gewesen war, nicht aber die Steuerungsfähigkeit. Die Aussagen der Kinder seien glaubhaft. Dr. Sandra Loos habe nachvollziehbar erklärt, wie sich kindliches Aussageverhalten ergebe.

Der erste Verhandlungstag vor dem Landgericht Weiden

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