26.02.2019 - 16:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Serie zum "Liebe-dein-Haustier-Tag": Politikerin Dagmar Nachtigall stellt ihren Hamster vor

Dagmar Nachtigall ist Ehefrau, Pressesprecherin der SpVgg SV Weiden, Personalratsvorsitzende der Sparkasse Oberpfalz Nord und CSU-Stadträtin. Das Herz dieser gestandenen Frau aber hängt an einer Handvoll Haustier: Egon VIII.

Zauselig und geliebt: Egon VIII., der Teddyhamster von Dagmar Nachtigall.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Das Wasserwerkstadion passt in eine Dachgeschosswohnung. Jedenfalls in Dagmar Nachtigalls Dachgeschosswohnnung. In dem Stadionnachbau mit Vereinszeitschrift-Tapeten am Gitter strampeln sich aber keine Profi-Kicker ab, sondern Egon VIII.: ein Teddyhamster zwischen Holzlaufrad, Wühlsand, Walnüssen und Kuscheltieren.

Er ist „ungefähr“ der achte Hamster der CSU-Stadträtin. „Den Namen trägt er, weil er genauso zauselig aussieht wie der Egon“, sagt Dagmar Nachtigall und herzt den kleinen Nager. Mit dem Namen „Egon“ spielt Nachtigall auf Wirt Egon Schäffer an. Der nehme es übrigens gelassen, seit 2017 als Namenspatron für ein 15 Zentimeter kleines Tier mit Stummelschwänzchen herzuhalten. Es hat ja schon ganz andere getroffen.

Markus Söder zum Beispiel in seiner Vor-Ministerpräsidenten-Zeit. „Der Hamster war pechschwarz, er musste einfach Söder heißen.“ Zwei Jahre hat er mit Nachtigall gelebt. „Als er an einem Ostermontag starb, hat mir Söder sogar eine Kondulenzkarte geschickt.“ Eine solche steht von der österreichischen Pop-Rock-Band STS (Akronym aus Gert Steinbäcker – Günter Timischl – Schiffkowitz) noch aus. Denn auch das STS-Hamster-Trio Günni, Schiffi und Gerti hat schon das Zeitliche gesegnet. Sie waren drei von zehn in Weiden ausgesetzte Nager, die das Tierheim Weiden aufgenommen hat. Die Verantwortlichen dort wussten von Dagmar Nachtigalls Hamster-Faible und riefen sie an. „Mein Mann hielt die Hand in die erste Box im Tierheim – alle Hamster liefen weg. Bei der zweiten Box war’s genauso. Als er aber seine Hand in die dritte steckte, liefen gleich drei Hamster seinen Arm hinauf.“ Adoptiert!

Genauso wie Giotto, der Erste, der wie das gleichnamige Haselnusskügelchen aus einer Kletterröhre vor Dagmar Nachtigall kugelte. Oder „Ratta“, ein weißes Exemplar, das die 53-Jährige vor einer Schlange gerettet hat. Nicht zu vergessen ist auch 107, er war nach dem Listenplatz Nachtigalls bei der Landtagswahl benannt. „Und er war ein Ausbrecher. Als der kleine Weiße irgendwann nachts neben meinem Bett saß, als ich die Augen aufschlug, dachte ich wirklich, jetzt bin ich Alkoholikerin.“

Kein Tier für Kinder

Hamster sind Eigenbrötler. Sie werden in der Regel nur zwischen zwei und drei Jahre alt. Allein schon wegen der Nachtaktivität seien sie für Kinder wenig geeignet, sagt Nachtigall. „Obendrein ist ein Hamster ein Tier zum Beobachten, nicht zum Spielen.“ Tagsüber verkriecht er sich in die dunkelsten Ecken, braucht strikte Ruhe statt laute Staubsauger oder Ipod-Sound. Nachts dagegen geht’s rund im Käfig. Die Racker buddeln, graben und laufen wie wild.

Und Egon? Er ist nur ausnahmsweise tagsüber wach: Dagmar Nachtigall hat Nudeln gekocht. Die Leibspeise. „Der Geruch lockt Egon aus dem Nest.“ Auch Kalbsfilet macht den Mini-Nachtigall wuschig. Unterm Strich bringt der Nager deshalb 250 Gramm auf die Kleintierwaage. „Um die 160 Gramm sind normal.“

Ein Arbeitnehmer-Freund

Mit zarten 40 Gramm Startgewicht und einer Größe von vier Zentimetern kam Egon in der sechsten Lebenswoche zu den Nachtigalls. Ihre Liebe zu den Nagern mit den Stummelschwänzchen hat die Politikerin bereits als Zehnjährige entdeckt. Freundinnen schenkten ihr Hamster „Goldi“, weil sie wegen einer gebrochenen Hand nicht mit zum langersehnten Voltigieren gehen konnte. „Mein Vater hat das Tier nicht gemocht.“ Zu ähnlich sah es einer Ratte. „Am Ende haben sie nebeneinander Nüsse geknackt.“

Nüsse knackt Egon erst gegen 23.30 Uhr. Da guckt er meist erstmals aus dem Nest. „Das passt, da komme ich oft erst nach Arbeit und Abendveranstaltungen heim. Ein arbeitnehmerfreundliches Haustier ist das“, sagt Nachtigall. Und eines, bei dem Kraulen erlaubt ist. „Egon ist ein Entspannter, eine Kuschelratte, sage ich immer.“ 30 Minuten pro Nacht genießt er in der Armbeuge Nachtigalls Streicheleinheiten.

Was den kleinen zauseligen Nager noch ausmacht? Er ist reiselustig. Zuletzt gastierte er mit Dagmar und Ehemann Reiner Nachtigall in Wien: „Du musst ihn im Hotel zwar anmelden, aber nicht für ihn zahlen.“ Ordentlich sei Egon obendrein: „Er ordnet die Nüsse nach Sorten.“ Also jeweils eine Reihe für Walnüsse, Hasel- und Erdnüsse. Hat er den Apfelbutzen abgenagt, trägt er ihn zur Pipi-Box, damit er entsorgt wird. Tja, auch das Wasserwerkstadion in einer Dachgeschosswohnung muss sauber gehalten werden.

Küsschen für Egon: Dagegen hat auch Ehemann Reiner Nachtigall nichts. Auch er hat ein großes Herz für die kleinen hamster.
Im Wasserwerkstadion, tapeziert mit der Vereinszeitschrift Wasserwerk-Echo, geht Egon regelmäßig auf Entdeckertour.

Katzen-Big-Brother: Der erste Teil der Serie "Tier und wir"

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Teddyhamster im Getümmel: Am liebsten verkriecht sich Egon in einem Gemisch von Einstreu und Wattebäuschchen.
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