09.08.2019 - 12:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Raus aus den roten Zahlen

Trotz Teilnehmerrückgangs fällt die Bilanz positiv aus. "Die Mitarbeiter von Volkshochschule und ,zrb' machen einen top Job", lobt Finanzdezernentin Cornelia Taubmann.

Vollauf zufrieden mit der finanziellen Entwicklung der Volkshochschule Weiden-Neustadt sind (von links) Geschäftsführer Stefan Frischholz und die städtische Finanzdezernentin Cornelia Taubmann.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Das Kürzel "zrb" steht für die gemeinnützige GmbH "Zentrum für regionale Bildung". Sie ist ebenso wie die VHS eine hundertprozentige Tochter der Stadt. Und sie bringt die Kassen zum Klingeln. Denn auch wenn das Minus der Volkshochschule im Jahr 2018 auf gerade einmal 1500 Euro zusammengeschrumpft ist - "2012 war die VHS nahe an der Insolvenz", erinnert Taubmann -, so ist es doch deren Tochter "zrb", die wirklich Geld bringt. 11800 Euro Überschuss hat sie 2018 erwirtschaftet.

Seit Stefan Frischholz 2013 als Geschäftsführer eingesetzt wurde, gehe es dauerhaft aufwärts, lobt die Finanzdezernentin. Obwohl sein Vertrag erst Ende 2020 auslaufen würde, hat der Aufsichtsrat Frischholz schon jetzt das Vertrauen bis 2025 ausgesprochen und den Vertrag entsprechend verlängert. Alle Mitarbeiter und Dozenten seien mit Herzblut bei der Sache, gibt der das Kompliment an sein Team weiter. Ein Sonderlob gilt Leonhard Dietrich, der für die gGmbH immer wieder interessante berufsbezogene Kurse erschließe und es verstehe, Fördertöpfe anzuzapfen. Frischholz nennt folgendes Beispiel: "Mit dem Projekt Jobstarter haben wir als einzige in der Oberpfalz ein Förderprogramm für Kleinbetriebe über eine halbe Million Euro an Land gezogen." Den Gesamtumsatz der VHS im Wirtschaftsjahr 2018 betrug 1,6 Millionen Euro, der des "zrb" 1,5 Millionen Euro.

Angesichts der vom Bayerischen Volkshochschulverband (BVV) angestoßenen Reform würden vor allem kleinere Volkshochschulen in Schwierigkeiten geraten, prophezeit Frischholz auch mit Blick auf die VHS Eschenbach und die VHS Vohenstrauß, für die das Landratsamt bereits eine Kooperation angeregt hat. Denn der BBV fordert eine jährliche Kursbelegung von mindestens 30000 Teilnehmerdoppelstunden. Ob auf lange Sicht eine Kooperation zwischen den Volkshochschulen Eschenbach, Vohenstrauß und Weiden-Neustadt nötig sei, lasse sich jetzt noch nicht sagen (siehe Infokasten).

"Unser ,Zentrum für regionale Bildung' ist oberpfalzweit ein Vorreiter, was Integrationskurse für Flüchtlinge und berufsbezogene Sprachkurse in den Bereichen Pflege und Medizin betrifft." Den Trend zu berufsbezogenen Sprachkursen will Frischholz nutzen, um das Kursangebot weiter anzukurbeln. Verantwortlich dafür ist noch bis August 2020 Leonhard Dietrich, für den die Stadt aktuell einen Nachfolger sucht.

Mit dem Teilnehmerrückgang liege die VHS Weiden-Neustadt leider im allgemeinen Trend. Um den aufzuhalten, setzt Frischholz auf eine bessere Vermarktung der VHS-Räumlichkeiten. Denn er hat festgestellt: "Viele kennen unser Haus noch gar nicht und sind überrascht, wenn sie sehen, wie gut wir mit unserer Küche, den Fitnessräumen und den Werkstätten für Holz und Metall ausgestattet sind."

Um weiterhin staatliche Mittel aus dem reformierten Erwachsenenbildungsförderungsgesetz erhalten zu können, müsse die VHS sich einer Zertifizierung unterziehen. Für das "zrb" sei dies bereits erfolgt. Die VHS will außerdem mit neuen Angeboten - zum Beispiel speziell für US-Angehörige oder Online-Kurse, sogenannte Webinare - experimentieren, um neue Teilnehmerschichten zu erschließen.

Kooperation der Volkshochschulen::

Entscheidung nicht vor 2020

Der Bayerische Volkshochschulverband (BVV) will nur noch Volkshochschulen ab 30 000 Teilnehmerdoppelstunden fördern. Kleinere Einrichtungen wie in Eschenbach oder Vohenstrauß dürfte das künftig vor ein Problem stellen. Das Landratsamt Neustadt hat deshalb die Kooperation dieser beiden Einrichtungen angeregt. Die Eschenbacher Geschäftsführerin hat außerdem die Kooperation mit der VHS Weiden-Neustadt angeregt (Oberpfalz-Medien berichteten).

"Es gibt diese Wünsche der VHS Eschenbach", bestätigt Finanzdezernentin Cornelia Taubmann. "Es gibt auch Gespräche, aber noch keine Ergebnisse." Die dürften ihrer Ansicht nach frühestens in einem Jahr vorliegen. Denn zunächst müssten die Auswirkungen der vom BVV angestoßenen Reform abgewartet werden. Taubmann verweist außerdem auf die Kommunalwahlen 2020. Sie vermutet, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Volkshochschulen erst von den neu besetzten Gremien getroffen werde.

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Der Vertrag von Geschäftsführer Stefan Frischholz wurde bereits frühzeitig bis Ende 2025 verlängert.

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