17.06.2021 - 12:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Unternehmer soll ehemaligen Angestellten angefahren haben

Ein Unternehmer soll sich gewaltsam sein Auto von einem ehemaligen Angestellten zurückgeholt haben – und dabei diesen und dessen Freundin angefahren haben. Gegen das Urteil des Amtsgerichts legte er nun in Weiden Berufung ein.

Statue der Justitia.
von Autor RNSProfil

Nachdem das Arbeitsverhältnis mit einem 35-Jährigen beendet war, wollte sich im April vergangenen Jahres ein Unternehmer aus dem Kreis Regensburg seinen verliehenen Firmenwagen wieder holen.

Unangekündigt tauchte der 41-Jährige vor dem Wohnhaus des Schweißers im Landkreis Neustadt/WN auf und sperrte den Mercedes Vito mit dem Zweitschlüssel auf. Als die Lebensgefährtin des Arbeiters dies bemerkte, eilte sie aus dem Haus und versperrte dem Firmenchef den Fahrweg. Auch der 35-Jährige selbst kam später hinzu und versuchte, ihn am Wegfahren zu hindern.

Angestellten und Frau verletzt

Der ehemalige Chef aber ließ sich nicht aufhalten. In der engen Zufahrt rangierte er einige Male hin und her und verletzte dabei den Mann und die Frau, die sich vor und hinter dem Auto aufhielten und panisch dagegen schlugen.

Schließlich kam die durch eine Mitbewohnerin hinzugerufene Polizei. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung bekam der Firmenchef vom Amtsgericht 2500 Euro Geldstrafe. Dagegen legte er, mit Hilfe von Rechtsanwalt Maximilian Strohmayer (Regensburg), nun Berufung ein.

"Absichtlich" angefahren

In der Verhandlung vor der 2. kleinen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Reinhold Ströhle berichteten mehrere Zeugen von dem Vorfall. „Absichtlich“ habe der 41-Jährige den Jüngeren angefahren, sagte die 30-jährige Mieterin aus. Rechtsanwalt Strohmayer bombardierte das Gericht mit Beweisanträgen, so dass Ströhle einen Fortsetzungstermin für den Prozess finden musste.

So soll ein biomedizinisches Gutachten bestätigen, dass die Verletzungen bei den beiden Geschädigten gar nicht durch das besagte Fahrzeug entstanden sein könnten. Eine Aussage der Ehefrau des Verurteilten soll die Glaubwürdigkeit der ihn Belastenden erschüttern. Und: Strohmayer beantragte die Inaugenscheinnahme der Örtlichkeit, an der das Geschehen vor fast eineinviertel Jahren passiert war. Fortsetzung ist am 30. Juni um 9 Uhr.

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