09.07.2021 - 14:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Massenschlägerei am sechsten Geburtstag

Daran wird der kleine Justin-Joe (Name von der Redaktion geändert) noch lange denken. An seinem sechsten Geburtstag flogen in der Wohnung Flaschen und Fäuste. Blut floss. Ein Mann verlor alle Schneidezähne.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
von Autor RNSProfil

Großen Tumult gab es im August vergangenen Jahres in einem Wohnhaus in Weiden. Die Party zum sechsten Geburtstag von Justin-Joe (Name von der Redaktion geändert) artete aus. Es gab Streit, in der Wohnung flogen Flaschen und Fäuste. Als einer der Beteiligten an dem Streit in ein Nachbarhaus flüchtete, stellte sich ein 39-jähriger Mann drei Verfolgern in den Weg. Einer aus der Gruppe packte ihn am Hals. Die anderen Männer boxten ihm in den Bauch. Eine Frau beleidigte den 39-Jährigen auf das Derbste.

Nachdem die Polizei mit sieben Fahrzeugen und Mannschaften angerückt war und die Situation beruhigt hatte, folgte die juristische Aufarbeitung der Massenschlägerei. Unter anderem bekamen der Mann, der den 39-Jährigen angeblich am Hals gepackt hatte und seine 47-jährige Frau Strafbefehle von der Staatsanwaltschaft. Dagegen legten sie Einspruch ein.

Vor Richter Hubert Windisch stellte sich allerdings schnell heraus, dass die beiden Recht hatten mit ihren Behauptungen: „Wir waren das nicht!“ Eine Nachbarin und auch der Geschädigte selbst bezeugten, dass die Verheiratete nicht die Frau gewesen war, die die unflätigen Worte gebraucht hatte. Auch dem Aushilfsarbeiter konnten keine Schläge, sondern nur das Festhalten am Hals nachgewiesen werden. Daraufhin stellte Windisch das Verfahren mit Zustimmung von Staatsanwältin Carolin Ammon gegen beide Angeklagte ein. Die Kosten trägt die Staatskasse.

Um "noch eine Chance" flehte ein Verurteilter das Weidener Gericht in seiner Berufungsverhandlung an

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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