07.08.2020 - 12:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Privater Ironman durch die Oberpfalz

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Eigentlich wollte Martin Riedl am 5. Juli bei der Challenge in Roth antreten. Doch auch der Triathlon-Wettkampf über die Langdistanz musste coronabedingt abgesagt werden. Nun bestreitet der Athlet seinen ganz privaten Ironman.

Noch ist Martin Riedl entspannt. Am Sonntag wird sich das aber ändern, wenn er in den frühen Morgenstunden zu seinem ganz privaten Ironman startet. Um 7 Uhr morgens geht's im Freibad Pleystein ins Wasser.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Die Challenge in Roth ist für jeden Triathleten eine besondere Herausforderung. Wer sich für eine Langdistanz anmeldet, weiß, auf was er sich einlässt. Um 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad abzustrampeln und dann noch einen Marathon dranzuhängen, muss sich gut vorbereitet haben, um dieses Pensum bewältigen zu können. Martin Riedl hatte sich vorbereitet, doch dann kam Corona und damit auch die Absage des weltweit größten Langdistanz-Wettbewerbs.

Der 29-jährige Triathlet aus Weiden, der Sport und Religion am Augustinus-Gymnasium unterrichtet, wollte sich damit aber nicht abfinden und überlegte, wie er doch noch zu seinem Wettkampf kommen könnte. "Auch als wir wussten, dass Roth nicht stattfinden wird, haben wir weitertrainiert", erzählt er. Als sich die Möglichkeit ergibt, an einem Sonntag im Pleysteiner Freibad zu schwimmen, fackelt er nicht lange und tüftelt an Strecke und Ablauf. Begleitet wird Riedl von Wolfgang Raithel (25), den er als Coach betreut.

152 Bahnen schwimmen

Um 7 Uhr morgens starten die beiden Sportler im Schwimmerbecken in Pleystein, wo sie 152 Bahnen schwimmen müssen, um 3,8 Kilometer im Wasser zu absolvieren. Auf dem Parkplatz vor dem Bad geht's dann auf das Rad. Die Strecke führt von Pleystein nach Vohenstrauß und Altenstadt. Auf dem Bocklweg radeln die Triathleten vorbei an Floß bis Neustadt/WN. Von Weiden geht's weiter nach Luhe bis zum Kreisverkehr. Von dort aus drehen sie 4 Runden a 30 Kilometer von Luhe nach Nabburg und zurück. "Das machen wir vor allem wegen der Verpflegung, die sich an einer Stelle, an der wir immer wieder vorbeikommen, besser deponieren lässt", erklärt Riedl. Während des Triathlons nehmen die Athleten hauptsächlich flüssige Nahrung in Form von Gel zu sich, dass in kleinen Päckchen abgefüllt ist.

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Mentale Herausforderung

Nach den Runden zwischen Luhe und Nabburg führt die Radstrecke zurück nach Weiden, wo wieder gewechselt wird. Den Marathon absolvieren Riedl und Raithel entlang des Flutkanals zwischen Hammerweg und Neubau - 4 x 10,5 Kilometer. Nicht die einfachste Variante so eine lange Strecke zu meistern. Dem Weidener Triathleten ist klar, dass dieser besondere Ironman kein Zuckerschlecken wird. "In Roth gibt es 250.000 Zuschauer, das motiviert ganz anders. Aber andererseits verleitet es auch, manches zu schnell anzugehen." Riedl macht sich keine Illusionen: "Es wird am Sonntag eine mentale Leistung, weil wir komplett alleine sind."

Während ein Freizeitsportler auch mal keine Lust haben darf, muss der 29-Jährige immer motiviert sein. Und wenn's mal nicht so ist? "Dann schau ich mir auf Youtube ein Video von Jan Fredeno an und schon bekomme ich Gänsehaut", schmunzelt der Weidener Athlet. Egal, wie's am Sonntag ausgeht. Den Startplatz bei der Challenge in Roth für 2021 hat er sich schon gesichert.

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Enormes Trainingspensum

Der Gymnasiallehrer Martin Riedl aus Weiden will sein Vorhaben - er absolviert am Wochenende seinen persönlichen Ironman - nicht als Bestzeitleistung angehen, sondern als persönlichen Abschluss der Saison. Nicht umsonst hat er ein gewaltiges Trainingspensum in die Planungen für den Ironman gesteckt. Pro Woche stehen 8 bis 12 Kilometer Schwimmen an, 250 bis 300 Kilometer auf dem Rad und 50 bis 70 Kilometer Laufen. Hinzu kommen noch Übungen für die Stabilität und Athletik. 17 Stunden pro Woche widmet Riedl seiner Leidenschaft Triathlon. In Spitzenwochen können es schon mal 23 Stunden werden. (mic)

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