22.01.2021 - 09:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pizzen aus Weiden neben Dr. Oetker und Wagner in der Tiefkühltruhe

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Der Lockdown macht seit Monaten Wirten sehr zu schaffen. Viele versuchen, sich mit Essenslieferung oder -abholung über Wasser zu halten. Pizzabäcker Marco Cakmak hat sich ein anderes Angebot ausgedacht.

Marco Cakmak (rechts) und sein Sohn Hasim bieten Supermärkten neben Tiefkühlpizzen und -Lasagne auch Nudelsaucen an.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Die erste „Imperatore“-Pizza kam in Erbendorf auf den Tisch. Dort eröffnete Marco Cakmak seine erste Pizzeria unter diesem Namen. Seit 13 Jahren gibt es das Lokal auch in Weiden. Wie vielen anderen Wirten machte ihm Corona sehr zu schaffen. "Die Pandemie Mitte März war ein Anlass, um uns weiterzuentwickeln und sich so mit der Produktion von Tiefkühlpizzen zu beschäftigen." Seitdem gibt es neben den Produkten großer Hersteller seine handgemachten Tiefkühlpizzen und mittlerweile auch Tiefkühllasagne sowie Nudelsaucen in Supermärkten der Region.

Bis nach Sachsen

"Schon vor Jahren haben uns viele Gäste im Restaurant gefragt, warum wir unsere Pizzen nicht auch als Tiefkühlware für Supermärkte produzieren. Das war immer eine Idee mit Fragezeichen im Kopf. Die Pandemie hat uns die Antwort gegeben", erklärt Cakmak. Am Anfang hatte er drei Tiefkühltruhen, später sechs. Aktuell sind es zwei professionelle, vier mal drei Meter große Tiefkühlräume. Die Pizzen backt er in einem Holz-Schamottstein-Ofen mit einem Durchmesser von circa 1,6 Metern. Zunächst gab es sie in Supermärkten in Neustadt, Mitterteich, Kemnath und Waldsassen. Mittlerweile sind Märkte unter anderem in Amberg, Erbendorf, Hirschau, Kemnath, Vohenstrauß, Weiden oder Hof dazugekommen. "Aber auch in die neuen Bundesländer Richtung Leipzig und Dresden liefern wir unsere Produktpalette sowie Richtung Nürnberg."

Seine Familie unterstützt ihn dabei. "Angefangen haben wir mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen, die bei der Produktion mitgemacht haben und die mich selbstverständlich auch jetzt begleiten. Hinter 'Imperatore' steht natürlich ein gutes Team, das uns bei unseren neuen Projekte und Ideen unterstützt." Und auf dem Verpackungs-Logo ist Cakmaks Vater zu sehen, der vor 13 Jahren gestorben ist. "So lebt er weiter."

Wirte in Vohenstrauß und der Lockdown

Vohenstrauß

Wie viele Pizzen pro Tag seinen Backofen verlassen, kann Cakmak nicht beziffern. "Das ist immer unterschiedlich und hängt vom Bedarf unserer Kunden ab." Die Fladen sind außerdem nicht das Einzige im Angebot: "Zu unserem Sortiment zählen außer Tiefkühlpizzen auch die handgemachte Tiefkühllasagne Bolognese und Lasagne Vegetaria, Nudelsauce Bolognese und vegane Napolisauce. Zukünftig haben wir vor, auch andere Pastasaucen und Tiefkühl-Nudelgerichte zu entwickeln", informiert Cakmak.

Meinung der Kunden wichtig

Und den Verbrauchern scheint es zu schmecken. "Für uns ist die Meinung unserer Kunden besonders wichtig. Die Produkte, die wir herstellen, und zukünftig neue Produkte, die wir entwickeln würden, sind meistens nach Anfragen von unseren Kunden. Es bedeutet, dass unsere Produkte gut angenommen werden und die Kunden mit unserem Sortiment sehr zufrieden sind", schlussfolgert Cakmak.

Auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie, beziehungsweise wenn seine Pizzerien wieder öffnen dürfen, ist der Gastronom gerüstet: "Ich habe am Anfang nicht geglaubt, dass unsere Tiefkühlpizzen, später auch die andere 'Imperatore'-Produkte, so gut angenommen werden. Auf alle Fälle werden wir uns weiterentwickeln, weil die Nachfrage da ist." Und: "Wenn die Nachfrage weiter so steigt, müssen wir uns vergrößern. Dann müssen wir uns natürlich Gedanken über eine größere Produktion machen."

Marco Cakmak bei der Arbeit.

"Schon vor Jahren haben uns viele Gäste im Restaurant gefragt, warum wir unsere Pizzen nicht auch als Tiefkühlware für Supermärkte produzieren. Das war immer eine Idee mit Fragezeichen im Kopf. Die Pandemie hat uns die Antwort gegeben."

Marco Cakmak

Hintergrund:

Die Pizza und ihre Herkunft

  • Die Etymologie des Worts "Pizza" ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlichste Definition: Der Name stammt laut "Dizionario etimologico della lingua italiana" vom langobardischen "pizzo" oder "bizzo" ab, was dem deutschen "Bissen" entspricht.
  • Die nur mit Olivenöl beträufelte, mit Tomatenscheiben und Oregano oder Basilikum belegte Pizza ist seit etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts nachgewiesen.
  • Eine Pizza, wie wir sie heute kennen, soll erstmals am 11. Juni 1889 in Neapel für König Umberto I. und dessen Frau Margherita hergestellt worden sein: die Pizza Margherita mit Zutaten in den italienischen Nationalfarben (grünes Basilikum, weißer Mozzarella und rote Tomaten) - bis heute eine der bekanntesten und verbreitetsten Pizzavarianten.
  • Historiker haben diese Legende jedoch mittlerweile widerlegt. Die Königin ließ sich wohl bereits neun Jahre vorher Pizza in den Palast bringen.

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