23.03.2021 - 11:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Neuer Jugendtreff für Weiden mehr als ein Versuchsballon

Der Stadtjugendring Weiden hat für einen neuen Jugendtreff in Weiden ein Konzept ausgearbeitet. Im Jugendhilfeausschuss stößt er damit auf Begeisterung. Ums Schülercafé Scout ist es trotzdem schade.

Die Tage des Schülercafés Scout auf der Allee sind gezählt. Ab September 2021 soll in den Räumen ein Jugendtreff mit verändertem Konzept installiert werden. Es fehlt noch die Zustimmung des Stadtrates.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Geht es nach den Mitgliedern des Ausschusses für Jugendhilfe und soziale Fragen, dann gehen im bisherigen Schülercafé Scout ab September 2021 nicht die Lichter aus. Mit einem veränderten Konzept, vielleicht auch mit einem neuen Namen, soll in den Räumen in der Bürgermeister-Prechtl-Straße weiterhin wertvolle Jugendarbeit geleistet werden. Florian Vogel, Vorsitzender des Stadtjugendrings, stellte im Ausschuss das veränderte Konzept für einen Jugendtreff in der Innenstadt vor und erhielt von allen Seiten Zustimmung.

Das Sozialamt hatte sich bereits im Vorlagenbericht begeistert geäußert und unterstützt einen Antrag der SPD, den Stadtjugendring mit der Aufgabe zu betrauen. Dieser will neben dem Jugendzentrum mit einem niederschwelligen Angebot einen Treff in der Innenstadt installieren, der vor allem auf vier Säulen basiert: Jugendbüro (Anlaufstelle bei Problemen), Offener Betrieb (15 bis 20 Uhr, mit den Schulen abgesprochen), Special Events (am Wochenende, Fan Fiction, Rollenspiele usw.) und Pop-up-Events (u. a. Poetry-Slam, Flohmärkte). "Wir müssen netzwerken", sagte Vogel. Er könne sich eine intensive Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur und der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) vorstellen. Das sei wichtig, da das Projekt "Jugend stärken im Quartier" 2021 auslaufe.

Lage von Vorteil

Zielgruppe seien Jugendliche ab 14 Jahren mit speziellen Interessen. Über Nachhilfeangebote, ein Tutorensystem, Vorträge und andere Veranstaltungen wolle man diese erreichen. Die Lage der Räume am Rande der Altstadt sei ideal. Allein sieben Schulen befänden sich in erreichbarer Nähe. "Lassen Sie es uns versuchen", bat Florian Vogel.

Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier befürwortete einen probeweisen Betrieb ab 1. September bis zum Ende des Mietvertrages am 30. Juni 2024. Zwischendurch sollte eine erneute Bewertung erfolgen. Er gehe von Gesamtkosten in Höhe von 151 812 Euro bei einer Besetzung mit zwei Pädagogen (inkl. Miete, Strom/Gas, Reinigung) aus. "Reduzieren wir auf 1,5 Planstellen, dann liegen wir bei 121 262 Euro. Das sei aber das Mindeste. Nur 1 Planstelle mache keinen Sinn", so Hohlmeier.

Sie stehe voll hinter dem Konzept, sagte Stefanie Sperrer (CSU), und hoffe, dass auch ihre Stadtratskollegen mitziehen. "Wir haben allerdings noch Gesprächsbedarf." Auch SPD-Stadtrat Florian Graf - er hat am neuen Konzept mitgearbeitet - sieht in dem Jugendtreff die perfekte Kombi von alternativer Freizeitgestaltung und niederschwelliger Beratung.

Ursula Barrois (Die Initiative) merkte an, dass auf die Verantwortlichen viel Arbeit zukomme. "Die jungen Menschen sind wegen Corona gerade ganz woanders unterwegs und müssten erst wieder abgeholt werden." Vor allem an den Schulen sollte Werbung für das Angebot gemacht werden. Das Aus des Schülercafés nach zehn Jahren habe sie nicht verstanden. "Das ist alles völlig intransparent gelaufen."

Kolping: Wir wurden nicht gefragt

In die gleiche Kerbe schlug Elisabeth Weiß vom Kolpingbildungswerk. "Als Träger haben wir viele Jahre gute Arbeit geleistet. Dass ein Stadtratsbeschluss so abrupt das Ende der Einrichtung besiegelte, finden wir schade. Mit uns hat im Vorfeld niemand gesprochen, dass wir etwas verändern sollen." Für Weiden hoffe sie, dass die Jugendarbeit an dieser Stelle weitergeht.

Oberbürgermeister Jens Meyer wünscht sich, dass das Projekt mit der personellen Ausstattung starten kann. Das Aus des "Scout" sei mehr als unglücklich gelaufen, aber nicht zu ändern. Das neue Konzept sieht Meyer jedoch auch als Chance. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

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Info:

Die vier Säulen des Jugendtreffs

  • Jugendbüro: Dienstag und Donnerstag stehen die Pädagogen von 13 bis 15 Uhr für Gespräche bereit.
  • Offener Betrieb von Montag bis Donnerstag von 15 bis 20 Uhr. Auf ein Essensangebot wird verzichtet.
  • Pop-up-Events am Wochenende zu unterschiedlichen Themen (z. B. Poetry-Slam, Flohmarkt)
  • Special Events am Wochenende oder in den Ferien (z. B. Ausflüge, Lesungen)

 

 

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