07.07.2021 - 14:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nachfrage nach Corona-Impfungen in Weiden und im Landkreis Neustadt stark zurückgegangen

Nach einer Erstimpfung gegen Corona mit Astra-Zeneca sollen sich die Menschen nun mit Biontech oder Moderna spritzen lassen. Was bedeutet das für Impfwillige, Hausärzte und die Impfzentren in der Region?

Symbolbild
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat vergangene Woche empfohlen, sich nach einer Erstimpfung mit Astra-Zeneca als zweite Dosis Biontech oder Moderna verabreichen zu lassen. "Die neuesten Empfehlungen der Stiko werden in den Praxen bestmöglich umgesetzt. In der ersten Woche hat dies die Praxen aber vor erhebliche Probleme gestellt", informiert Dr. Martin Poschenrieder, hausärztlicher Koordinator im Landkreis Neustadt. Für die Patienten, die diese Woche einen Termin zur Zweitimpfung mit Astra-Zeneca hätten, sei kein Biontech-Impfstoff bestellt gewesen. "Teilweise haben sich die Praxen gegenseitig mit Impfstoff ausgeholfen, um den Engpass zu beheben, teilweise mussten aber auch Termine verschoben werden. Das hat uns viel Extra-Arbeit beschert", sagt Poschenrieder.

Mit Praxis Kontakt aufnehmen

Ab kommender Woche "sollte aber alles wieder ruhig und geordnet verlaufen, da uns zugesichert wurde, dass genügend mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen wird". Patienten sollten aber im Vorfeld Kontakt mit der Praxis aufnehmen und mitteilen, ob sie Astra-Zeneca oder Biontech möchten, damit die Ärzte Bescheid wissen, wieviel Impfstoff von welcher Seite sie vorrätig haben müssen, erklärt Poschenrieder.

  • Im Landkreis Neustadt haben Hausärzte in den vergangenen sieben Tagen 1097 Erst- und 746 Zweitimpfungen verabreicht. In der Vorwoche waren es 1176 beziehungsweise 1357. Insgesamt sind nun 15.780 Personen zum ersten und 10.180 zum zweiten Mal geimpft (Stand: 6. Juli).
  • In Weiden haben sich in den vergangenen sieben Tagen 740 Bürger erstmals impfen lassen, 506 haben die zweite Dosis bekommen. In der Vorwoche waren es 573 beziehungsweise 582 (gesamt: 7875 Erst- und 4789 Zweitimpfungen).

"Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist stark zurückgegangen, trotz Wegfall der Priorisierung", bedauert der Vohenstraußer Arzt. Vorteil: Viele Praxen hätten ihre Wartelisten abarbeiten können. Nachteil: "Kommt ein Impfling nicht zum Termin, so findet sich jetzt öfter auch kurzfristig kein Abnehmer mehr. Dadurch müssen Dosen weggeworfen werden."

Die Ärzte hätten deshalb zwei große Wünsche. Erstens: Die Bürger sollen sich jetzt für die Corona-Impfung registrieren. "Es sind alle Impfstoffe verfügbar, und wir können für jeden ein passendes Angebot machen. Nur wenn wir uns gemeinsam nochmal anstrengen und uns jetzt impfen lassen, können wir Corona besiegen. Aber wir müssen das jetzt tun, denn wir rechnen für den Herbst wieder mit einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen." Zweitens: Vereinbarte Impftermine sollten konsequent wahrgenommen werden. "Einfach nicht kommen, geht gar nicht. Und wenn wirklich ein triftiger Grund vorliegt, dann bitte rechtzeitig absagen, damit nichts weggeworfen werden muss." Viele Leute würden jetzt schon fragen, wie es mit Auffrischimpfungen aussieht. "Dazu können wir aber noch keine verlässlichen Auskünfte geben. Wir müssen abwarten, was uns die Stiko dazu für Hinweise gibt", betont Poschenrieder.

Dr. Matthias Loew koordiniert die Impfungen für die Stadt Weiden. "Aktuell sind die Astra-Erstgeimpften das Thema in den Praxen. Als Zweitimpfung wird in etwa 80 Prozent mRNA-impfstoff gewünscht. Diesem Wunsch kann derzeit recht zeitnah entsprochen werden, also etwa in Wochenfrist", sagt er. "Die Priorisierung ist in den Praxen schon vor einem Monat weggefallen, daher gibt es derzeit keinen besonderen Andrang. Ich habe keine Probleme, dass Erstgeimpfte keine Zweitimpfungen mehr haben wollen. Es gibt in den Praxen derzeit noch keine Probleme, die vorhandenen Impfstoffe zu verimpfen. Astra-Neuimpfungen werden allerding nicht mehr nachgefragt."

Zeitnahe Terminvergabe

In den Impfzentren in Weiden, Vohenstrauß und Pressath sind in den vergangenen sieben Tagen 2415 Erst- und 1663 Zweitimpfungen verabreicht worden. In der Vorwoche waren es 2141 beziehungsweise 2471. Insgesamt sind 51.108 Personen zum ersten und 41.946 zum zweiten Mal geimpft. "Die Bereitschaft für Erstimpfungen stagniert aktuell", erklärt stellvertretender Verwaltungsleiter Sebastian Seibert. Seit dem Wegfall der Priorisierung halte sich der Andrang in Grenzen. "Deshalb nochmals der Aufruf an alle, sich zu registrieren. Eine Terminvergabe ist derzeit meist zeitnah möglich."

Zweitimpfungen würden nach wie vor stellenweise wegen Urlaubsreisen verschoben. "Dies ist so eigentlich nicht vorgesehen und stellt uns vor große Herausforderungen. Daher die Bitte, den Zweittermin nur bei nachvollziehbaren oder medizinischen Gründen zu verschieben", betont Seibert. Seit dieser Woche sei zudem eine Zweitimpfung im Impfzentrum auch für die möglich, die ihre Erstimpfung beim Hausarzt erhalten haben. Als Nachweis müsse der Impfpass vorgelegt werden. Auf Biontech oder Moderna zu wechseln, sei beim Termin bis zum Arztgespräch möglich. Interessenten könnten sich auch an die Hotline wenden, Telefon 0961/39002600.

"Nur wenn wir uns gemeinsam nochmal anstrengen und uns jetzt impfen lassen, können wir Corona besiegen."

Dr. Martin Poschenrieder, hausärztlicher Koordinator im Landkreis Neustadt

Hier findne Sie den Stand der Impfahlen der Vorwoche

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