21.06.2019 - 10:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mauern im Kopf einreißen

Viele Personengruppen fühlen sich zu Unrecht ausgegrenzt. Behinderte, Kranke und Migranten gehören dazu. Eine Ausstellung will sensibilisieren und Einstellungen ändern. Sie wird am Dienstag, 25. Juni, im Neuen Rathaus eröffnet.

Die erste Tagesstättensprecherin der Oase, Gabi Plischke (Vierte von links), überreicht an Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher einen Grundstein für die Ausstellungseröffnung am 25. Juni.
von Siegfried BühnerProfil

„Inklusion, ein Teil vom Ganzen“ heißt der Titel einer Ausstellung, die vom 25. Juni bis zum 4. Juli im Neuen Rathaus zu besichtigen ist. Laut Veranstaltungsprogramm soll mit der Ausstellung „die Gesellschaft zu mehr Inklusion von Randgruppen aufgefordert und ermutigt werden, sich gegen gesellschaftliche Ausgrenzung zu stellen“. Besucher, Praktikanten und Personal der Sozialteam-Tagesstätte "Oase" haben ein Konzept umgesetzt, das Katharina Meyer, interne Leiterin des Sozialteams, erstellt hatte. „Wir haben schon im vergangenen Jahr mit den Planungen angefangen und im Dezember die Fördermittel im Programm Demokratie leben beantragt“, berichtete Meyer beim Besuch des Bezirkstagsvizepräsidenten Lothar Höher in der Oase.

An vier Stationen sollen sich die Besucher der Ausstellung selbst aktiv einbringen. „Vermauert – Verrückt Vermischt und Verwirrt“ lauten die Namen der Stationen. Zunächst stehen Besucher vor einer Mauer, die die Gesellschaft symbolisieren soll. Diese Mauer soll am Ende der Ausstellung abgerissen und durch ein anderes Bauwerk, das von den Besuchern mit Styroporsteinen selbst erstellt wird, ersetzt werden. Die Grundsteine dieser Mauer sollen die Ehrengäste der Eröffnungsveranstaltung am 25. Juni, 18 Uhr, im Neuen Rathaus legen. Die Station „Vermischt“ zeigt ein Bild auf einer großen Leinwand, das als „Action Painting“ bei Kunstgenuss bis Mitternacht in der Oase entstanden ist. Auch hier geht es um eine Vermischung von Farben und Formen als Symbol der Gesellschaft. Die Station „Verrückt“ zeigt fünf Stühle mit zahlreichen Symbolen, die gesellschaftliche Außenseiter charakterisieren sollen. Als Beispiele zeigt die Oase-Leiterin auf Gegenstände oder Bilder, die an Suchtkranke, ehemalige Strafgefangene, Prostituierte oder auch Krebskranke erinnern sollen. Ein leerer Stuhl soll die Besucher zur Selbstreflektion anregen.

Auch Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., besuchte die Ausstellung

Oberpfalz

Die vierte Station besteht laut Veranstaltungsprogramm in einer „wirren Kombination von Bändern und Schlingen, in die Besucher eigene Gedanken zum Thema Inklusion einbringen sollen“. Überhaupt werden die Besucher immer wieder zur aktiven Mitarbeit aufgefordert und zur Nachdenklichkeit animiert. Letzteres zum Beispiel durch einen Blick in einen Spiegel am Ende der Ausstellung, der die Frage aufwirft „Was ist mit mir?“. Bezirkstagsvizepräsident Höher wird die Ausstellung eröffnen. Bei seinem Besuch in der Oase zeigte er sich beeindruckt von den ihm gezeigten Ausstellungsbeispielen. Für Höher habe sich die Oase selbst als „niederschwelliges Angebot“ schon längst einen sehr guten Namen gemacht. Die öffentliche Hand könnte so etwas nur sehr schwer leisten. Mit einer Bitte wurde Höher verabschiedet „Wir suchen dringend barrierefreie Räume, denn unsere gegenwärtigen Räumlichkeiten können nicht barrierefrei umgebaut werden“, sagte die Einrichtungsleiterin.

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