20.10.2021 - 14:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Marke statt Masse: Weiden will sein Image schärfen

Mit welchem Satz und welchem Bild lässt sich Weiden positiv verkaufen? So positiv, dass es besser auffällt, als andere Städte. Damit will sich das Rathaus demnächst intensiv befassen: Weiden soll eine Marke werden.

Das Rautenduo in den Stadtfarben ziert den Wittgarten-Durchstich. Die Stadt will sich in ihrer Außenwirkung in Zukunft aber eindringlicher als mit einem grafischen Hingucker präsentieren und startet eine Markenkampagne, ähnlich wie der Landkreis Neustadt/WN:
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der Landkreis Neustadt/WN hat seinen Slogan gefunden: „Denk mal NEW“ ist der Überbegriff seiner Markenkampagne, die immer dieselbe Botschaft verkündet: Das Land bietet alles, was die Großstadt hat, aber mit mehr Platz, Zeit und Lebensqualität. Daraus sind inzwischen ein Logo, mehrere Webseiten, Imagefilme, Radiowerbung, ein Printmagazin, Messeauftritte und diverse Co-Brandings entstanden.

Weiden will das auch, doch die Botschaft muss völlig anders lauten als die von Kohlberg oder Moosbach. Aber wie? Das wird Aufgabe eines Markenbildungsprozesses sein, in den die Stadt einsteigt. Der Stadtrat stimmte dafür, im nächsten Haushalt 150.000 Euro dafür einzustellen. Dazu kommen rund 45.000 Euro für eine Halbtagsstelle, die sich federführend um den Markenprozess kümmern soll. Diese Marke soll vom Briefkopf über die Wirtschaftsförderung bis zum Veranstaltungsmanagement alles strategisch zusammenfassen. Regionalbibliothek, Stadtmarketing, Thermenwelt: Alle sollen unter demselben Logo auftreten.

Hintergrund: Die bisherige Weiden-Marke, die rot und grün ineinander verschränkten Rauten, sind 21 Jahre alt. „Der Zeitgeist dreht sich schneller, eine Marke wird heute zirka alle fünf Jahre neu belebt“, erklärt Roswitha Ruidisch.

Die Kommunikationschefin der Stadt hat die Beratungsfirma Cima mit Voruntersuchungen für die Markenstrategie beauftragt. Deren Mitarbeiter Achim Gebhardt aus München erläuterte den Stadträten, wohin die Reise gehen soll, wenn sie eine Agentur mit der Markenbildung beauftragen: Corporate Identity, Corporate Design, Stärken-Schwächen-Analyse, Storytelling – an Schlagworten aus dem allgemeinen Marketing-Wörterbuch mangelte es nicht in der Cima-Präsentation.

Uneingeschränkte Begeisterung löste das in der Sitzung in der Max-Reger-Halle nicht aus. „Viel Blabla, inhaltlich nicht viel mehr als eine Hülse“, mäkelte Theo Klotz (Bürgerliste). Karl Bärnklau (Grüne) hat Zweifel, dass die Stadt für 200.000 Euro eine aussagekräftige Marke bekommt. Ebenso sieht es Stefan Rank (Bürgerliste): „Ich sehe Kosten von einer halben Million Euro in zwei bis drei Jahren. Es fällt mir zunehmend schwer, zuzustimmen. Wir haben bereits viele Themen abgelehnt aus Geldmangel.“

In der Tat: Der Landkreis Neustadt hat für „Denk mal NEW“ jahrelang Hunderttausende Euros zur Verfügung gestellt. Vier weitere Stadträte quer durch die Fraktionen sind ebenso wenig wie Rank und Klotz überzeugt und votierten gegen die neue Markenbildung.

Doch auch die Befürworter sehen noch Verbesserungsbedarf. So regte Roland Richter (SPD) an, für die geplante Halbtagsstelle nicht unbedingt jemanden einzustellen, sondern durch interne Umgruppierung dafür abzustellen. Damit wird sich demnächst der Personalausschuss befassen.

Der Stadtrat Weiden diskutiert weiter über das TB-Gelände

Weiden in der Oberpfalz

Die Markenkampagne im Landkreis Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab

"Der Zeitgeist dreht sich schneller, eine Marke wird heute zirka alle fünf Jahre neu belebt."

Roswitha Ruidisch, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Weiden

 

 

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