24.06.2020 - 13:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lockerungen im Handel: Ohne Maske hinter Plexiglas

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Seit Montag müssen Kassiererinnen hinter Plexiglas keine Masken mehr tragen. Pro zehn Quadratmeter darf eine Person den Laden betreten. Doch kommen die Lockerungen in den Weidener Geschäften an?

Im Restpostenmarkt freut sich die Kassierin, dass sie seit Montag keine Maske mehr tragen muss.
von Helmut KunzProfil

Seit Montag freut sich der Handel über weitere Lockerungen. "Es gibt zwei wesentliche Änderungen", erklärt der Chef des Weidener Einzelhandelsverbandes, Tobias Sonna. "Wir dürfen pro zehn Quadratmeter eine Person in den Laden lassen, also doppelt so viele wie bisher, was für uns schon von Vorteil ist." Zum anderen bräuchten die Verkäufer keinen Mundschutz mehr zu tragen, wenn sie hinter Plexiglas sitzen oder stehen.

"Wir haben in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass wir an stark frequentierten Tagen, wie Samstagen, oftmals Kunden nicht reinlassen durften. Wir haben das auch eingehalten." Leider hätten allerdings nicht alle Kunden diese Auflagen verstanden. Einige seien verärgert gegangen. "Das tut jedem Unternehmer weh." Schließlich sei man ja nur um das Wohl seiner Kunden besorgt.

"Deshalb bin ich über die Lockerungen sehr, sehr froh. Ich bin aber immer noch um die Gesundheit meiner Kunden besorgt." Was den "Spritzschutz" angehe, betreffe der überwiegend Geschäfte wie Metzgereien und Bäckereien sowie Supermarktkassen. Alle Beschäftigten seien da hinter einer Theke. "Das macht das Arbeiten für den betroffenen Mitarbeiter deutlich angenehmer." Jeder Kunde spüre doch am eigenen Leib, wie unangenehm es sei, mit einer Mund- und Nasenmaske herumzulaufen. "Bei uns im Haus gibt es hierbei keine große Änderung. Wir legen Wert darauf, dass wir bedienen können. Das bedeutet, dass wir regelmäßig die Schutzzone Kasse verlassen, um die Kunden im Geschäft zu beraten. Masken abzunehmen macht für uns keinen Sinn." Zum anderen finde er es nur fair, sich so zu verhalten wie der Kunde, sagt Sonna.

"Bei uns hat sich zunächst nichts geändert", berichtet Carola Küchler-Bredehorn, Filialleiterin eines Restpostenmarktes. "Wir haben die Lockerungen am Montag gar nicht so richtig mitgekriegt, wussten gar nicht, dass unsere Kassierin keine Maske mehr tragen muss." Denn der Montag sei in dem Geschäft in der Regensburger Straße Großkampftag. "Das ist Werbetag, da will jeder Kunde der erste sein."

Wir haben die Lockerungen am Montag gar nicht so richtig mitgekriegt, wussten gar nicht, dass unsere Kassierin keine Maske mehr tragen muss.

Carola Küchler-Bredehorn

Arbeiten angenehmer

Inzwischen ist das anders. Jetzt sitzt die Dame ohne Mund- und Nasenmaske an der Kasse. Abgesichert durch einen Spuckschutz aus Plexiglas. Ihre Chefin: "Sie strahlt, wir leiden." Denn das übrige Verkaufspersonal spüre von den Lockerungen so gut wie nichts. Oft sei es eine Tortur, mit Maske Regale einzuräumen. "Das tun wir oft nachts, weil wir dann ohne Masken arbeiten können." Aber was soll's: "Ändern können wir nichts."

"Die Leute wollen einkaufen. Sie wollen aber frei sein." Die Corona-Vorschriften würden natürlich nach wie vor eingehalten. Die Regeln seien nicht mehr ganz so scharf wie anfangs. "Wir mussten draußen Linien ziehen, Einkaufswägen verteilen. Die Leute durften nicht sofort rein, mussten sich ihre Hände desinfizieren. Das Ordnungsamt war jeden zweiten Tag da."

Seit 27. April sind die Geschäfte wieder geöffnet:

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