06.04.2020 - 18:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserfragen zu Corona: Ein Familienfest ohne die Familie? [Teil 16]

Wie wird das Osterfest zu Coronazeiten? Im Teil 16 der Antworten für unsere Leser haben die Redaktion aber auch andere Fragen zum Alltag mit der Virusepidemie erreicht.

Auch das Osterfest wird im Zeichen der Coronakrise stehen.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

In großen Schritten geht es auf Ostern zu. Das ist auch an den vielen Leserfragen erkennbar, die in unserer Redaktion zum Thema Osterfest angekommen sind: Die Polizei Oberpfalz gibt darauf eine pauschale Antwort.

Darf ich meine Familie besuchen und mit ihr Ostern feiern, auch wenn sie nicht mit mir in einem Hausstand wohnt?

Das Innenministerium informiert dazu: "Jeder ist angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren." Ein Besuch bei Eltern und Großeltern sei nur angezeigt, wenn diese Unterstützung brauchen - zum Beispiel beim Einkaufen. Auf "Kaffeekränzchen" gelte es zu verzichten und stattdessen solle Kontakt per Telefon oder Skype gehalten werden. Und weiter: "Für den Besuch bei älteren Menschen gilt generell, dass Besuche wegen der Ansteckungsgefahr auf ein absolutes Minimum zu beschränken sind." Am Freitag hatte Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer gegenüber dem Radiosender "Bayern 2" auch verstärkte Polizeikontrollen vor allem an den Ostertagen angekündigt.

Ostern mit Beschränkungen: Antworten auf Leserfragen [Teil 15]

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Was ist der Unterschied zwischen dem Covid-19-Virus und der Grippewelle in Deutschland 2017/2018 , bei der etwa 20.000 Tode zu beklagen waren?

Beim Coronavirus handelt es sich um ein völlig neuartiges Virus, teilt Christine Hollederer, Pressesprecherin des Landratsamts Amberg-Sulzbach, mit. "Influenzaviren verändern sich, daher erkranken auch viele Menschen, aber der Verlauf ist meist milde, weil wir Menschen teilweise immun sind. Beim Coronavirus kennt unser Immunsystem die Viren (noch) nicht und das macht es gefährlicher. Das Coronavirus ist auch ansteckender als die Grippeviren."

Wie lange darf man Gesichtsmasken tragen, bevor sie gereinigt oder entsorgt werden müssen?

In einem Interview mit RTL gibt der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, Dr. Georg-Christian Zinn, Tipps zum Tragen einfacher Gesichtsmasken. Dabei stellt er klar, dass auch Einwegmasken im Alltag mehrfach und über mehrere Tage getragen werden können. Bedingung: Sie werden regelmäßig getrocknet und nie völlig durchfeuchtet.

Das lässt sich sicherstellen, indem die Masken nicht schon auf dem Weg, sondern erst im Supermarkt aufsetzt. Anschließend wieder abnehmen und gut trocknen. Selbst gemachte Stoffmasken sollte man regelmäßig waschen, dabei möglichst abkochen. Hochwertiger FFP-Masken sind derzeit so knapp, dass man sie Personal in Kliniken und Arztpraxen sowie besonders gefährdeten Personen überlassen sollte.

Grabpflege, Notartermin, Waldarbeit: Antworten auf Leserfragen [Teil 13]

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Ein Verein empfiehlt mir, die Vereinszeitschrift während einem Spaziergang im Ort an die Mitglieder zu verteilen. Ist das erlaubt?

Es handelt sich hier, wie bei so vielen Fragen um eine Grauzone. Tatsächlich sind Spaziergänge erlaubt, als Vorwand für eine Zustellung ist diese Erlaubnis aber nicht gedacht, es sei denn, der Inhalt der Zeitung ist wirklich wichtig. Auch hielt gilt, was die Polizei Oberpfalz immer wieder betont: "Man muss sich selbst immer fragen, ob das, was man gerne tun möchte - außerhalb der eigenen Wohnung - jetzt in diesem Moment notwendig ist und nicht aufgeschoben werden kann. Jeglicher Kontakt zu anderen sollten so weit wie möglich gemieden werden."

Kann ich einen Kuchen (oder eine Torte), den mir meine Nachbarin gebacken hat, ohne Bedenken vor Corona verzehren?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Ende März in einer Veröffentlichung erklärt, dass es keine bekannten Fälle gibt, bei denen Menschen sich "über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel" infiziert haben. "Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt." Theoretisch wäre es möglich, sich über Oberflächen zu infizieren, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden. Es wäre also denkbar, dass eine infizierte Person auf Besteck oder ein Kuchenblech genießt hat und man sich die Viren von dort mit der Hand auf die Schleimhaut befördert. "Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich", merkt das Bundesinstitut dazu weiter an.

Ende der Ausgangssperre in Mitterteich ab Dienstag

Mitterteich

Ich habe gehört, dass das Covid-19-Virus von Sonnenlicht und UV-Strahlung abgetötet wird. Wäre es da nicht sinnvoll vorbeugend ein Solarium zu benutzen?

Tatsächlich wird UV-Strahlung zur Desinfektion von Flächen und teilweise auch zur medizinischen Behandlung eingesetzt. Dort gibt es allerdings sehr strenge Auflagen für den Einsatz. Bei prophylaktischer Verwendung ohne ärztliche Aufsicht ist die Gefahr groß, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Immer wieder liest man deshalb auch, dass gute Hygiene viel wichtiger und wirksamer ist.

Laut der Allgemeinverfügung der Staatsregierung wird der Besuch von "Alten" als triftiger Grund für das Verlassen der eigenen Wohnung anerkannt. Wer ist im Sinne dieser Verordnung "alt" ? Darf ein Kind mit eigener Wohnung einen über 70-jährigen Elternteil besuchen und wie lange?

Auch hier ist eine eindeutige Antwort nicht leicht. In ihrer Konkretisierung zu der Verfügung betont die Oberpfälzer Polizei, dass es um "unterstützungsbedürftige" Alte gehen sollte. Ein Besuch, "nur zum Kaffee trinken" ist also wohl nicht durch die Verfügung abgedeckt. Wo aber die Grenze zwischen geselligem Besuch und Hilfeleistung liegt, ist pauschal kaum zu benennen. Klar ist aber, dass das bloße Alter nicht ausschlaggebend ist, sondern viel mehr das Angewiesensein auf Hilfe.

Physiotherapie während der Pandemie

Waldsassen

Mein Rückflug von einer spanischen Insel wurde komplett storniert, da Zwischenlandung in Madrid gewesen wäre. Deshalb musste ich einen zweiten Flug buchen, der dreimal so teuer war. Welche Rechte habe ich?

"Sollte der Flug wegen Corona abgesagt werden, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, Ihnen den Ticketpreis zu erstatten", schreibt der Internetanbieter flightright.de, der sich auf die Wahrung der Recht von Fluggästen spezialisiert hat. Den Ticketpreis muss man auf jeden Fall zurückerhalten. Wenn der Flug tatsächlich wegen der Corona-Epidemie gestrichen wurde, gibt es darüber hinaus wohl keine Ansprüche. Das kann aber schon wieder anders sein, wenn sich belegen lässt, dass die Fluggesellschaft die Verbindung aus wirtschaftlichen Gründen nicht bedient hat. Das wäre der Fall, wenn viele Tickets wegen Corona storniert wurden und der Flug zwar möglich aber nicht mehr rentabel war.

Ich bin vorigen Sonntag auf den Coronavirus getestet worden und habe bis heute keine Antwort erhalten. An wen kann man sich wenden, um sein Ergebnis zu erfragen?

Grundsätzlich werden alle positiven Tests den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Die Ämter informieren auch die betroffenen Personen. Es gab bis zuletzt allerdings Probleme, weil die Labore nur positive Testergebnisse weitergegeben haben. Wenn keine Infektion vorliegt, wurde bisher niemand informiert. Am besten man meldet sich deshalb bei der Stelle, bei der man den Test durchgeführt hat.

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