05.08.2021 - 14:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Landgericht Weiden urteilt: Arglistige Täuschung mit Hundesperma

Tausende Euro für Hundesperma und die Herausgabe seines Tiers mit der begehrten Fellfarbe "Merle" verlangte ein Mann aus dem Landkreis Neustadt vor dem Landgericht Weiden. Nun fiel das Urteil.

Seit der American Bulldog wieder in der Heimat ist, hat er schon wieder Nachkommen gezeugt.
von Autor hczProfil

Der Fall ist kurios und nun entschieden: Der wertvolle Rüde in der seltenen Farbe "Merle" ist seit Februar zurück bei seinem Züchter im Landkreis Neustadt/WN. Nun urteilte das Landgericht Weiden auch darüber, ob das Herrchen vom neuen Besitzer arglistig getäuscht wurde. Der Vorwurf: Der neue Besitzer habe durch die Decksprünge des wertvollen Rüdens unerlaubt mehrere, vermutlich bis zu sieben Welpen zeugen lassen, jeder etwa 4000 Euro wert und diese verkauft. Der Streitwert belief sich auf gut 30.000 Euro.

Richter Peter Werner verurteilte schließlich zwei Personen aus Baden- Württemberg zur Zahlung von 8000 Euro plus der Kosten für Rechtsanwalt Dr. Lutz Rittmann, der den Kläger vertreten hatte. In der Begründung hieß es, die beiden hatten den 50-Jährigen Oberpfälzer im April 2020 arglistig getäuscht.

Nachdem dieser den American Bulldog „Pretty Rumano“ dem ursprünglichen Interessenten nicht verkauft hatte, weil dieser ihn als gewerblichen Zuchthund halten wollte, schickte dieser Interessent seine damalige Lebensgefährtin als „Strohfrau“ vor. Sie kauft schließlich den Hund und überließ ihn ihrem Freund, der ihn für zahlreiche Zuchtsprünge verwendete. Die Welpen sollen allerdings alle verstorben sein.

Misstrauisch geworden war der Oberpfälzer, als er in einem Fachblatt las, dass sein „Pretty Rumano“ für Decksprünge angeboten wurde. „Szeneüblich“, so stellte Richter Werner im Urteil fest, seien 4000 Euro pro Decksprung.

Die Einlassung des Beklagten, er habe mit dem Erwerb des Tieres nichts zu tun, bestätigte die Frau zuerst in einem Gerichtstermin im Dezember. Nachdem sie aber selbst auch zur Beklagten geworden war, behauptete sie im Juni gänzlich anderes. Sie sei als „Strohfrau“ vorgeschoben worden, habe mit dem Hund und dem Beklagten im Frühjahr 2020 in dessen Wohnung gelebt und habe ihre erste Aussage auf dessen Druck hin gemacht. Auf den Rat ihrer Anwältin habe sie sich wieder in Besitz des Hundes gebracht und ihn an den rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben.

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