24.07.2020 - 14:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kundgebung in Weiden: Demo für Demokratie und Freiheit

Demonstrieren gegen Corona-Schutzmaßnahmen, Hygienevorschriften oder für den Klimaschutz? Diesmal nicht: Bei einer Kundgebung am Sonntag, 26. Juli, setzen Weidener Parteien und Interessensgruppen ein Zeichen für die Pressefreiheit.

Vor zwei Wochen wird eine freie Journalistin bei einer Demonstration vor der Max-Reger-Halle, bei der Stadträtin Sonja Schuhmacher als Veranstalterin fungiert, in ihrer Arbeit behindert. Darauf reagiert nun Grün-Bunt-Weiden und organisiert für Sonntag, 26. Juli, die Kundgebung "Weiden steht zusammen. Für Demokratie und Pressefreiheit".
von Marion Espach Kontakt Profil

Die einen demonstrieren mit Stadträtin Sonja Schuhmacher am Sonntag vor der Max-Reger-Halle gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, die anderen mit Grün-Bunt-Weiden am Wendehammer vor dem Elly-Heuss-Gymnasium für den Schutz journalistischer Arbeit. "Wir wollen damit ein Gegengewicht zur Kundgebung von Schuhmacher setzten", erklärt Grüne-Stadträtin und Veranstalterin Laura Weber. Mit der Veranstaltung "Weiden hält zusammen. Für Demokratie und Pressefreiheit" setze man ein Zeichen und zeige sich gegenüber Journalisten solidarisch. "Das wird eine absolut friedliche Demo. Es geht darum, zu informieren und für Pressefreiheit zu werben – und es geht vor allem darum, dass wir viele sind", betont Weber. Laut Pressemitteilung der Stadt Weiden werden bei Schumachers Kundgebung "Gemeinsam für unsere Wirtschaft“ bis zu 70 Personen erwartet, bei der Pro-Pressefreiheit-Demo an die 100.

Angriff auf die Pressefreiheit bei Grundrechte-Demo

Anlass für die Kundgebung vorm Elly-Heuss-Gymnasium ist ein Vorfall, der sich vor zwei Wochen bei einer von Schuhmachers Demonstrationen ereignet hatte. Die freie Journalistin Beate Luber in ihrer Arbeit behindert, bedrängt und angezeigt. Für Weber Grund genug, sich mit Bündnis 90/Die Grünen, Die Linken, Jusos, Fridays for Future, SPD und dem Rio Raum zusammenzuschließen und aktiv zu werden. "Nicht jeder Journalist will sich in eine solche Situation begeben. Dann bleiben sie aber bei diesen Veranstaltungen fern, die Berichterstattung fehlt." Luber selbst empfindet den Vorfall als Angriff auf den Lokaljournalismus und die Pressefreiheit in der Region. Dennoch hat sich die freie Journalistin dazu entschieden, am Sonntag erneut über die Demo vor der Max-Reger-Halle zu berichten. Allein wird sie aber nicht hingehen: "Sonst fühle ich mich unsicher."

Für die Sicherheit der Menschen und den Schutz der Pressefreiheit bei Kundgebungen sollte eigentlich die Polizei sorgen. Das war auch Thema bei einem Runden Tisch, bei dem sich Luber, Partei- und Interessensvertreter sowie Verwaltung kürzlich für ein klärendes Gespräch getroffen hatten. Am Ende waren sich die 15 Teilnehmer einig: Polizisten müssen in Sachen Pressefreiheit bei Kundgebungen geschult werden. "Wir fordern einen sensiblen Umgang mit diesem Thema", betont Weber. Ob dieser Vorschlag allerdings umgesetzt wird, werde sich in Zukunft zeigen.

Journalistin behindert, bedrängt und geschubst

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Demonstrationen in Weiden

Folgende Kundgebungen finden am Wochenende statt:

  • „Meditation für das Grundgesetz“ am Samstag, 25. Juli, von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr, am Woodstock-Hügel, 50 gemeldete Teilnehmer
  • "Weiden steht zusammen. Gemeinsam für Demokratie und Pressefreiheit“ am Sonntag, 26. Juli, von 13.45 Uhr bis 15.45 Uhr, am Wendehammer vorm Elly-Heuss-Gymnasium, 100 gemeldete Teilnehmer.
  • "Gemeinsam für unsere Wirtschaft" am Sonntag, 26. Juli, von 14.30 Uhr bis16.30 Uhr, vor der Max-Reger-Halle, 70 gemeldete Teilnehmer.
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