08.05.2020 - 12:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kranzniederlegung zum Tag der Befreiung

Oberbürgermeister Jens Meyer und Colonel Adam J. Boyd erinnern an den Tag der Befreiung vor 75 Jahren.

Bei der Kranzniederlegung an der Stelle, wo 1945 die Amerikaner den Sieg über Hitler-Deutschland feierten, sind dabei (von links) Stadtarchivarin Petra Vorsatz, Bürgermeister Lothar Höher, Oberbürgermeister Jens Meyer und Colonel Adam J. Boyd von der US-Army Garrison Bavaria.
von Helmut KunzProfil

Exakt an dem Platz, wo am 8. Mai 1945 die Amerikaner in Weiden mit einer Siegesparade das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa feierten, legten am Freitagvormittag Oberbürgermeister Jens Meyer, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher und Colonel Adam J. Boyd von der US-Army Garrison Bavaria einen Kranz nieder. Das Gustav-von-Schlör-Denkmal wurde dazu auserwählt, weil es ein besonders geschichtsträchtiger Ort ist.

„Für mich ist der 8. Mai 1945 kein Tag der Niederlage, sondern ein Tag der Befreiung", sagte Oberbürgermeister Meyer. Mit der Gedenkveranstaltung wolle man an das unermessliche Leid erinnern, dass damals über die Menschen, auch in Weiden gekommen sei. Seit 75 Jahren sei Deutschland eine Demokratie, die es auf entschiedene Weise gegen jede Form von Rassismus, Extremismus, Diskriminierung und Intoleranz zu verteidigen gelte.

„Wir stehen hier, um unsere Partnerschaft und Freundschaft zu feiern“, erklärte Colonel Boyd, der in eine starke, gemeinsame Zukunft blickte. Zum Kriegsende wurden in Weiden etwa 2000 alliierte Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager Stalag XIII b befreit und mehrere hundert deutsche Soldaten gefangen genommen, erzählte Stadtarchivarin Petra Vorsatz, die diese Gedenkfeier gemeinsam mit Sebastian Schott vorbereitet hatte.

„89 Weidener Bürger wurden Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. 1252 Soldaten fielen im Weltkrieg und 920 wurden vermisst oder für tot erklärt." OB Meyer: „Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus darf nicht aufhören, sie muss wachgehalten werden.“ Sein Dank galt den Befreiern und all denen, die Widerstand geleistet hätten für ein Leben seit 75 Jahren in Frieden und Freiheit.

Petra Vorsatz berichtete von den letzten Kriegstagen in Weiden. In der Nacht am 21. April, ab 17.30 Uhr, sei Weiden von Westen her unter heftigen Artilleriebeschuss genommen worden. In der Nacht vom 21. auf den 22. April habe man fieberhaft versucht, die Stadt zu retten. So hätten Oberbürgermeister Hans Harbauer, Geistlichkeit und Volksturmkommandant sowohl den Stadtkommandanten wie auch den Kreisleiter bekniet, die Verteidigung der Stadt aufzugeben. Erst General Karl Weisenberger habe den Abzug befohlen. "Ab 4.30 Uhr war Weiden frei von deutschen Soldaten."

Mit dem Abrücken der Wehrmacht hätten die Amerikaner das Feuer auf die Stadt eingestellt. Die Bürger hätten ihre Häuser mit weißen Fahnen und Tüchern beflaggt und die Ankunft der amerikanischen Soldaten erwartet. „Aus allen Zeitzeugenberichten spricht das Gefühl der Erleichterung, das der Befreiung, das, dass der Schrecken überstanden ist.“ Um 6 Uhr früh habe der erste Jeep das Alte Rathaus erreicht und der Oberbürgermeister nach einigem Widerstreben die Stadt übergeben. „Ab Sonntag, 22. April 1945 um 8 Uhr morgens, war der Krieg für die Weidener Bürger zu Ende.“

Am 8. Mai 1945 hielten die Amerikaner am Schlörplatz ihre Siegesparade ab.
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