Korsche-Mitarbeiter haben nach Insolvenz offenbar alle neue Jobs

Weiden in der Oberpfalz
03.05.2023 - 17:43 Uhr
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Für die früheren Beschäftigten von Metallbau-Korsche ist die Insolvenz ihres Arbeitgebers keine Katastrophe. Allerdings warten die Gläubiger noch auf viel Geld.

Was geschieht mit der Metallbau-Korsche-Immobilie? Diese Frage stellen sich viele Weidener.

Es war der letzte Hoffnungsschimmer: Vielleicht findet sich mit der Eröffnung des offiziellen Insolvenzverfahrens am 3. April doch noch ein Investor für Metallbau-Korsche. Das hat nicht geklappt, bestätigt Insolvenzverwalter Volker Böhm gegenüber Oberpfalz-Medien. In der Halle am Forst stehen die Maschinen still. Es werden auch nicht mehr wie ursprünglich angedacht, Restaufträge oder Arbeiten für Fremdfirmen erledigt.

"Die Leute waren von einem Tag auf den anderen weg, da sie sehr wahrscheinlich sehr schnell neue Arbeitsplätze gefunden haben", sagt Böhm. So ist es wohl, bestätigt Thomas Würdinger, der Chef der Arbeitsagentur Weiden. "Ein Teil ist erst gar nicht zu uns gekommen, auf der anderen Seite haben sich viele Arbeitgeber nach den Korsche-Leuten erkundigt", weiß er von großem Interesse an den Metallspezialisten. Korsche beschäftigte in Weiden zuletzt 85 Menschen.

Noch nicht erledigt ist die Pleite für die Gläubiger, allen voran Banken und Lieferanten. Nach Unternehmensangaben gibt es offene Forderungen in Höhe von fast acht Millionen Euro, teilt die Kanzlei des Insolvenzverwalters mit. Die aktuell angemeldeten Forderungen belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Frist zur Anmeldung läuft noch bis 1. Juli.

Was mit der Immobilie geschieht, ist ebenfalls offen. Sie gehört nicht der Firma Korsche, sondern wohl dem bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Jörg Bayer, der eine Immobilien- und Beteiligungsfirma in Weiden hat. Bayer war am Mittwoch nicht zu erreichen. Interessant wäre die Frage, ob er den Korsche-Bau verkauft. Marktbeobachter schätzen die ehemalige Betriebsstätte auf einen Wert von grob drei Millionen Euro.

Insolvenzverwalter Böhm sagt, dass seit Bekanntwerden der Probleme bei Korsche fünf bis sechs Unternehmen Interesse gezeigt hätten, die Firma zu übernehmen. "Da waren auch sehr namhafte und überregionale dabei." Wegen der unsicheren Lage auf dem Bau hätten sie aber letztlich einen Rückzieher gemacht, einer habe auch wegen des in der Insolvenz geltenden Kündigungsschutzes nicht einsteigen wollen.

Böhm rechnet damit, dass die erwartete Konjunkturdelle im Bausektor wegen steigender Zinsen noch mehr nordbayerische Firmen ins Schlingern bringen könnte. Wohlgemerkt könnte. Denn auf der anderen Seite könnten Immobilienpreise sinken. Zudem bleibe der Wohnungsbaubedarf hoch und seien Bauträger breit aufgestellt. Vom Thema Energie, Heizungserneuerung, Dämmung könnte wiederum das Baunebengewerbe profitieren.

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