18.10.2020 - 19:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar: Die zweite Welle als menschliches Versagen

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Die Coronazahlen steigen, die Politik wirkt zunehmend hilflos. Schuld sind aber die Menschen, die es gut meinen, sich mit den Regeln aber immer schwerer tun, kommentiert ein pessimistischer Wolfgang Würth.

So hilft die Maske nicht.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Es ist das Bild zur zweiten Welle: Erschienen ist es vergangene Woche in einer Lokalausgabe dieser Zeitung: Ein Bürgermeister verabschiedet den Seniorenbeauftragen der Kommune in der "ehrenamtlichen" Ruhestand. Obwohl der Senior zur Risikogruppe gehört, berühren sich bei der Übergabe des Präsentkorbs fast die Hände. Der Bürgermeister trägt keine Maske, dem Senior hängt sie unterm Kinn. Optisch fragwürdig und medizinisch sinnlos.

Dabei hat sich der Bürgermeister in der Krise bisher nicht als leichtsinnig hervorgetan, eher als Mahner. Aber nicht nur ihm fällt es offensichtlich immer schwerer, sich an die Vorgaben zu halten. Alle wissen, dass Reisen das Risiko erhöht. Aber mein so hart erarbeiteter Herbsturlaub ist doch nicht entscheidend? Klar, Abstand ist wichtig, aber der Abend ist so lustig und das dritte Glas Wein so gut - man rückt automatisch näher zusammen.

Es sind diese so nachvollziehbar-menschlichen Schwächen, die nichts Gutes für die kommenden Monate vermuten lassen. Die Politik erweist sich zunehmend als machtlos. Helfen würde ein echter zweiter Lockdown, der ist aber weder vermittelbar, noch würde z. B. die Gastronomie eine erneute Vollbremsung überleben. Was bleibt sind Symbole: Fußgänger müssen in Innenstädten Masken tragen, dürfen sie aber absetzen, sobald sie sich unterm Heizpilz eines Cafés niedergelassen haben. Man sollte nicht zu lange über den Sinn solcher Vorgaben nachdenken. Das Ergebnis des Nachdenkens würde uns wohl nur beunruhigen.

Die Corona-Pandemie in Zahlen

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