29.11.2021 - 18:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar zu Corona: Die Pandemie zerstört die Gesundheitsversorgung

Viele Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern fühlen sich überlastet. Vor ihnen liegt nun erneut ein harter Corona-Winter. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Pflegekräfte versorgen einen Covid-19-Patienten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Die Intensivmedizin steckt in der Falle, warnt Professor Michael Hallek. Der Internist von der Universitätsklinik Köln kritisiert zu Recht, "dass wir so tun, als sei alles okay, wenn die Intensivmedizin mit den Covid-Patienten gerade eben noch klarkommt". Mitnichten. "Die Intensivstation ist für die Menschen eine Folter", legt er nach. Das sei ein Ringen um Atemluft, um die Atmung, um Sauerstoff oder das Leben. Für Hallek unakzeptabel. Denn bei Corona gehe es um eine Krankheit, die sich durch Impfen und durch Hygienemaßnahmen wirkungsvoll verhindern lasse.

Doch nicht nur die Intensivmedizin, das ganze Krankenhauswesen steckt in der Falle. Eine Falle, die ihr die Politik und Gesellschaft gestellt haben. Es ist falsch zu glauben, dass die Auslastung des Gesundheitswesen der Maßstab für die Bekämpfung der Pandemie ist. Denn dabei blieben zu viele auf der Strecke. Was ist mit Krebspatienten, deren Operation verschoben wird und deren Krebs deshalb im Körper streuen kann? Was ist mit dem Schlaganfallpatienten, für den stundenlang ein Intensivbett gesucht werden muss?

Was ist mit den Beschäftigten in den Kliniken? Was ist, wenn noch mehr Pflegekräfte und Ärzte wegen der Belastung in der Corona-Pandemie das Handtuch werfen? Schon heute sind viele Intensivbetten nicht betreibbar, weil das Personal fehlt. Am Ende verliert das deutsche Krankenhaussystem seine Leistungsfähigkeit. Den Preis dafür zahlen alle – noch lange nachdem die Corona-Pandemie zu Ende ist.

So ist die Belastung auf den Intensivstationen

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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