15.05.2020 - 19:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar zum Bundesliga Neustart: Das Virus dribbelt mit

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Fast zwei Monate kein Fußball, die Vorfreude sollte riesig sein. Aber völlig ungetrübt ist die Erwartung vor dem Neustart der Bundesliga doch nicht. Das Coronavirus lässt sich einfach nicht verdrängen, findet Rudi Gebert.

Der Ball kehrt zurück. Die Zuschauer vorerst nicht.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil
Kommentar

Es ist soweit, ab Samstag rollt in den Bundesligen wieder der Ball. Fußball ist die mit Abstand beliebteste Sportart in Deutschland, doch was den Neustart mit Geisterspielen betrifft, ist die Nation gespalten. In Umfragen spricht sich sogar eine Mehrheit gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus.

Die einen freuen sich, dass es endlich wieder losgeht, die anderen meinen, es sei viel zu früh. Für die Befürworter kehrt nach wochenlangen Corona-bedingten Einschränkungen ein Stück Normalität zurück. Nicht wenige Gegner sehen im Re-Start nur das Ziel, das Millionenspiel Profifußball vor dem Zusammenbruch zu retten. Schließlich geht es um TV-Gelder, ohne die einige Vereine in ihrer Existenz bedroht wären.

Die Deutsche Fußball-Liga will die Saison unbedingt sportlich auf dem grünen Rasen entscheiden. Doch bei den Geisterspielen unter strengen Hygiene-Vorschriften dribbelt ein unsichtbarer Gegner mit - das Coronavirus. Es gibt zwar Verhaltensregeln - verboten sind unter anderem Rudelbildung, Umarmung beim Torjubel oder Ausstoß von Speichel (Spucken) -, doch Fußball ist ein Kontaktsport. Was im täglichen Leben von jedem verlangt wird, nämlich Abstand zu halten, ist unmöglich. Sollten bei den regelmäßigen Kontrollen Spieler oder Funktionäre positiv getestet werden, droht einzelnen Personen oder dem gesamten Verein eine 14-tägige Quarantäne. Dann bricht das Konzept zusammen.

Sollte der Worst Case eintreten und die Saison abgebrochen werden müssen, droht wegen der noch ungeklärten Abstiegsfrage ein erbitterter Kampf. Mit der von den Vereinen lange beschworenen Solidarität ist es nicht mehr weit her. Denn Solidarität hört an jenem Punkt auf, an dem ein Klub einen Nachteil hat. Das zeigen die heftigen Auseinandersetzungen der letzten Tage nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der 2. und 3. Liga.

Für den SSV Jahn ist es nicht das erste Geisterspiel

Regensburg
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