19.03.2021 - 15:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klinikum Weiden: Mehr jüngere Patienten auf Intensiv

Während sich auf der Isolierstation für Corona-Patienten eine Entspannung andeutet, hat das Pflegepersonal auf der Intensivstation gut zu tun. Dort müssen aktuell vor allem jüngere Patienten versorgt werden.

Am Klinikum Weiden werden aktuell auf der Intensivstation 15 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Eigentlich sind es gute Nachrichten. Seit einigen Tagen werden am Klinikum nur noch auf einer Station Covid-19-Patienten versorgt, und zwar auf der Infektionsstation im Neubau. Im Januar mussten noch zwei Normalstationen vorgehalten werden. „Die Situation hat sich hier im Vergleich zu den Vorwochen merklich entspannt“, sagt Michaela Hutzler, Medizinische Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Aktuell werden 14 Corona-Patienten stationär behandelt, in Tirschenreuth 30.

Intensivpatienten werden jünger

Anders die Situation auf der Intensivstation. „Hier hat sich die Lage nicht entspannt und die Belastung des Personals ist bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch.“ 15 Patienten müssen hier intensivmedizinisch behandelt werden (Tirschenreuth: 5). Dabei handelt es sich mittlerweile in der Mehrheit um jüngere Patienten, wie Klinikum-Sprecher Michael Reindl auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien ergänzt. Ein Hauptgrund hierfür seien sicherlich die bereits erfolgten Impfungen von Patienten aus Seniorenpflegeheimen und älteren Patienten im allgemeinen. Rund zwei Drittel der Intensivpatienten in Weiden seien an der britischen Virusmutation erkrankt. Auch das spiegle den bayernweiten Trend wider, so der Sprecher. Die Mutationen stehen in Verdacht bei jüngeren Menschen oftmals heftigere Krankheitsverläufe auszulösen.

Die Situation werde beobachtet und täglich neu bewertet, sagt Hutzler. Sowohl auf den Normalpflegestationen als auch auf der Intensivstation werden Kapazitäten für Covid-19-Fälle sowie für traumatologische und neurochirurgische Patienten freigehalten. „In den nächsten Tagen wollen wir auch wieder verstärkt elektive Eingriffe (aufschiebbare OPs, Anm. d. Red.) durchführen.“

Vorsorge wird vernachlässigt

Sorgen bereitet der Medizinischen Direktorin die Entwicklung, dass seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 die Patientenzahlen in vielen Bereichen deutlich niedriger sind als im Vorjahr. Die Vorsorge und das Abklären von Beschwerden sei jedoch ein wichtiger Grundstein für die Gesundheit. Nicht oder zu spät erkannte Erkrankungen hätten meist schwerwiegendere Folgen, so Hutzler.

Verlängert wurde der Einsatz der Bundeswehrsoldaten. Noch bis zum 19. April unterstützen und entlasten sie das Pflegepersonal der Kliniken Nordoberpfalz, unter anderem im eigenen Impfzentrum. Hier hätten bis jetzt 1650 Mitarbeiter eine Impfung erhalten, mehr als 900 bereits die Zweitimpfung.

Das Krankenhaus Kemnath und die Geriatrische Rehabilitation in Erbendorf sind weiterhin coronafrei. Noch immer gilt im Klinikum ein Besuchsverbot. Ausnahmen: bei Geburten, Besuch von Schwerkranken und Palliativstation.

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