03.11.2020 - 17:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kleiderkammern in Weiden und der Region: Gut gefüllt, aber geschlossen

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Im November sollte nach einem Umzug Eröffnung sein. Doch die Türen des Second-Hand-Shops des Caritas-Kreisverbandes Weiden-Neustadt bleiben vorerst zu. Auch anderen Kleiderkammern diktiert die Corona-Pandemie, was geht und was nicht.

Die Kleiderkammer des Caritas-Kreisverbandes Weiden ist in die Bismarckstraße 21 umgezogen. In der Corona-Pandemie bleibt sie vorerst geschlossen. Für die ehrenamtlichen Helfer gab es von Kreisgeschäftsführer Daniel Bronold (nicht im Bild) und Rebecca Müller (rechts) zumindest ein Dankeschön für (von links) Jörg Bier, Alma Schmidkonz, Gertrud Diermeier und Rita Bier.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

"Leider können wir unsere Eröffnung nicht so gestalten wie geplant", bedauert Rebecca Müller von der Verwaltung des Caritas-Kreisverbandes Weiden-Neustadt. Ende Oktober ist die Kleiderkammer in neue Räume in der Bismarckstraße 21 in Weiden umgezogen. In dieser Woche wollten sie eröffnen. Das Coronavirus verhindert es. Erst stiegen die 7-Tage-Inzidenzen, dann kam der "Lockdown light" seit 2. November.

Regale sind gefüllt

Die Regale im Untergeschoß seien gut gefüllt, sagt Müller. Außer Kleidung fänden Bedürftige auch jegliches Zubehör für den Haushalt. "Unser Flohmarkt ist für alle offen, die gute und günstige Sachen brauchen", ergänzt Rita Bier. Die ehrenamtliche Helferin engagiert sich seit Jahren für die Einrichtung und half auch jetzt wieder beim Einräumen.

Zumindest die nächsten vier Wochen bleibt die Tür zu. "Eine Anlieferung von Kleidung ist jedoch möglich", sagt die Caritas-Verwaltung. Müller bittet um telefonische Anmeldung, denn sonst lande "zu viel Müll vor unserer Tür". "Da wir für dann die Entsorgung aufkommen, müssen leider Gelder verwendet werden, die eigentlich für Hilfesuchende gedacht sind." Deshalb haben die Helfer ein Anliegen: Es sollten wirklich nur gut erhaltene Kleidung und gebrauchsfähige, saubere Gegenstände abgegeben werden.

Bis zu 40 Besucher täglich

Während der ersten Coronawelle im März geschlossen, hatte die Kleiderkammer des Arbeitskreis Asly in Eschenbach seit Mai wieder geöffnet. "Seit letzter Woche haben wir aber wieder zu", teilt Fritz Betzl aus Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. "Es ist ein Auf und Ab, aber müssen ja auch unsere Leute schützen. Das wäre verantwortungslos, wenn wir öffnen würden." Auch wenn es Betzl für die Hilfesuchenden, vor allem Flüchtlinge und Hartz-IV-Empfänger, leid tut. Anfangs noch etwas zögerlich, hätten in den vergangenen Wochen immerhin 30 bis 40 Personen täglich die Kleiderkammer aufgesucht. Vor allem Kinderkleidung, Herrenanzüge, Bettdecken und Sportkleidung seien gefragt, so Betzl.

Der SPD-Kreisrat war 2014 Mitinitiator des Second-Hand-Shops. Angefangen im katholischen Pfarrheim, füllen die gespendeten Sachen mittlerweile drei Klassenzimmer und einen langen Schulgang im ersten Stock der alten "Volksschule II". Knapp zehn Ehrenamtliche packen mit an. "Wir unterstützen die ganze Region und wollen dabei keinen vergessen", sagt Betzl. Auch dem Ankerzentrum für Asylbewerber in Regensburg habe man schon mit Kleiderspenden ausgeholfen.

Betzl betont, dass der AK Asyl mit der Kleiderkammer keinen "Umsatz" mache. Eingehende Geldspenden – oder manchmal ein kleiner Obolus – würden in die Flüchtlingsarbeit des Arbeitskreises (z. B. Fahrradreparaturen) reinvestiert. Auch wenn die Kleiderkammer zumindest im November zubleibt, kann Kleidung abgegeben werden. "Es sollten aber wirklich nur Top-Sachen sein", bittet der Organisator. Wer sich informieren möchte oder Hilfe benötigt, könne ihn anrufen.

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Oberpfalz

Keine Ausgabe beim BRK

Seit März hat die Kleiderkammer des BRK-Kreisverbandes Weiden-Neustadt/WN geschlossen. Die Räume sind zu eng, um bei der Ausgabe die Abstandsregeln einhalten zu können. Ab und zu kämen noch Spenden rein, weiß Edeltraud Sperber, stellvertretende Kreisgeschäftsführerin. "Wir nehmen auch Sachen an, aber bitte nur nach vorheriger Anmeldung." Denn im Lager werde es langsam eng. Im Moment seien die Mitarbeiter dabei, die Sommerkleidung auf Winter umzusortieren.

Auch der beliebte BRK-Flohmarkt liegt auf Eis. "Das Rot-Kreuz-Haus ist geschlossen. Der BRK-Bereich ist einfach zu sensibel, schließlich wird von hier aus der gesamte Rettungsdienst gesteuert", bittet Sperber um Verständnis.

Keine AWO-Weihnachtspäckchen

Laut AWO-Kreisvorsitzender Hilde Zebisch war die AWO-Kleiderkammer in Weiden seit Mitte September wieder offen. Jetzt ist auch sie wieder geschlossen. Die Nachfrage sei in den vergangenen Wochen allerdings schwächer gewesen, als in früheren Zeiten, teilt Zebisch auf Anfrage mit. Die Kleiderkammer gibt es seit über 25 Jahren. 1992 hat der damalige Kreisvorsitzende Heinz Rehm die Einrichtung ins Leben gerufen.

Noch ganz frisch ist die Entscheidung, dass die Arbeiterwohlfahrt heuer keine Weihnachtspaketaktion durchführen wird. Rund 100 Päckchen seien jedes Jahr an Bedürftige verteilt worden. "Es tut mir so leid, weil die Menschen dann leer ausgehen. Aber bei so vielen Päckchen wissen wir nicht, wie wir das wegen Corona mit der Verteilung organisieren sollen", sagt Zebisch.

Alle gemeinsam freuen sich die Helfer der Kleiderkammern, wenn es irgendwann wieder öffnen dürfen.

Flüchtling Adama darf vorerst bleiben

Trabitz
Info:

Kleiderkammern

  • Caritas-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN, Bismarckstraße 21, Weiden. Anlieferung von Kleider- oder Haushaltsspenden nach Voranmeldung unter Telefon 0961/398900.
  • AWO-Kleiderkammer, Bahnhofstraße 32, Weiden; Telefon 0961/44266.
  • BRK-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN, Ulrich-Schönberger-Straße 21, Weiden. Annahme von Kleidung nur nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 0961/390020.
  • AK Asyl, Eschenbach, "Alte Volksschule II", Eschenbach. Annahme von gut erhaltender Kleidung. Infos unter Telefon 0151/46196364 (Fritz Betzl).

 

 

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