26.03.2021 - 09:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kino-Thriller aus Weiden mit Stars des deutschen Films

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Die Besetzung für die Verfilmung des Thrillers "Schweigend steht der Wald" rund um Weiden steht fest. Die Schauspieler haben bereits mit Bambis, James Bond und Franz Eberhofer zu tun gehabt.

Henriette Confurius wird als Anja Grimm in "Schweigend steht der Wald" eine mörderische Mauer des Verdrängens einreißen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

1999: Anja Grimm kehrt aus München in die Gegend zurück, in der sie mit ihren Eltern als Kind Urlaub gemacht hat. Ihr Vater ist dort 20 Jahre zuvor spurlos verschwunden.

Diesmal ist Anja beruflich in dem Landstrich an der tschechischen Grenze. Die Forstpraktikantin soll den Wald mittels Bodenproben kartieren. Dabei fallen ihr Stellen auf, wo einst das Erdreich ausgetauscht wurde und wo Jahre zuvor schwere Fahrzeuge fuhren, die dort eigentlich nichts verloren hatten. Als Anja beginnt, Fragen zu stellen, wird eine Frau erschlagen. Ihr Sohn, der Täter, hängt sich auf. Und im Dorf steht eine Mauer des Schweigens.

An 23 bis 25 Drehtagen löst Anja ab Mitte April das Geheimnis dahinter auf, das auf dem Roman "Schweigend steht der Wald" von Wolfram Fleischhauer basiert. Unter der Regie von Saralisa Volm entsteht daraus ein Film, der 2022/23 in die Kinos kommen soll.

Etliche Preisträger am Set

Besetzt ist er mit absoluten Hochkarätern des deutschen Films. Die Produktionsgesellschaft "Poison Film" aus Berlin enthüllt nun die Namen. Anja Grimm ist Henriette Confurius. 2015 gewann sie einen "Bambi", einen der wichtigsten deutschen Medienpreise, für ihre Rolle in dem ZDF-Sechsteiler "Tannbach - Schicksal eines Dorfes". Dabei geht es um einen Flecken an der bayerisch-thüringischen Grenze während der deutschen Teilung. Das Gesicht der Berlinerin ist außerdem aus "Bella Block", "Tatort", "Soko Wismar" oder "In aller Freundschaft" bekannt.

In "Schweigend steht der Wald" kommt Anja einem jungen Mann namens Rupert nahe. Er wird gespielt von Noah Saavedra, einem Österreicher mit chilenischen Wurzeln. Er mimte unter anderem im James-Bond-Streifen "Spectre" einen Snowboarder. Ferner ist er im Rechtsruck-Drama "Und morgen die ganze Welt" dabei, das demnächst auf Netflix zu sehen ist und beim Filmfest in Venedig im Wettbewerb war. Saavedra hatte außerdem Rollen im "Zürich-Krimi" und der Serie "Bad Banks".

Der klangvollste Name dürfte Josef Bierbichler sein. Er drehte bereits mit Herbert Achternbusch, Doris Dörrie, Tom Tykwer, Caroline Link und Werner Herzog. Der 1948 am Starnberger See geborene Bierbichler bekam 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler für seine Rolle in "Winterreise". Darin geht es um den Niedergang eines mittelständischen Unternehmers aus Bayern, der am Ende Betrügern auf den Leim geht. Eine bekannte Rolle des Oberbayern ist auch die des Kurt Landauer. Er war der erste Präsident des FC Bayern nach dem Krieg und kehrte in das Land zurück, das ihm als Juden nach dem Leben getrachtet hatte.

Robert Stadlober dürfte vielen als Bösewicht im Eberhofer-Spaß "Leberkäsjunkie" ein Begriff sein. Zudem war der Kärntner in der deutsch-österreichischen Ko-Produktion "Das Sacher" und mehreren Serienkrimis zu sehen. Für seinen Part in "Crazy" nach dem Roman von Benjamin Lebert gewann er den Bayerischen Filmpreis. In der deutschen Fassung von "Jurassic Park" lieh er Tim Murphy seine Stimme. Auch mit von der Partie: Johannes Herschmann. Er gehörte als Karl Haun zum Stamm der legendären Polizeiwache "München 7" von Franz Xaver Bogner.

Heimspiel für zwei Frauen

Mindestens ebenso hohen Wiedererkennungswert auf der Leinwand hat Johanna Bittenbinder. Ihre erste Hauptrolle war die Kommissarin im Niederbayern-Krimi "Sau Nummer 4". Auch im "Bullen von Tölz", den "Rosenheim-Cops" oder "Hindafing" zeigte die Münchnerin starke Präsenz.

Sie alle müssen für ihre Rollen den nordoberpfälzischen Dialekt studieren. Für zwei Muttersprachlerinnen ist das kein Problem. Christina Baumer, die eine Bankberaterin gibt, ist in Wiesau damit aufgewachsen. Anita Eichhorn tritt als Rezeptionistin auf. Sie hat die einheimische Sprachfärbung aus Weiden. Die gesamte Truppe wird die Gegend um das fiktive Dorf Fauenried bevölkern. Das dürfte im Kino Einigen vertraut vorkommen. Es ist Floß.

Weitere Hintergründe und Details zu "Schweigend steht der Wald"

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Komparsen gesucht

  • Die Produktionsfirma "Poison Film" sucht für den Dreh etliche Statisten: "Charaktere, echte Menschen aus der Oberpfalz, keine perfekten Kataloggesichter." Willkommen sind vor allem Frauen und Männer ab 50, auch korpulentere Erscheinungen. Eigenheiten sind gern gesehen, z.B. Brille, Rollator, besondere Frisur.
  • Wichtig wären Kinderdoubles für Henriette Confurius (etwa 8 Jahre alt) und Noah Saavedra (etwa 12) sowie ein etwa 10-jähriger Junge für eine Szene mit einer Rückblende. Für diese Szene sucht Poison außerdem zwei um die 30-Jährige, die die Eltern der Hauptfigur darstellen.
  • Unter dem Internet-Link bit.ly/komparse-weiden finden Interessierte einen Fragebogen zu Grunddaten wie Alter und Wohnort
  • Schauspielerische Erfahrung auf einer Laienbühne ist nicht notwendig, aber auch kein Nachteil
  • Die Komparsen verkörpern unter anderem Passanten, Polizisten, Straßenarbeiter, eine Kellnerin oder Kassiererin
  • Größere Szenen mit Statisten sind ein Trauergottesdienst in einer Kirche und Kneipenbesucher an einem Tisch
  • Es gibt eine Tagesgage, die sich am Mindestlohn orientiert
Noah Saavedra bandelt im Film mit der Hauptdarstellerin an.
Robert Stadlober spielt einen Kommissar.
Johanna Bittenbinder gehört zur ersten Garde bayerischer Schauspieler.
Der Geheimnisvolle: Josef Bierbichler ist in der Romanverfilmung nicht leicht zu durchschauen.

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