30.09.2020 - 12:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kinder-Reitverein Moosbürg stellt Betrieb ein

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Die Reit-Fahr-Zucht-Gemeinschaft (RFZG) Moosbürg findet nach der Kündigung des Pachtvertrages keine neue Bleibe. Das hat nun Konsequenzen und schmerzt im Jubiläumsjahr besonders.

Keine neue Bleibe in Sicht. Der Kinder-Reitverein RFZG Moosbürg stellt Ende Dezember den Schulbetrieb ein.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

"Es sieht schlecht aus." Beatrix Sünder kommt ohne Umschweife auf den Punkt. Die Schriftführerin teilt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien mit, dass es um die Zukunft des Kinderreitvereins Moosbürg nicht gut bestellt ist. Wie berichtet, war dem Reitverein von Stallbesitzer Karl Market der Pachtvertrag zum 31. März 2021 gekündigt worden. Seitdem war der Vorstand auf der Suche nach einem passenden Gelände mit Stallungen. Da sich nichts Brauchbares fand, hat sich der Verein nun entschlossen, den Schulbetrieb zum Ende des Jahres einzustellen. In dieser Woche geht ein Schreiben an die Mitglieder raus.

"Uns wurden verschiedene Objekte angeboten", sagt Sünder. "Aber teilweise lagen sie im Umkreis bis zu 50 Kilometern. Das würde viel Fahrerei für uns bedeuten und erleichtert nicht gerade die Pflege der Tiere, für die ja rund um die Uhr jemand da sein sollte. Wir würden gern in Weiden bleiben." Auch müsse der Verein die Kosten im Blick behalten. Einige Angebote waren alte Bauernhöfe, die erst pferdetauglich hätten umgebaut werden müssen. "Das ist teuer", sagt die Schriftführerin.

Schulpferde gealtert

Reitställe in der Region hätten ebenfalls Unterstützung angeboten, die man aber nicht angenommen habe. "Deren Ställe sind doch auch alle voll", sagt Sünder. Auch ein Gespräch mit Oberbürgermeister Jens Meyer verlief ohne Ergebnis. So sah man sich gezwungen, sich grundsätzlich über die Zukunft Gedanken zu machen.

"Wir haben 13 Schulpferde - vom Pony bis zum Reitpferd für Erwachsene im Stall stehen, von denen das älteste 30 Jahre zählt", erklärt Beatrix Sünder. Die Tiere seien im Moment noch fit, aber wie lange noch? Neue, jüngere Pferde seien nicht gerade billig. Eine Investition lohne sich nur, wenn der Reitbetrieb aufrecht erhalten werden kann. Auch die Auflagen seien nicht gerade wenig. Hinzu kämen der Unterhalt der Koppeln, Futter- und Tierarztkosten. "Und", sagt Sünder, "machen wir uns nichts vor, das Interesse der Kinder und Jugendlichen an der Mitarbeit nimmt ab." Sie hätten immer weniger Zeit, sich über das Reiten hinaus im Verein zu engagieren. Ein Los, das man mit vielen Ehrenamtlichen teile.

Das Ende des Schulbetriebs ist ein harter Einschnitt, trifft die Mitglieder aber nicht ganz unvorbereitet. "Manch einer hat sich in den vergangenen Wochen bereits nach einem neuen Reitverein umgesehen. Uns ist jetzt vor allem wichtig, dass die Schulpferde in gute Hände vermittelt werden. Vier haben schon ein neues Zuhause gefunden", freut sich Beatrix Sünder.

Reitplatz wird zur Wiese

Auch sei der Vorstand froh, dass sich ein Unterstützer hinsichtlich des Rückbaus des Reitplatzes an der Moosbürger Straße fand. Die Kosten im fünfstelligen Bereich hätte der Verein nicht stemmen können. Christian Beierl vom Reiterhof in Frauenricht greift hier den Moosbürgern unter die Arme und rückt mit schwerem Gerät an. "Das ist ein enormer Aufwand", bestätigt Beierl auf Anfrage, aber er helfe gerne. Gleichzeitig stellt er klar, dass er das Gelände nicht gekauft habe. "Wir stellen nur den Urzustand als Wiese her. Die verbauten Ecoraster-Bodenplatten können wir selbst auf unserem Reiterhof gut gebrauchen", sagt Beierl. Er finde es schade, dass der Schulbetrieb eingestellt werde. Die Jugendarbeit werde fehlen.

200 Mitglieder zählt die RFZG, die sich vor allem durch Aufnahmegebühr, Jahresbeiträge, Reitstunden und den Kosten von in Moosbürg privat untergestellten Pferden finanziert. Außerdem erhält der Reitverein für seine Jugendarbeit unter anderem eine Sportförderung, die mit Einstellung des Schulbetriebs künftig wegfallen werde, so die Schriftführerin.

Seit 25 Jahren sei sie im Reitverein, der 2021 das 25-jährige Bestehen feiert. "Das wird ein trauriges Jubiläum werden." Der Verein bleibe vorerst bestehen, für den 31. Oktober sei die Jahreshauptversammlung angesetzt. Dann werde alles weitere besprochen.

Der Rückbau des Reitplatzes an der Moosbürger Straße zu einer Wiese läuft. Auch der Richterturm kommt noch weg. Christian Beierl vom Reitstall in Frauenricht hat in Absprache mit dem Reitverein RFZG die Arbeiten übernommen.

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