02.04.2020 - 16:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kein Frühlingsfest in Weiden

Die Corona-Pandemie lässt der Stadt keine Wahl: Das zehntägige Frühlingsfest ist abgesagt, ebenso der Jubilatemarkt am 3. Mai. Schausteller und Händler trifft das hart. Verständnis für die schmerzhaften Maßnahmen gibt es – noch.

Riesenrad und Allround-Karussell sind beliebte Fahrgeschäfte am Weidener Frühlingsfest. Doch wegen der Corona-Pandemie fällt das Fest dieses Jahr aus.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Das für den 30. April bis 10. Mai geplante Frühlingsfest am Neuen Festplatz an der Conrad-Röntgen-Straße fällt wegen dem Coronavirus aus. Das teilt die Stadtverwaltung in einer Presseerklärung mit. "Diese Entscheidung fällt der Stadt als Veranstalterin besonders schwer", steht darin zu lesen. Doch weil die Gesundheit der Bürger "absolute Priorität" habe, sei nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt die Absage die "einzig richtige Lösung".

Die geltenden Kontaktbeschränkungen ließen sich am Frühlingsfest insbesondere in den Bierzelten und an den Fahrgeschäften nicht einhalten, erklärt Reinhold Gailer. Dem Leiter des Ordnungsamtes zufolge gelte gleiches für den Jubilatemarkt am 3. Mai. "Das fällt mit dem Verkaufsoffenen Sonntag zusammen und trifft uns deshalb hart. Aber der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter lässt sich am Marktgedränge nicht umsetzen", begründet er die Entscheidung.

Obwohl die Ausgangsbeschränkungen gegenwärtig nur bis zum 19. April gelten, habe man sich dennoch zur frühzeitigen Absage von Jubilatemarkt und Frühlingsfest entschieden. "Das ganze Fest muss aufgebaut und vorbereitet werden. Da ist ein Vorlauf von mindestens zwei Wochen nötig", sagt Geiler. "Das tut auch der Stadt weh, weil wir ein attraktives Fest sausenlassen müssen. Aber wir sind machtlos. Die Gesundheit der Menschen geht vor, und das ist das Wichtigste", erklärt der Beamte.

Bei Hans Blum macht sich der Ausfall des Frühlingsfestes direkt im Geldbeutel bemerkbar. Der Weidener Schausteller wollte mit Kinderkarussell und Imbisswagen am Festplatz auftreten. Jetzt fehlen ihm die Einnahmen. "Das Fest ist für uns Weidener das, was für die Münchener das Oktoberfest ist. Das trifft uns hart. Vor allem, weil es im Schaustellgewerbe nicht das einzige ist, das abgesagt wurde", sagt der CSU-Stadtrat.

Saisonauftakt nach dem Winter

Schmerzhaft sei auch, dass es mit dem Frühlingsfest eine 10-tägige Veranstaltung trifft, bei der besonders viele Einnahmen zu erwarten gewesen wären. "Für Weiden ist es das erste Fest der Saison. Die Leute sind ausgelaugt vom Winter, jeder freut sich - und dann das."

Verständnis hat Blum für die Maßnahmen schon: "Die Gesundheit geht vor." Aber: "Irgendwann muss auch mal wieder das normale Leben möglich sein." Viele seiner Kollegen hätten kräftig in die Fahrgeschäfte investiert. Bei den großen Schaustellern seien etliche Mitarbeiter beschäftigt. Sollte bis Juni nicht wieder Normalität einkehren, sondern auch das Sommergeschäft wegbrechen, "dann werden manche bestimmt in die Bredouille kommen", befürchtet der 56-Jährige.

Hoffnung auf Corona-Soforthilfen

Die Hoffnungen Blums ruhen nun auf staatlicher Unterstützung. "Ich habe schon am 19. März den Antrag auf Corona-Soforthilfe gestellt. Bis jetzt habe ich noch immer nichts gehört. Eine Soforthilfe ist das nicht." Der Weidener hat klare Erwartungen: "Wir Schausteller können nur hoffen, dass die Politik ihr Versprechen, schnell zu helfen, auch einhält. Ich bin gespannt."

Der Stadt selbst macht Blum keinen Vorwurf. "Ich weiß, dass der Oberbürgermeister sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Das Frühlingsfest zu eröffnen, wäre seine letzte Amtshandlung gewesen. Natürlich ist das schade." Kurt Seggewiß wird das Fest vermutlich genauso vermissen wie die Bürger.

Welche weiteren Veranstaltungen wegen dem Coronavirus ausfallen, steht hier.

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