29.09.2021 - 12:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugendtreff "Plan B" in Weiden eröffnet im Oktober

Nach dem Aus für das Weidener Schülercafé Scout nimmt der neue Jugendtreff "Plan B" immer mehr Formen an. Im Oktober soll er öffnen. Mit neuem Konzept und vielen Ideen. Ein exklusiver Blick hinter die neue Fassade.

Denise Schatzkowski und Kerstin Reintsch (von links) bereiten den Jugendtreff Plan B für die Eröffnung am 27. Oktober vor.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Die Vorfreude ist den beiden Sozialpädagogen Denise Schatzkowski und Kerstin Reintsch ins Gesicht geschrieben. Denn am 27. Oktober eröffnet der neue Jugendtreff "Plan B" in den Räumlichkeiten im ehemaligen Jugendcafé Scout am Schlörplatz. Einen neuen Anstrich haben nicht nur Fassade und Innenräume. Auch das Konzept wird ein anderes sein.

Fest steht bereits jetzt: "Plan B" wird kein Schülercafé. Getränke können dennoch erworben werden. "Ab und zu wollen wir auch kleine kulinarische Köstlichkeiten anbieten", sagt Denise Schatzkowski, dann aber im Rahmen einer gemeinsamen Koch-Aktion. "Der Jugendtreff soll ein Freizeitangebot ohne Konsumzwang sein", ergänzt Kerstin Reintsch. Generell wünschen sich die beiden, dass Jugendliche im "Plan B" ihren Interessen nachgehen können. Nischeninteressen, Subkulturen und weniger bekannte Hobbys sollen gefördert und unterstützt werden. "Bis es soweit ist, sind die Jugendlichen herzlich eingeladen, die Angebote im Juz zu nutzen", sagt sie.

Weg vom Couch-Konzept

Derzeit arbeiten Schatzkowski und Reintsch auf die Einweihungsfeier hin. Die alten Sofas haben sie aussortiert – "weg vom Couch-Konzept" – und die Wände neu gestrichen. Strahlend weiß werden diese allerdings nicht lange bleiben. "Die Gestalter-Klassen der FOS/BOS Weiden haben bereits ihre Ideen vorgestellt", verrät Schatzkowski. Bestehen bleibt das Computerzimmer. Eine gemütliche Sitzecke lädt zum Verweilen und Spielen von Brettspielen ein. Ein Piano und eine Gitarre soll zum gemeinsamen Musizieren einladen. Besonders stolz sind die beiden bereits jetzt auf die neu gestaltete Außenfassade. Graffiti-Künstler Valera Westfal aus Weiden hat sie, nach Rücksprache mit der Stadt Weiden und den Hauseigentümern neu verziert.

Unterstützung in allen Lebenslagen

Geöffnet hat der Jugendtreff in Zukunft wie folgt: Einen offenen Betrieb wird es von Montag bis Donnerstag von 15 bis 20 Uhr geben. "So können auch Schüler aus der Ganztagsbetreuung bei uns vorbeischauen." "Am Dienstag und Donnerstag von 13 bis 15 Uhr gibt es ein Jugendbüro", erklärt Schatzkowski. Hier können die Jugendlichen Unterstützung in allen Lebenslagen bekommen. Verschiedene Beratungsstellen sind dann vor Ort, können zum Beispiel bei der Berufswahl oder beim Schreiben von Bewerbungen helfen. "Hier greifen wir auf ein großes Netzwerk zurück", sagt Reintsch. Die Wochenenden sollen unter einem bestimmten Motto stehen, "Pop-up-Events" wie Flohmärkte und Poetry-Slams sind angedacht. Besondere Projekte wie Live-Rollenspiele (LARP), Programmier-Kurse oder das Schneidern von Kostümen sollen angeboten werden. Als erste Aktion steht das Zeichnen von Mangas auf Zeichenpads auf der Liste.

Enge Zusammenarbeit mit Juz

"Wir hoffen, dass unser Programm bei den Jugendlichen ankommt", sagt Kerstin Reintsch. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Theaterpädagogik. "Beim Theaterspielen werden viele soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten gefordert und gefördert", erklärt sie. "Das sind unter anderem Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Selbstbewusstsein und die eigene Fantasie."

Vom Konzept überzeugt ist auch Stadtjugendpfleger und Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Ewald Zenger. "Alle im Team sind Feuer und Flamme und freuen sich sehr auf dieses Projekt", sagt er. "Plan B" macht die Weidener Innenstadt für Jugendliche attraktiv und interessant. Sind Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Jugendtreffs nicht umsetzbar, soll das Jugendzentrum genutzt werden. "Das übergreifende Arbeiten schafft eine Verbindung zwischen beiden Angeboten", so Zenger.

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Hintergrund:

Vorgeschichte: vom "Scout" zum "Plan B"

  • Schülercafe "Scout" eröffnet 2001 im Café Dostler als Einrichtung der Jugendhilfe
  • Umzug 2011 ins ehemalige Café Schaller auf der Allee
  • Träger ist die Stadt, Betreiber von 2013 bis August 2021 das Kolping-Bildungswerk
  • Besucherzahlen: 2019: 3774 Gäste. Durchschnittlich 315 Besucher pro Monat. Januar bis 15. März 2020: 806 Gäste. Durchschnittlich 323 pro Monat.
  • November 2020: Eine Stadtratsmehrheit aus CSU, Bürgerliste, FDP/Freie Wähler, ÖDP und AfD beschließt ohne Angabe von Gründen, den Betrieb nicht mehr neu auszuschreiben
  • Januar 2021: Die SPD beantragt einen neuen Jugendtreff auf der Allee unter Regie des Stadtjugendrings
  • März 2021: Stadtjugendring veröffentlicht erstes Konzept; Juni: Stadt mietet Räume in der Bürgermeister-Prechtl-Straß bis Juni 2024

 

 

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