21.04.2021 - 19:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Impfzentrum Weiden-Neustadt: Gelieferte Impfstoffmengen noch zu gering

Die Impfkampagne in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN läuft gut. Doch sie könnte noch besser laufen, wenn es mehr Impfstoff gäbe. Es kommt immer noch zu wenig im Impfzentrum an. Auch bei den Hausärzten.

In den Impfzentren und in den Hausarztpraxen könnte mehr gegen das Coronavirus geimpft werden.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Eigentlich sollte es laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium aktuell mehr sein. 2,25 Millionen Dosen für alle Bundesländer, rund 350.000 Dosen allein für Bayern. Doch scheint wesentlich weniger vor Ort anzukommen. Das merken vor allem die vielen Helfer in den Impfzentrum. „Wir könnten noch viel mehr impfen“, ahnte es Thomas Rauch, Leiter des Impfzentrums Weiden bereits vergangene Woche.

„Es ist so. Wir können seit dieser Woche keine Volllast mehr fahren, da die gelieferten Impfstoffmengen dafür nicht ausreichen“, bestätigt Rauch am Mittwoch auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Für die Woche ab dem 26. April erwartet er 2034 Impfdosen Biontech und 500 Dosen Moderna für Erst- und Zweitimpfungen sowie 500 Impfdosen Astrazeneca für Zweitimpfungen. Insgesamt knapp 26 900 registrierte Bürger warten auf ihre Impfung.

34.831 Personen erstgeimpft

Seit 19. April seien Erstimpfungen nur noch mit dem Vakzin von Biontech und Moderna möglich. Astrazeneca werde nur noch für Zweitimpfungen von Personen verwendet, die einen 9-Wochen-Abstand zwischen dem ersten und zweiten Termin haben. Seit Beginn der Impfkampagne haben 34.831 Personen über das Impfzentrum ihre Erstimpfung erhalten, allein in den vergangenen sieben Tagen 3764. Ihren zweiten Piks haben 10.656 Personen hinter sich. 216 waren es im Impfzentrum in den vergangenen sieben Tagen, teilt Rauch mit.

Das Vakzin Astrazeneca bleibt ein Thema bei den Anrufern im Impfzentrum. „Unter 60-Jährigen raten wir, sich beim Arzt zu informieren. Sie könnten entscheiden, ob sie wieder mit Astrazeneca geimpft werden wollen oder zwölf Wochen nach der Erstimpfung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten möchten.“

Bestellungen wenig planbar

Seit 1. April dürfen auch in den Hausarztpraxen die Spritzen gesetzt werden, wobei viele Ärzte erst nach dem Osterurlaub damit anfingen. Auf Nachfrage bei den hausärztlichen Sprechern nennt Dr. Matthias Loew 1072 dokumentierte Impfungen für Weiden und der Vohenstraußer Arzt Dr. Martin Poschenrieder 2574 Impfungen für den Landkreis Neustadt/WN. Noch in dieser Woche habe es „gemischte Lieferungen“ von Astrazeneca und Biontech gegeben, sagt Poschenrieder. Einfluss nehmen könne er darauf aber nicht. Tatsächlich sei es so, dass eine Praxis nicht nur Biontech bestellen darf. „Wir haben bisher nur Mengen bestellt, aber keinen Wirkstoff“, kritisiert auch Dr. Loew das bisherige Bestellsystem. Das wurde nach Ärzteprotesten auf höherer Ebene nun geändert. „Das erste Mal dürften wir nun ab 26. April ein bestimmtes Vakzin ordern. Theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass in den Praxen bis zum 2. Mai ausschließlich Comirnaty (Biontech/Pfizer) verimpft werden darf.

Die Hausärzte müssen also den Wirkstoff und die Mengen nehmen, die ihnen zugeteilt werden. Denn, so erklärt Loew, „die Impfzentren haben bei der Belieferung mit Impfdosen Vorrang. Wir bekommen das, was übrig bleibt“. Und immer noch seien die Liefermengen weiterhin begrenzt bzw. würden Bestellmengen gegebenenfalls gekürzt, sagt Poschenrieder. Das erschwere erheblich die Planungen.

Nach wie vor gebe es viel Beratungsbedarf bei Astrazeneca. „Fachlich-medizinisch gibt es in der Gruppe der über 60-Jährigen keinen Grund ihn abzulehnen“, sagt Poschenrieder. Mit dem Phänomen der Impfscham bzw. des Impfneids wurde Dr. Loew vermehrt konfrontiert. Manche Patienten forderten ihre Impfung mit Nachdruck ein. „Ihr gutes Recht“, sagt der Arzt, aber man sollte höflich bleiben.

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Kommentare

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Harald Kilian

Es ist anscheinend leider immer noch so, dass zu wenig Impfstoff vorhanden ist.
Eines verstehe ich beim Impfzentrum Weiden dennoch nicht; wieso werden in den Außenstellen bereits Impfwillige der Priorität 3 geimpft und in Weiden nicht, obwohl es im Endeffekt ja nur ein gemeinsames Impfzentrum mit 2 Außenstellen ist...

Vielleicht kann mich hier jemand aufklären?

22.04.2021
Sebastian Käs

Angeblich weil immer noch viele Landkreisbürger aus dem Raum VOH oder Pressath durch die frühe Registrierung im Impfportal auf Weiden registriert sind und sich noch nicht umgemeldet bzw die Daten aktualisiert haben. Die beiden Außenstellen kamen ja erst später dazu.
Die so registrierten Bürger müssen dann auch ggf länger auf einen Termin in Weiden warten während sie in den Außenstellen schon dran währen.

22.04.2021