28.04.2021 - 19:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Impfzentrum und Ärzte warten weiter auf mehr Impfdosen

Noch immer sind die Impfdosen, die in Weiden und dem Landkreis Neustadt ankommen kontingentiert. Ärzte und das Impfzentrum des Roten Kreuzes hätten die Kapazitäten, noch mehr Personen den Schutz vor dem Coronavirus zu geben.

3196 Erst- und 194 Zweitimpfungen haben die Mitarbeiter des Weidener Impfzentrums in den vergangenen sieben Tagen verimpft.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Leider wird derzeit nicht genügend Impfstoff geliefert, um eine hundertprozentige Auslastung der Impfzentren zu gewährleisten", bedauert der Leiter des Impfzentrums Weiden, Thomas Rauch am Mittwoch. Auf 3196 Erst- und 194 Zweitimpfungen brachten es seine Helfer in der vergangenen Woche. Insgesamt hat das Impfzentrum damit 38.077 Spritzen mit der ersten und 11.131 als zweite Dosis verbreicht.

Die Hausärzte haben nach Aussage ihres Sprechers Dr. Martin Poschenrieder im Landkreis Neustadt in der vergangenen Woche 1636 Erstspritzen gesetzt. Insgesamt kommen die Praxen damit auf eine Zahl von 3929 Erst- und 19 Zweitimpfungen. In Weiden waren es 1072 Spritzen in der vergangenen Woche und insgesamt 1666 Dosen plus vier Zweitimpfungen, informierte sein Kollege Dr. Matthias Loew.

Weiterhin bekommt das Impfzentrum Biontech und Moderna für Erst- und Zweitimpfungen sowie Astrazeneca für Zweitimpfungen geliefert. „Johnson soll nächste Woche noch nicht dabei sein“, teilt Poschenrieder für seinen Bereich mit. Bis Dienstagmittag muss er ebenso wie Loew und alle anderen Kollegen ihre Impfstoffbestellungen getätigt haben.

Ausgeliefert an die Apotheken wird er am Montag. "Erst gegen 16, 17 Uhr wissen wir, was wir bekommen", beschreibt der Weidener, warum er erst dann die Patienten wegen der Impftermine abtelefonieren kann. Impftag ist bei ihm der Donnerstag. Der tiefgekühlte Biontech Impfstoff muss spätestens 120 Stunden nach dem Auftauen im Patienten sein. Astrazeneca hat eine längere Haltbarkeit. Die aktuelle Charge sei bis Ende Juni verwendbar, meint Loew.

Viele der Impflinge seien wirklich kooperativ und dankbar, weiß Rauch. "Sie sehen, welcher Aufwand hinter dieser ganzen Sache für alle Beteiligten steckt." Nach den Beobachtungen von Hausärztesprecher Poschenrieder begrüßten es die Patienten, dass sie in der vertrauten Praxis geimpft würden. Die Bereitschaft und Nachfrage nach Impfungen seien erfreulich hoch.

"Die Akzeptanz von Astra ist gemischt, wir registrieren aber eine steigende Anzahl von jüngeren Patienten, die gerne Astrazeneca Impfstoff bekommen würden", sagt der Vohenstraußer Mediziner. "Sie haben keine Vorerkrankungen, möchten aber bald geimpft werden, und da für Astrazeneca die Impfreihenfolge aufgehoben wurden, hoffen sie schneller dranzukommen." Das sieht Loew kritisch. Die Ständige Impfkommission habe das Mittel weiterhin nur für Patienten über 60 Jahren freigegeben. "Da wir andere zugelassene und empfohlene Präparate haben, gibt es für jüngere keinen Grund, Astrazeneca zu nehmen."

Der Leiter des Impfzentrums Rauch bedauert, dass es Menschen gebe, die sich respektlos gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerade am Telefon im Callcenter verhielten. "Seit Weihnachten geben wir unser möglichstes und bestes." Bei der Masse an Impfungen und Terminen könne man nicht jeden Einzelfall berücksichtigen. „Terminverschiebungen sind nur aus triftigen Gründen möglich.“ Jede Verschiebung ziehe weitreichende logistische Herausforderungen und Umplanungen nach sich.

Die nächste Säule der Impfkampagne, die Einbeziehung der Betriebsärzte wurde außerhalb von wenigen Modellprojekten in Bayern noch nicht flächendeckend gestartet. "Ich glaube, dass das funktionieren wird. Betriebsärzte sind es gewohnt, 200 Leute schnell hintereinander zu impfen", ist sich Loew sicher. "Besondere Impfaktionen kann es derzeit leider auch nicht geben", informiert Poschenrieder. Die wenig überraschende Begründung: "Es wird nicht genügend Impfstoff geliefert."

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