09.08.2021 - 18:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Meinung: Wie die Impf-Frage die Gesellschaft spaltet

Wie haltet Ihr's mit dem Impfen? Corona-Schutz wird zunehmend zur neuen deutschen Gretchenfrage. Der Komplex hat das Zeug, die Gesellschaft endgültig zu spalten, kommentiert Wolfgang Würth.

"Bitten lassen auch Sie sich impfen!" Diese Anzeige wirbt für die Coronaimpfung. Aber nicht alle werben mit.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
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Wenn eine Zeitungsanzeige für so viel Gesprächsstoff sorgt, dann muss es um ein heikles Thema gehen. Und das tut es bei der Coronaimpfung tatsächlich. Diese Frage hat das Potenzial, die Gesellschaft zu spalten - noch stärker als dies ohnehin schon der Fall ist. Damit geht eine Gefahr einher, die ähnlich viel Sprengkraft besitzt, wie das Virus selbst.

Dabei geht es nicht ums "Ja" oder "Nein" zur Impfung - auch Tanja Schweiger und Bischof Rudolf Voderholzer stellen das "Ja" nicht infrage. Die Corona-Schutzimpfung ist alternativlos, wenn man zur "Normalität" ohne Abstand und Hygienekonzept zurück will.

Fraglicher ist schon, wie man mit Menschen umgeht, die diese einfache Wahrheit nicht akzeptieren wollen. Wie schafft es die Gesellschaft, diese Menschen nicht zu verlieren. Die Frage drängt, denn die Impfgegner sind zu viele, als dass man sie ignorieren könnte. Dazu gibt es sie in allen Schichten und Gruppen - praktisch jede Familie hat einen Onkel oder eine Tante, die vom Impfen nichts wissen will.

Ärger und Missgunst sind programmiert. Dafür muss die Konstellation gar nicht so kompliziert sein wie im Hause Aiwanger-Schweiger, wo beide Partner in der Öffentlichkeit stehen, sich nicht nur für die eigene Haltung sondern auch für die des Partners rechtfertigen muss.

Spätestens, wenn die Pandemie vorbei ist, muss deshalb die Frage auf den Tisch, wie es um den Zusammenhalt der Gesellschaft steht. Wie weit können sich Grundüberzeugungen und Ideen voneinander entfernen, ohne dass die Gesellschaft als Ganzes infrage steht. Gegen den sozialen Zerfall gibt es nämlich keinen Impfstoff.

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