26.07.2021 - 10:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Herz Jesu verneigt sich vor Ihnen": Pfarrgemeinde verabschiedet Stadtpfarrer Gerhard Pausch

22 Jahre lang hatte Stadtpfarrer Gerhard Pausch die Geschicke der Pfarrei gelenkt. Nun verabschiedete sich der Geistliche in den Ruhestand.

von Helmut KunzProfil

„Sie haben tiefe Spuren hinterlassen“, unterstrich Pfarrgemeinderatssprecher Manuel Häffner am Sonntag bei der Verabschiedung von Stadtpfarrer Gerhard Pausch in der Herz-Jesu-Kirche. „Herz Jesu sagt Ihnen einen herzliches Vergelt’s Gott und verneigt sich vor Ihnen.“ Der Geistliche hatte 22 Jahre lang die Geschicke der Pfarrei gelenkt. 14 Jahre lang war er Seelsorger einer Pfarreiengemeinschaft mit St. Johannes. Bis 2015 war er Regionaldekan.

„Was bleibt ist das, womit man sich verbunden fühlt“, sagte der 69-jährige, der zum 1. September in den wohlverdienten Ruhestand tritt, Weiden aber verbunden bleibt. „Die Kirche will Heimat sein.“ In fünf Gottesdiensten hatte sich Pfarrer Pausch in den letzten Tagen von seinen Schäflein in Herz Jesu und St. Johannes verabschiedet. Zuletzt jetzt in einem gemeinsamen Gottesdienst mit Regionaldekan Manfred Strigl. In seiner Abschiedspredigt verglich der Pfarrer das Gemeindeleben mit einem hochklassigen Fußballmatch.

Ein guter Trainer kenne seine Spieler. Er setze sie dort ein, wo sie am wirkungsvollsten seien. Auch in einer Pfarrgemeinde werde jeder gebraucht. Mit jedem habe Gott Großartiges vor. Die Aufgabe eines Trainers sei es, bei seinen Spielern Begeisterung zu vermitteln. Er setze auf Menschen, die sich was zutrauten, die andere ermutigten.

Ähnlich sei es in der Kirche. Die Botschaft Christi müsse ins heute und jetzt übersetzt werden. Die Welt habe sich verändert. Auch die Fragestellungen. Man befinde sich nicht mehr im Altertum oder Mittelalter. Die Kirche verlange nach einer Erneuerung. Was natürlich Zeit und auch Durchhaltekraft verlange. „Wer nach vorne stürmt, riskiert auch mal, im Abseits zu landen." Wie der Pfarrer mitteilte, sehe er weder Priester noch Bischöfe oder gar den Papst in der Trainerposition. „Das sind vielleicht die Spielführer.“ Sein Coach heiße Jesus.

Bei Christus als Trainer zähle nach dem Abpfiff nicht der Torerfolg. „Bei ihm zählen Fairness und ein vertrauensvolles Miteinander.“ Pfarrer Pauschs Botschaft an die Gläubigen in der Fußballersprache: „Bleibt am Ball!“ Regionaldekan Strigl sprach von einem Jubiläum. Denn vor seinen 22 Jahren in Herz Jesu sei der scheidende Pfarrer drei Jahre lang Kaplan in St. Elisabeth gewesen und habe somit die 25 Jahre in der Max-Reger-Stadt, die er mitgeprägt habe, vollgemacht.

„Du bist einfach im besten Sinne eine gute Haut“, sagte er. „Und du wusstest immer, wie sich die Menschen in ihrer Haut fühlten.“ Der Regionaldekan aus Johannistal bezeichnete seinen Amtsvorgänger als „Teamplayer, der sich mit Haut und Haaren eingebracht hat“. Allein Pfarrer Pauschs Umgang mit der Pfarreiengemeinschaft habe sich bis Regensburg herumgesprochen. Er sei ein Pfarrer der ausgestreckter Hand gewesen. „Du hast Menschen aus der Tiefe gezogen.“ Und auch das neue Pfarrheim trage seine Handschrift.

Wie Häffner betonte, wurde Pfarrer Pausch 1979 zum Diakon und Priester geweiht. Als Kaplan habe er in St. Elisabeth und St. Georg in Amberg und als Pfarrer von 1987 bis 1999 sei er Pfarrer in Altenstadt gewirkt. Während seiner Amtszeit gab es vier Primizen in der Pfarrei, drei Kapläne und drei Pfarrvikare. Unter den vielen Geschenken war auch ein Gutschein für Exerzitien in Johannistal.

Der Festgottesdienst in Konzelebration mit Regionaldekan Strigl, Pfarrvikar Achim Dittrich und Ruhestandspfarrer Andreas Uschold wurde von Chordirektor Peter Kosmus musikalisch umrahmt. Der Frauenbund hatte einen Blumenteppich arrangiert. Anschließend trafen sich Geistlichkeit und Gläubige vor dem neuen Pfarrheim zum Gedankenaustausch.

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