15.08.2021 - 13:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Flächensparoffensive Bayern mit Praxisbeispielen aus der Weidener Stadtplanung

Was heißt Flächen sparen? Ein gutes Beispiel findet sich vor der Haustür, erklärt ein Fachmann der Regierung der Oberpfalz auf Einladung des Bundes Naturschutz Weiden-Neustadt.

Als gutes Praxisbeispiel für flächensparendes Bauen gelten laut Regierung die Planungen für ein Wohngebiet auf dem ehemaligen Turnerbund-Gelände.
von Externer BeitragProfil

„Flächenverbrauch“ bedeutet nicht gleich Flächenversiegelung, sondern ist die Umnutzung von Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsfläche. Details zu diesem Leitsatz erläutert Markus Roth, Flächensparmanager der Regierung der Oberpfalz gegenüber Vertretern der Stadt Weiden beim Kulturstammtisch im Café Parapluie. Thema war die Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung und deren Umsetzung in Weiden.

Derzeit werden in der Bayern rund 10,8 Hektar pro Tag umgenutzt, so Roth. Bayern strebt aber einen Flächenverbrauch von maximal 5 Hektar pro Tag bis 2030 an. In der Oberpfalz sind 10,9 Prozent der Fläche Siedlungs- und Verkehrsfläche. Vor allem die Wohnbaufläche nahm in den letzten fünf Jahren deutlich zu. Sie nimmt über ein Drittel der neu ausgewiesenen Siedlungs- und Verkehrsfläche ein.

Um das 5-Hektar-Ziel zu erreichen, gibt es zahlreiche Planungsinstrumente, etwa den Bedarfsnachweis, den alle Gemeinden bei der Ausweisung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen beachten müssen. Eine vorbildliche Innenentwicklungsmaßnahme werde auf dem ehemaligen Turnerbundgelände in Weiden mit einem vielfältigen Mix an Wohnformen und einer verdichteten Bauweise umgesetzt.

Auch Beispiele für Mehrfachnutzungen stellte Roth vor: ein Haus auf Stelzen in Regensburg, das die Nutzungen Parken, Wohnen und Dachgarten auf einer Fläche vereint, ebenso wie einen überdachten Allwettersportplatz in Cham, der gleichzeitig als Parkhaus genutzt werden kann.

Daran anknüpfend stellte Oliver Seidel, Baudezernent der Stadt, unter Mitarbeit von Jana Janota, Leiterin des Stadtplanungsamts, die Flächensparbemühungen der Stadt vor. Dabei stand der Ortsteil Mooslohe im Vordergrund, in dem derzeit Beteiligungen und Analysen laufen, um eine verdichtete Gebäudestruktur in der Bauleitplanung zu ermöglichen. Als Basis dient der Flächennutzungsplan. Er wird derzeit novelliert und soll Ende des Jahres in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen.

In Weiden liegen rund 60 Hektar an erschlossenen Wohngrundstücken brach. Um hier eine alternative Bebauung zu ermöglichen, räume das Baugesetzbuch nach sieben Jahren Nicht- oder Fehlnutzung gewisse Handlungsspielräume ein, die durch die Kommunalpolitik mit Leben gefüllt werden könnten, erklärte Seidel. Er warb auch für mehr Effizienz in der Flächennutzung durch Nutzungsüberlagerungen, was er am Beispiel eines Stelzenhauses in München und einer Idee für die Überbauung des Parkplatzes am Keplergymnasium ausführte.

Hinsichtlich der Weiterentwicklung des Bahnhofsumfelds rechnet Seidel erst in drei bis vier Jahren damit, dass die Deutsche Bahn als Eigentümerin zu fundierten Gesprächen bereit sei. Bis dahin wolle die Bahn auch die Vorplanungen für die Elektrifizierung der Strecke abgeschlossen haben. Diese langen Zeiträume kommentierte Seidel augenzwinkernd: „Die Stadtplanung denkt nicht in Jahren, sondern in Epochen.“ Und es sei gut, auch in Zukunft noch innerstädtische Entwicklungspotenziale zu haben.

Stadtrat Hans-Jürgen Gmeiner vertrat den verhinderten Oberbürgermeister Jens Meyer. Zum Bahngeländes schlug er vor, erneut mit der Bahn das Gespräch zu suchen und eine Beprobung der Flächen auf Altlasten als Verhandlungsbasis einzubringen.

Flächen sparen: Die Situation in der Stadt Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab

 

 

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