20.07.2021 - 15:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einbrecher bittet um Entzug als "letzte Chance"

Weil ihm dieser – aus welchen Geschäften auch immer – noch 3000 Euro geschuldet haben soll, brach ein 36-Jähriger im Oktober mit brachialer Gewalt in die Wohnung eines Weideners ein. Nun stand er vor Gericht und bat um eine letzte Chance.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
von Autor RNSProfil

Ein 36-Jähriger war im Oktober in die Wohnung eines Weideners, der ihm 3000 Euro schuldig war, eingebrochen. Dort stahl er einen Plasmafernseher, versteckte ihn auf der Flucht hinter einer nahe gelegenen Hecke, wurde aber trotzdem gefasst. Nun stand er vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch.

Der von Rechtsanwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn vertretene, in Mecklenburg- Vorpommern geborene und mit 16 nach Weiden gekommene elfmal Vorbestrafte gab von Anfang an alles zu. Er bat nur um eine „letzte Chance“ in Form einer Entzugstherapie. Bei der Tat hatte er über zwei Promille Alkohol sowie einige Drogen intus gehabt. Dies mache dem Angeklagten seit dem frühesten Jugendalter Probleme, berichtete Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder, der ihn schon zum dritten Mal untersucht hatte.

Nachdem der Arbeits- und Berufslose nun Einsicht zeige („Ich werde sonst die nächsten Jahre nicht überleben“) sei es vielleicht doch sinnvoll, ihm die „letzte Chance“ zu geben und ihn in die fast zwei Jahre dauernde Therapie zu stecken.

Rechtsanwalt Schnupfhagn beantragte für seinen „nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsenen“ Mandanten ein Jahr Freiheitsstrafe. Richter Windisch und die beiden Schöffen schlossen sich mit ihrem Urteil jedoch Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Dr. Marco Heß an. Sie verurteilten den Weidener zu 21 Monaten und der Unterbringung in einer Entzugsklinik. Nächste Woche steht ein Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung gegen den 36-Jährigen an.

Ohne Maske und wohl mit gefälschtem Attest war ein 60-Jähriger bei einer Demo

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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