11.10.2021 - 13:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Drei Rauschgifthändlern drohen lange Haftstrafen

Nach einem Prozess vor dem Landgericht Weiden könnten drei junge Männer aus dem Landkreis Neustadt zwischen drei und neun Jahre ins Gefängnis müssen. Sie sollen bandenmäßig mit Rauschgift gehandelt und dabei mit 14.000 Euro jongliert haben.

Vor dem Landgericht Weiden müssen sich drei junge Männer aus dem Landkreis Neustadt wegen massiven Rauschgifthandels verantworten.
von Autor RNSProfil

Zwischen drei und neun Jahre lang könnten drei junge Männer aus dem Landkreis Neustadt ins Gefängnis kommen. Sie sitzen auf der Anklagebank des Landgerichts Weiden und sollen massiv mit Marihuana gehandelt haben. Ein Vierter mit deutscher und tschechischer Staatsangehörigkeit, der mehrfach das Zeug aus Eger herüber geschmuggelt hatte, soll ebenfalls circa drei Jahre bekommen.

Dies ergab ein zweistündiges Verständigungsgespräch der Richter Matthias Bauer und Oliver Kugler mit den Rechtsanwälten Andreas Achatz, Tobias Konze, Stephan Schütz, Oliver Plate und Rouven Colbatz sowie dem Vertreter der Staatsanwaltschaft Richard Caja.

Marihuana aus Berlin geholt

Von Mitte 2020 bis Januar 2021 hatten die drei Landkreisbürger wohl des Öfteren große Mengen Marihuana aus Berlin geholt. Fünf Mal war auch der gebürtige Tscheche Überbringer von Großmengen Marihuana aus Eger. Der Einkaufspreis lag in Berlin teilweise nur bei drei Euro pro Gramm. Weiterverkauft wurde es für acht. Die Oberpfälzer jonglierten anscheinend mit Beträgen bis zu 14 000 Euro und Mengen von mehreren Kilogramm.

Das aus Eger gebrachte Rauschgift wurde in der Wohnung des 26-jährigen Angeklagten portioniert. Der aus dem Weiterverkauf erzielte Gewinn wurde größtenteils in neue Käufe investiert. Bei einem der Angeklagten, ein 26-Jähriger, kommt laut Gericht erschwerend hinzu, dass er bereits im Januar vom Schöffengericht wegen Drogendelikten zu sechseinhalb Monaten auf Bewährung verurteilt worden war. Das hat ihn nicht daran gehindert, trotzdem weiterzumachen.

Zwei Angeklagte schnell kooperativ

Dass er im Ermittlungsverfahren, ebenso wie der 32-jährige Tscheche, schnell kooperativ gewesen sei und seine Komplizen preis gegeben habe, hielt ihm Staatsanwalt Caja zugute, der allerdings auf jeweils erheblich höhere Strafen gedrängt hätte, als das Gericht schließlich vorschlug.

Mit den Einlassungen der Angeklagten und den Zeugenaussagen geht das Verfahren am 20. Oktober um 9 Uhr weiter.

Dealer aus dem Landkreis Schwandorf schickten einen Laufburschen

Schwandorf
Hintergrund:
  • Das Gesetz ist unter Paragraf 29 Betäubungsmittelgesetz geregelt
  • Bestraft wird, wer unerlaubt anbaut, herstellt, Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft
  • Strafbar ist nicht nur der Kauf und Verkauf, sondern auch das Fördern oder Ermöglichen des Kaufs und Verkaufs
  • Strafmaß fällt wegen verschiedener Formen der Tatbegehung unterschiedlich aus
  • Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__29.html und https://www.kanzleiwehner.de/2018/06/drogenhandel/

 

 

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