16.09.2019 - 17:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

DMG Mori investiert in "up2parts" in Weiden

Ein Global Player sucht einen Partner für die digitale Zukunft. Fündig wird DMG Mori am Brandweiher. Die Investition bei "up2parts" soll vor allem ein Gewinn für Weiden sein - mit einer Arbeitsplatzoffensive.

Christian Thönes (rechts), Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG, und Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH, besiegeln die Zusammenarbeit. Mit dem Softwareunternehmen "up2parts", das aus der BAM hervorgeht, will der Maschinenbauer Fertigungsprozesse digitalisieren, vereinheitlichen und professionalisieren.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Der weltweit tätige Werkzeugmaschinen-Hersteller DMG Mori investiert beim Weidener Software-Unternehmen "up2parts". Durch die strategische Beteiligung sollen schon zeitnah 50 neue Arbeitsplätze am Brandweiher entstehen. Das teilten DMG Mori und die BAM GmbH, aus der "up2parts" hervorgeht, am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Die Beteiligung stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Die DMG Mori AG - einst bekannt unter dem Namen Gildemeister - beschäftigt laut der Mitteilung weltweit etwa 7500 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Der Konzern plane mit dem Engagement bei "up2parts", "sich wichtiges Know-how im Bereich der Digitalisierung von Fertigungsprozessen zu erschließen", heißt es weiter. "Weiden in der Oberpfalz entwickelt sich damit zunehmend zum Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz (KI) in der Fertigung."

Künstliche Intelligenz im Blick

"up2parts" ist auf die Entwicklung von cloudbasierten KI-Anwendungen in der Fertigungs- und Maschinenbaubranche spezialisiert. Die BAM beschäftigt 150 Mitarbeiter in der Dr.-Müller-Straße und stellt Bauteile aus Metall und Kunststoff mit engen Fertigungstoleranzen her, in Kleinserien oder als Prototypen.

"Die 2011 gegründete BAM GmbH (...) war und ist die ideale Entwicklungsumgebung für die 25 Softwareentwickler, die mitunter bereits seit 2017 an den KI-Lösungen für einheitliche, automatisierte und professionelle Fertigungsprozesse arbeiten", schreiben die künftigen Partner „Mit ,up2parts' entwickelt die BAM GmbH Softwarelösungen ,aus der Fertigung, für die Fertigung', und mit DMG Mori erhalten wir einen Partner, der uns den internationalen Marktzugang ermöglicht. Unserer Start-up-Kultur und agilen Arbeitsweise tut dies keinen Abbruch", wird Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH, zitiert.

Langfristig Partner

Die strategische Beteiligung des Industrieriesen betrifft nur das Software-Unternehmen. "Richtig ist, dass die BAM nicht davon betroffen ist", erklärt Marco Bauer auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Die "strategische Beteiligung" des Bielefelder Konzerns sei vom Umfang her eine Minderheitsbeteiligung. Das Engagement sei jedoch langfristig und damit strategisch angelegt. Bauer bleibt daher auch Geschäftsführer des Softwareunternehmens.

Die BAM-Neugründung hat laut Bauer etwas zu bieten, das der renommierte Werkzeugmaschinen-Hersteller suche: Künstliche Intelligenz bei Fertigungsprozessen. "Deren Strategie ist es, in der Zukunft anzukommen. Und dafür brauchen sie einen Partner." DMG Mori will laut Mitteilung sein Portfolio digitaler Angebote erweitern. Mittels Künstlicher Intelligenz sollen Beschaffung und Fertigung beschleunigt werden. Die KI lerne mit jedem Bauteil hinzu.

50 neue Arbeitsplätze

"Die Gesellschaft ist so ausgestattet, dass sie kurzfristig 50 neue Arbeitsplätze in Weiden schafft", erläutert Bauer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: Mathematiker, Physiker, Softwareentwickler, Maschinenbauer oder Analytiker. Stellen, die auch rasch besetzt würden, denn: "Das Thema ist interessant. Wir sind weltweit die einzige Firma, die über so eine Kooperation verfügt." Auch bei BAM seien binnen 18 Monaten aus 30 Beschäftigten 150 geworden. "Da mache ich mir wenig Gedanken, dass man die Leute nicht kriegt." Die neuen Jobs entstünden in den Räumen in der Dr.-Müller-Straße, wo 400 Quadratmeter neue Büroflächen vorbereitet würden.

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