25.11.2019 - 12:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dank neuer Richtlinien für Beratungsstellen wie "Dornrose": Trotz mehr Personal geringere Kosten

Der Verein "Dornrose" kann seine Aktivitäten im neuen Jahr ausbauen. Denn die Beratungsstelle wird von 1,5 auf 2 Vollzeitstellen für Fachkräfte aufgestockt. Gleichzeitig sinkt der Förderanteil der Kommunen.

K.O.-Tropfen in Cocktails: Auch zu diesem Thema hat "Dornrose" bereits eine Aufklärungsaktion gestartet.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Eine klassische Win-win-Situation", freute sich Stadtrat Florian Graf (SPD) im Jugendhilfeausschuss. "Die Stadt muss weniger zahlen und ,Dornrose' kann zugleich die Arbeit ausweiten." Ermöglicht wird das durch eine neue Richtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Sie sieht eine staatliche Förderung nur dann vor, wenn derartige Fachberatungsstellen, die auch einen Notruf vorhalten, mit mindestens zwei Vollzeitstellen für Fachkräfte besetzt sind und von wenigstens einer Kommune unterstützt werden.

Im Fall "Dornrose" erfordert das die Aufstockung um eine halbe Stelle. Gefördert wird die Einrichtung schon bisher von der Stadt Weiden sowie den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises Neustadt hatte bereits eine Woche zuvor grünes Licht für die Förderung gegeben. Das Weidener Gremium schloss sich nun einmütig an.

Dabei wird der Gesamtbetrag, den Stadt und Landkreise aufbringen müssen, sogar sinken, zeigte Dezernent Wolfgang Hohlmeier auf. Während die Gesamtförderung in der Vergangenheit rund 94 000 Euro pro Jahr betragen hat, rechnet er für 2020 nun mit einer Summe von knapp 89 000 Euro, dank der steigenden staatlichen Förderung.

"Die Gewalt gegen Frauen nimmt nicht ab und ,Dornrose' leistet hier großartige Arbeit." Für Bürgermeister Lothar Höher, der die Sitzung leitete, war es deshalb keine Frage, dass die Arbeit des Vereins weiterhin dringend notwendig ist und unterstützt werden muss. Der Verein gegen sexualisierte Gewalt will nach der Stellenerweiterung seine bisherige Präventionsarbeit und die Beratungsangebote erweitern. Gerade der Anstieg sexualisierter Gewalt per Internet oder Handy erfordere mehr Beratungsaufwand. "Dornrose" will sich verstärkt der Information und Umsetzung von Schutzkonzepten in Schulen und Vereinen widmen, ebenso wie der Beratung von Menschen mit Behinderung, die sexualisierte Gewalt erfahren haben.

Für die Bürgerliste begrüßte Stadtrat Reinhold Wildenauer außerdem den Plan, neben der Selbsthilfegruppe für Frauen künftig auch eine Selbsthilfegruppe für jugendliche Mädchen anzubieten, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Alle im Gremium waren sich darüber einig, dass die Arbeit von "Dornrose" für die Region unverzichtbar ist. Dabei hob Monika Langner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden, hervor, dass der Verein auch bei der Finanzierung eine Mammutaufgabe zu bewältigen hat. Er muss aufgrund der neuen Richtlinie nun einen auf über 16 000 Euro gestiegenen Eigenanteil aufbringen. "Das muss erst mal geschafft werden." Langner warb deshalb dafür, den Verein zu unterstützen, "wo es nur möglich ist".

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