09.03.2020 - 17:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronavirus: Stadt Weiden sagt Sportlerehrung ab

Es ist so weit: Der Coronavirus wirkt sich auch auf das öffentliche Leben in Weiden immer stärker aus. Die Stadt Weiden verschiebt die Sportlerehrung. "Eine reine Vorsichtsmaßnahme", betont Pressesprecher Norbert Schmieglitz.

Das Händedesinfektionsmittel in der Klinikum Tiefgarage ist leer. Wegen Diebstählen werden die Besucher gebeten, dieses Mittel auf den Stationen anzuwenden.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hat sich laut Schmieglitz auf Empfehlung des Klinikums und angesichts der aktuellen Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus zu dieser Vorsichtsmaßnahme entschieden. Bei der Klinikums-Cafeteria, in der die Sportlerehrung am Freitag, 13. März, abgehalten werden sollte, handele es sich um einen "sensiblen Bereich". Ein Ersatztermin werde rechtzeitig bekanntgegeben. Auch die Nachbarstadt Amberg hat ihre geplante Sportlerehrung am Montag abgesagt.

Das Klinikum selbst hat seinen für 21. März geplanten Tag der offenen Tür bereits auf 20. Juni verschoben (wir berichteten). Die für Donnerstag, 12. März, vorgesehen Informationsveranstaltung zum Thema Schlaganfall dagegen wird nach Auskunft von Pressesprecher Michael Reindl stattfinden. Zu der Veranstaltung im Besuchercafé des Klinikums werden etwa 20 bis 30 Teilnehmer erwartet. "Das ist eine überschaubare Größe."

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlene Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern und die Tatsache, dass Südtirol inzwischen zum Risikogebiet erklärt wurde, haben wohl dazu geführt, dass einige Veranstalter ihre Pläne noch einmal überdacht haben. Auch die Schulleitung des Kepler-Gymnasiums hat den für 14. März geplanten Tag der offenen Tür nun abgesetzt. Falls möglich, soll er nach Ostern stattfinden. Zwölf Schüler dieser Bildungseinrichtung hatten sich in Südtirol aufgehalten (wir berichteten).

Die Sophie-Scholl-Realschule dagegen hält an ihrem Tag der offenen Tür am Dienstag, 10. März, fest. "Es gibt an der Schule keine Gründe, um die Veranstaltung abzusagen", erklärt Konrektor Georg Hammer dazu. Auf eine Durchsage wegen der neuen Einstufung von Risikogebieten habe sich am Montag nur eine einzige Schülerin gemeldet. "Und die war in Rom. Das ist kein Risikogebiet."

Für die am Sonntag anstehende Kommunalwahl trifft die Stadt Weiden zwar entsprechende hygienische Vorkehrungen, geht aber ansonsten davon aus, dass Wahl und Wahlabend wie gehabt stattfinden können. So werden Hygieneempfehlungen ausgehängt, in den sanitären Anlagen Flüssigseife und Einmalhandtücher bereitgestellt, zudem solle auf Händeschütteln und anderen direkten Kontakt zwischen Wählern und Wahlhelfern verzichtet werden, informiert Pressesprecher Alexander Grundler. Nach der Auszählung würden die Räumlichkeiten gründlich gereinigt. Nach aktuellem Stand können sich die Kandidaten am Abend - wie gewohnt - im großen Sitzungssaal über den Stand der Auszählungen informieren. "Im übrigen verfolgen wir die weiteren Entwicklungen und werden im Bedarfsfall die erforderlichen Entscheidungen treffen."

Geplante Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind Claudia Prössl, Pressesprecherin am Landratsamt Neustadt/WN, derzeit nicht bekannt. Diese könnten aufgrund der Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums jetzt untersagt werden. Letztlich liege das aber auch in der Verantwortung der Veranstalter. Das Landratsamt verweist dazu auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Thema Coronavirus und Infektionsschutzmaßnahmen, die an alle Gemeinden des Landkreises gemailt wurden mit dem Ratschlag, Vereine und andere Organisationen entsprechend zu informieren.

"Das muss jeder Veranstalter für sich entscheiden", meint Bürgermeister Rupert Troppmann, dessen Verwaltung die Stadthalle Neustadt mit betreut. "Wir vermieten die Halle nur." Mit maximal 650 Besuchern falle die Halle außerdem nicht unter die neuen Anordnungen. Anfragen von verunsicherten Veranstaltern oder Absagen sind Troppmann nicht bekannt. Und er fügt an: "Wenn die Absage wegen des Coronavirus erfolgt, sind wir sicher so kulant, auf die Mietzahlung zu verzichten."

Keinen Grund zur Panik sieht ebenso Gerald Grosser. Der Vorsitzende des Faschingsvereins Vohenstrauß, zuständig für die Vermietung der dortigen Stadthalle mit bis zu 400 Plätzen, will an der Osterparty des Faschingsvereins festhalten. "Wir reagieren ruhig und sachlich und schauen von Veranstaltung zu Veranstaltung wie sich die Situation entwickelt."

Auf die Verantwortung der Veranstalter verweist ebenso Pfarrerin Stefanie Endruweit, zuständig für das evangelische Vereinshaus in Weiden. Absagen sind auch hier bisher nicht bekannt. Auf die Verantwortung der Veranstalter verweist ebenso Pfarrerin Stefanie Endruweitg für das evangelische Vereinshaus in Weiden. Absagen gibt es auch hier bisher nicht. Johannes Häring, Geschäftsführer der Max-Reger-Halle, hatte bereits am Freitag berichtet, dass in der Max-Reger-Halle ein Kongress und eine Feier ausfallen.

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