17.02.2020 - 19:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Weiden: "Wasserstoff wird das neue Öl"

Es gibt noch zu wenige Hersteller, und der Preis für die Ware ist hoch. Dennoch ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze überzeugt: "Wasserstoff wird das neue Öl" und in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt schauen Bundesumweltministerin Svenja Schulze Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Landtagsabgeordnete Annette Karl, Bürgermeister Jens Meyer und Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (stehend, von links) über die Schulter.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die Technik berge auch ein hohes Risiko, räumte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei ihrem Empfang durch die Stadt Weiden ein. Wasserstoff erfordere großes Ingenieurswissen. Gerade deshalb setze sie auf deutsches Know-how. Mit Blick auf die Oberpfalz hob sie hervor: Wasserstoff sei gerade für die Porzellanindustrie interessant, da diese für die Produktion hohe Temperaturen benötige.

"Erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung". Dass sich die Weidener Stadträte gemeinsam mit OTH-Vertretern bereits seit 2006 über dieses Thema Gedanken gemacht und schon einiges umgesetzt haben, zeigte Professor Magnus Jaeger von der OTH Amberg-Weiden auf. Vertreter aller Fraktionen und Dezernenten lauschten am Montag den Ausführungen im großen Sitzungssaal und nutzten die Möglichkeit, selbst Fragen an die Ministerin zu stellen.

Als Zentrum der nördlichen Oberpfalz hatte Bürgermeister Jens Meyer eingangs die Max-Reger-Stadt vorgestellt. Er dankte der Vertreterin des Bundes für das Zukunftsinvestitionsprogramm, das die energetische Sanierung von Schulen und Turnhallen ermöglicht habe. Aktuelles Beispiel sei die Realschul-Turnhalle, die 2021wieder eröffnet werde.

Verkehr, Gebäude und Bauwirtschaft bezeichnete Professor Jaeger als die Zukunftssektoren. Durch Gebäudesanierungen und ein Nahwärmenetz lasse sich viel Energie und damit Kohlendioxid einsparen. Ebenso durch den Umstieg auf E-Fahrzeuge. Die Stadt fördere das. "In Weiden gibt es inzwischen mehr Ladepunkte als E-Autos." Weiden stehe immer gerne für innovative Modellprojekte zur Verfügung, verwies er auf das OTH-Projekt "Sludge2Metakaolin". Hier würden bei der geplanten Produktion von Baustoffen die CO2-Emmissionen im Vergleich zur Zementherstellung halbiert. "Das Projekt würde gut in unser Programm ,Decarbonisierung der Industrie' passen", freute sich die Ministerin.

"Unser Ziel ist, einmal energieautark zu sein", sagte Jens Meyer in der von Roswitha Ruidisch (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit) moderierten Gesprächsrunde mit der Ministerin. Leider sei der in Weiden geplante Windpark an Widerständen der Bürger und aus Naturschutzgründen gescheitert. Schulze riet zur Bürgerbeteiligung, gestand aber ein, auch im Bund gebe es starken Widerstand. "Gerade aus der Union und aus Bayern." Die von diesen geforderte Abstandsregelung wollten die Länder nicht. "Wir brauchen einen Kompromiss."

Der von Christian Deglmann (Bürgerliste) geforderten Umorganisation der Stromtarife - günstigere Tarife für Geringverbraucher - erteilte sie eine Absage. "Wir wollen ja mehr E-Autos und mehr Strom in der Produktion." Zustimmung erfuhren dagegen Karl Bärnklau (Grüne), der sich für steuerbare Stromzähler aussprach und Roland Richter (SPD), der den Wunsch der Stadtwerke weiterreichte, Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien zu beschleunigen.

Über den Energieleitfaden von Weiden und bereits Erreichtes informierte Professor Magnus Jaeger von der OTH Weiden beim Empfang der Stadt.
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