20.08.2021 - 11:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundestagswahl 2021: Uli Grötschs Herz schlägt für die Nordoberpfalz und Berlin

Sein Oberpfälzer Dialekt ist unverkennbar, damit fällt er in Berlin auf. Uli Grötsch liebt seine Heimat Waidhaus, in der Bundeshauptstadt fühlt sich der SPD-Bundestagsabgeordnete aber auch wohl und möchte dort beruflich unbedingt bleiben.

Seit acht Jahren ist Uli Grötsch für die SPD im Bundestag. Dort möchte der Waidhauser auch bleiben und hat sich dafür einiges vorgenommen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Er ist kein Unbekannter, bereits zum dritten Mal kämpft SPD-Abgeordneter Uli Grötsch um ein Direktmandat bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 für den Wahlkreis Weiden. Zwei Mal hat er es schon geschafft, nun hofft der Waidhauser erneut auf Erfolg, denn die Arbeit in Berlin macht ihm nach wie vor Spaß – auch wenn seine Lieblingsheimat über 400 Kilometer entfernt ist.

Dass er mit seinem Oberpfälzer Dialekt in der Bundeshauptstadt oft auffällt, macht ihn sogar ein bisschen stolz: "Ich bin des Hochdeutschen durchaus mächtig, aber in Berlin hören sie, wo ich her bin, und ich versuche es auch nicht zu verbergen." Er selbst beschreibt sich als bodenständigen Menschen und Politiker, der für die Bürger "erlebbar" ist. "Das ist mein Anspruch an mich. Ich bin keiner der überkandidelten Politiker." Obwohl Grötsch durch seinen Beruf als Bundestagsabgeordneter naturgemäß viel Aufmerksamkeit bekommt, steht er nicht gerne im Mittelpunkt, wie er erzählt. "Das ist überhaupt nicht mein Ding, aber gehört zu werden schon." Aber woher kommt eigentlich der Sinn für das politische Engagement?

Gleiche Chancen für alle

"Ich komme aus einem völlig unpolitischen Elternhaus und bin zur Politik gekommen wie die Jungfrau zum Kinde." Elektrisiert worden sei er davon, den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Als "politische Mutter" bezeichnet er die ehemalige Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger, die ihn als jungen Kerl an die Hand genommen habe. Ohne sie wäre er heute nicht Bundestagsabgeordneter, betont Grötsch. Als SPD-Mann ist dem 46-Jährigen vor allem eines wichtig, er will gleiche Chancen für alle erreichen. "Wir mussten früher jede Mark umdrehen, als mein Vater gestorben ist. Ich weiß, wovon ich rede", erzählt Grötsch, der schon in jungen Jahren seinen Vater verloren hat.

Höhere Pendlerpauschale

Grötsch hofft, dass er in den vergangenen acht Jahren die Bürger davon überzeugen konnte, dass er jeden Tag sein Bestes für die Nordoberpfalz und die SPD gegeben habe. Obwohl er weiß, dass bei jeder Wahl die Karten neu gemischt werden, wünscht er sich, auch dieses Mal wieder Teil des Spiels zu sein. Für die nächsten vier Jahre hat er sich einige Ziele gesetzt. Er spricht sich beim Thema Klimaschutz beispielsweise für eine deutlich erhöhte Pendlerpauschale aus, "sodass ein höherer CO2-Preis eins zu eins durch die Pendlerpauschale ausgeglichen wird". In Elektroautos sieht er Zukunftstechnologie, die aber aus Bayern kommen sollte und recyclebar sein müsse. "Und damit einhergehend braucht es eine vernünftige Lade-Infrastruktur."

Auch das Thema Coronapandemie beschäftigt ihn natürlich: "Das Gebot der Stunde, wenn wir Corona schnell in den Griff bekommen wollen, lautet impfen. Ich bin froh, dass die Stiko (Anm. d. Redaktion: Ständige Impfkommission) eine Empfehlung für 12- bis 17-Jährige herausgegeben hat und hoffe, dass auch für die unter 12-Jährigen eine kommt." Besonders Politiker sieht Grötsch in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen und Vertrauen in die Impfkampagne aufzubauen. "Wer sich unsicher ist, soll sich bei mir melden", schlägt er den Bürgern vor. Er selbst sei bereits seit Juni zwei Mal geimpft, und ihm gehe es gut.

Ob Grötsch mit seinen Zielen ein drittes Mal für den Wahlkreis Weiden in Berlin sitzen darf, wird sich am 26. September zeigen. Seinen Arbeitsplatz in der Bundeshauptstadt möchte er aber nicht missen müssen, betont er, denn es sei eine Ehre für ihn, für seine Heimat, die Nordoberpfalz, eintreten zu können.

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Weiden in der Oberpfalz
Zur Person:

Uli Grötsch

  • Partei: SPD
  • Alter: 46
  • Familienstand: Geschieden
  • Kinder: Zwei Töchter
  • Beruf: Bundestagsabgeordneter seit acht Jahren, vorher Polizist bei der Landespolizei
  • Drei politische Kernziele: Spitzenverdiener sollen für die Kosten der Coronapandemie verstärkt zur Kasse gebeten werden; Klimaschutz und Digitalisierung miteinander verbinden; Alle Menschen sollen die gleichen Startchancen haben

 

 

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