07.05.2021 - 14:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bürgermeister Höhers Geheimnis um Gewerbeflächen mit Altlasten in Weiden

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Mit den Namen von investitionswilligen Betrieben wird die Stadt Weiden nicht hausieren gehen. Aktuell liegen Anfragen für rund 20 Hektar Gewerbebauland vor. Bürgermeister Lothar Höher verhandelt über die Aufbereitung von Altlastenflächen.

Blick auf das einstige Bahnbetriebswerk in Weiden, das zunehmend zur Ruinenlandschaft verkommt. Altlasten verhindern bisher die Verwertung der innenstadtnahen Flächen. Der Stadtrat sieht hier aber eine der wichtigsten Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings bleiben die Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Bahn schwierig.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Der Bürgerentscheid zum geplanten Gewerbegebiet Weiden-West IV hat alles verändert. Noch vor der Entscheidung am 14. Februar, fragte Karl Bärnklau, Sprecher von Grün.Bunt.Weiden, in seinem Stadtratsantrag nach Gewerbeflächen sowie Altlastensanierung. "Wir sehen Flächen, die schon Gewerbefläche waren oder werden könnten", betont er im Stadtrat.

Im Visier hat er etwa Rangierbahnhof, Porzellanfabrik Neubau und Mitras. Angegangen habe die Stadt die Sanierung aber noch nicht. "Somit lösen wir keine Probleme." Die Stadt müsse systematisch suchen. "Wir werden nicht alle Areale aktivieren können. Auf einigen sind sehr positive Entwicklungen möglich", betonte Bärnklau, der den Antrag zurücknahm, zugleich aber um "Wiedervorlage" bat. Helmut Schöner (Ausschussgemeinschaft DÖW) wollte den konkret angefragten Gewerbeflächenbedarf wissen und stieß wieder in das sprichwörtliche Wespennest.

Stadt hält dicht

"Wenn wir veröffentlichen, mit wem wir verhandeln, funktioniert eine Ansiedlung nicht mehr", erklärte Bürgermeister Lothar Höher. Aber über die Aufbereitung von Altlastenflächen werde sehr intensiv gesprochen. "Wir haben große Probleme. Bei einer Fläche bin ich dran und optimistisch." Mehr ließ sich Höher allerdings nicht entlocken. Die Altlastensanierung koste sehr viel Geld. Jedoch müsse die Stadt das Thema mit den Grundstückseigentümern angehen. "So bald es möglich ist, werden wir informieren." Höher bat Stadträte wie die Weidener um Geduld. "Sie müssen uns ihr Vertrauen geben, bis wir wirklich etwas dazu sagen können.

Gerade nach dem Scheitern von West IV gebe es jede Menge Fragen, die aber noch nicht beantwortet werden könnten, gestand SPD-Fraktionschef Roland Richter. Derzeit gebe es gesicherte Nachfrage nach 20 Hektar Bauland für Gewerbe. Dabei würden nicht kleine, sondern größere und zusammenhängende Flächen gesucht. Nach dem Scheitern von West IV rückten zwangsläufig auch kleinere Brachflächen ins Blickfeld. Gerade wenn diese Altlasten aufwiesen seien sie nicht zu vermarkten. Eine Sanierung der Altlasten sei aber ohne Förderung unmöglich. Die Grundstückskosten blieben hoch. "Wir sehen diese Flächen nicht als die eine große Alternative. West IV wäre die Chance für die Stadt gewesen, die jetzt aber nicht mehr zur Verfügung steht."

Schnell auf Investoren reagieren

Die Stadt müsse für Betriebe ein Ansiedlungsangebot machen können, betonte Wolfgang Pausch für die CSU-Fraktion. Wenn die Wirtschaft Bauflächen brauche, müsse sie die Stadt schnell bieten können. "Die Stadt hätte längst auf Vorrat Flächen schaffen müssen." Die Ausschussgemeinschaft Grün. Bunt. Weiden nenne nur Flächen als Alternative, die alle ihre Eigentümer hätten, und die eben selbst über ihr Eigentum entscheiden könnten.

"Natürlich wünschen wir uns, dass die Sanierung einfach wäre und wir die Flächen altlastenfrei stellen können. Aber wir können das alles nicht so leicht finanzieren. Dieser Realität müssen wir uns stellen. Wir haben hier noch einiges vor der Brust." Pausch regte an, den Bedarf für alle Grundstücke zu ermitteln und Gespräche "auf höherer Ebene" zu führen, um Fördergelder für Altlastensanierungen nach Weiden zu holen. "Die Stadt Weiden ist bei Altlastensanierungen immer dabei. Da schließt sich der Kreis."

Karl Bärnklau setzt auf das Einsehen und Mitmachen der Altbesitzer: "Ihnen gehören zwar die Grundstücke. Aber ohne Beseitigung der Altlasten können sie damit auch nichts anfangen." Bärnklau unterstrich, dass die Stadt ohne staatliche Hilfe die gewaltige Aufgabe nicht finanzieren könne.

Hintergrund:

Hilfe bei Altlastensanierung

  • Im Sommer legt das Bauamt die Untersuchung über Brach- und Altlastenflächen vor
  • In Weiden West IV wurden Grundstückspreise von 120 Euro erwartet, was vielen als zu hoch galt
  • Sanierte Altlastenflächen werden 400 Euro pro Quadratmeter kosten. Marktgerechte Preis sind nur mit hoher Förderung möglich

Wichtige Bereiche in der Weidener Innenstadt werden aufgewertet

Weiden in der Oberpfalz

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