26.04.2021 - 16:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bistum wird die drei Dekanate Weiden, Neustadt und Leuchtenberg zusammenlegen

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Das Bistum will die drei katholischen Dekanate Weiden, Neustadt und Leuchtenberg zusammenfassen. Wenn dieser Schritt in einem Jahr gegangen ist, folgt ein weiterer auf der Ebene der Pfarreien.

Dekan Johannes Lukas zeigt auf einer Bistumskarte die Ausdehnung des künftigen Dekanats Weiden-Neustadt, das die Gebiete der derzeitigen Dekanate Weiden, Neustadt und Leuchtenberg umfasst.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Dekanat Weiden-Neustadt, so lautet ab dem 1. März 2022 der Name der bis dahin noch getrennten katholischen Dekanate Weiden, Neustadt und Leuchtenberg. Dann endet die Amtszeit der regulären Dekane und es werden kommissarische Nachfolger eingesetzt. Die bleiben bis zur Bestimmung eines neuen Dekans sowie der anderen zu besetzenden Posten im Amt. Ursprünglich war die Zusammenlegung bereits für September 2021 geplant. Doch Corona sorgt auch hier für eine Verschiebung.

Von einem notwendigen Prozess, spricht der Weidener Dekan Johannes Lukas in St. Konrad. Allerdings spiele der hier noch nicht so eine große Rolle wie in anderen Teilen des Bistums, wo er drängender sei. „Es ist eine Sache, die wahrscheinlich notwendig ist.“ Vorsichtiger äußert sich sein in Eschenbach residierender Kollege des Dekanats Neustadt, Thomas Jeschner.

"Ich persönlich bin eher ein Fan von kleinen Einheiten", bekennt der Vohenstraußer Alexander Hösl, als Leuchtenberger Dekan. Vorteil: "Man kennt den anderen besser." Aber Hösl weiß auch, dass Wunsch und Realität zwei Seiten seien. Kräfte müsse man bündeln. Diözesanweit werde die Zahl der Dekanate reduziert und größere Einheiten werden gebildet. "Das ergibt dann aber schon riesen Konferenzen", sagt er zur praktischen Arbeit.

Einen festen Dekanatssitz werde es auch künftig nicht geben, teilt das Bistum mit. "Dekanatssitz ist die Pfarrei des Dekans." Auch die Arbeits- und Aufgabenbereiche würden sich nicht wesentlich ändern. Dekane, Regionaldekane und Dekanatsbeauftragte beispielsweise für Jugend, Schule und Liturgie seien für dann wesentlich größere Verwaltungseinheiten in den Dekanaten oder Regionen zuständig. "Wege verlängern sich, Konferenzen werden größer, Visitationen werden umfangreicher", bestätigt Bistumssprecher Jakob Schötz, dass Hösls Befürchtung in Regensburg bekannt seien.

für Eigenständigkeit auf Dauer zu klein“, begründet Schötz die Zusammenlegungen. So könnten kaum noch alle Ämter besetzt werden, die im Dekanat zu vergeben seien. Endgültig zu klein würden sie bei der anstehenden Weiterentwicklung der Pfarreiengemeinschaften. Es gäbe zu viele potenzielle Überschneidungen von Grenzen. Außerdem sehen die Verantwortlichen ohne Reform Kompetenz- und Abstimmungsprobleme. „Der Dekanatsreform wird sich bis Ende 2023 die Neuordnung der Pfarreiengemeinschaften anschließen“, kündigte Schötz an. Außerdem werde parallel an einer Neufassung der Dekanatsordnung gearbeitet.

Von der Verwaltungsstrukturänderung seien nicht nur Weiden, Neustadt und Leuchtenberg sondern alle Dekanate im Bistum betroffen. „Da bei den Zusammenlegungen auch politische Grenzen beachtet werden, bot sich im Landkreis die große Lösung an.“ Direkt spürbare Veränderungen für die Gläubigen erwarten weder das Bistum, noch die momentanen Dekane Lukas für seine rund 40 000 Katholiken, Jeschner, der im Bereich Neustadt knapp 35 000 Kirchenmitglieder zählt, und Hösl mit etwa 19 000 Gläubigen im Dekanat Leuchtenberg. Anders werde es, wenn einige Pfarreiengemeinschaften umgesetzt würden. Das geschehe, wenn Pfarrer in den Ruhestand gehen, berichtet Hösl.

Die Dekanatsreform wurde von einer Arbeitsgruppe im Bischöflichen Ordinariat vorbereitet. Anschließende Gespräche gab es in der Ordinariatskonferenz, der Regionaldekanekonferenz, der Dekanekonferenz und dem Priesterrat, wo der Plan dann verabschiedet wurde. Das letzte Wort hatte der Bischof, der sich das abschließende Votum der Ordinariatskonferenz zu eigen gemacht hat.

Das Bistum hat eine ähnliche Strukturveränderung bereits 2000 hinter sich gebracht. Damals wurden die ehemals 45 Dekanate auf 33 reduziert. Auch wenn es anfänglich Widerstände dagegen gegeben habe, hätten sich die neuen Dekanate doch schnell gefunden und dann effektiv zusammengearbeitet, erinnert Bistumssprecher Schötz. "Das erwarten wir auch diesmal, auch wenn die neuen Dekanate große Einheiten mit weiteren Wegen sein werden."

Tiefgreifende Veränderungen auch im evangelischen Dekanat

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Das künftige Dekanat Weiden-Neustadt

  • 46 Pfarreien, davon 24 in 11 Pfarreiengemeinschaften und 22 noch selbstständig.
  • 33 Pfarrer und 36 weitere Priester, Diakone oder pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
  • etwa 92.7000 Katholiken
Für den Weidener Dekan Johannes Lukas ist die Fusion der drei katholischen Dekanate Weiden, Neustadt und Leuchtenberg vor allem eine Verwaltungsstrukturreform.
Dekana Johannes Lukas verdeutlicht die Ausdehnung des künftigen Dekanats Weiden-Neustadt über den gesamten Landkreis und die kreisfreie Stadt.

 

 

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