11.08.2021 - 17:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Berufungsverhandlung bringt Bewährung

„Mit größten Bauchschmerzen“ änderte Richter Reinhold Ströhle ein Urteil des Amtsgerichts Weiden in der Berufung ab. Ein Jahr und neun Monate wegen gefährlicher Körperverletzung wurden nun „zur Bewährung“ ausgesetzt.

von Autor hczProfil

Ein 26-jähriger Weidener hatte vor knapp zwei Jahren, erheblich alkoholisiert, mit einem Anderen in einem Pilspub vereinbart, einem Dritten „eine Abreibung zu verpassen“. Diesem Mann wurde ins Gesicht geschlagen und, als er auf dem Boden lag, noch mit den Füßen auf ihn eingetreten. Er erlitt damals einen Kiefer- und einen Jochbeinbruch und musste blutüberströmt ins Klinikum eingeliefert werden.

Schon in früheren Jahren war der Angeklagte wegen Rohheitsdelikten auffällig geworden. 2014 war er zu 22 Monaten verurteilt worden, weil er zusammen mit einem Anderen einen Mann angepöbelt und dann verprügelt hatte. 2015 hatte es dann drei Jahre gegeben, weil er zuerst ein Spielzeug-Polizeiauto, dann einen Papiercontainer und zuletzt ein leerstehendes Haus am Rehbühl angezündet hatte. Zudem hatte er nachts einen Mann in der Kurt- Schumacher-Allee mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

In Therapie begeben

Nach der Verurteilung wegen der Pilspub-Schlägerei hatte der ledige Mann verschiedene Maßnahmen ergriffen, sein Leben zu ändern. Er machte ein Anti-Aggressions-Training und auch eine Drogen- und Alkohol-Therapie. Und: Er ließ durch seinen Rechtsanwalt Rouven Colbatz mit zwei Geschädigten einen sogenannten Täter-Opfer- Ausgleich vereinbaren. Die Männer erhielten 2250 und 750 Euro und eine schriftliche Entschuldigung.

Diese Bemühungen bat Colbatz in der Berufungsverhandlung der 2. kleinen Strafkammer zu berücksichtigen. Auch, dass sein Mandant nun ein festes Arbeitsverhältnis vorweisen könne und viel Geld für seine Bemühungen aufgewendet hatte. Staatsanwältin Katharina Meyer stimmte dem Antrag auf Bewährung zu und plädierte, dem Angeklagten einen Bewährungshelfer zur Seite zu stellen und ihm aufzuerlegen, die Therapien fortzusetzen.

Richter Ströhle und die Schöffen legten zudem fest, dass der Verurteilte halbjährlich nachweisen muss, dass er sich des Alkohols enthalten hat. Außerdem muss er die Therapie fortsetzen. Das erste ergangene Urteil wurde zur Bewährung ausgesetzt.

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