23.08.2019 - 17:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bach nur "gepflegt"

Stadt forscht nach und kann keinen Umweltfrevel am Herbstaugraben feststellen

Bei einer Pflegemaßnahme erhält der Herbstaugraben wieder sein ursprüngliches Bachbett. Dabei geht aber der Lebensraum am stark bewachsenen Ufer verloren.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Der Eingriff in die Ufer des Herbstaugrabens am Hammerweg ist kein Umweltfrevel, sondern eine Pflegemaßnahme. Dies ergeben die Recherchen der Stadt Weiden, die betont, dass sie die Maßnahme nicht veranlasst und nicht durchgeführt habe. Vielmehr sei der für die Entwässerungsgräben an der Waldnaab unterhaltungspflichtige Zweckverband tätig gewesen.

Bei einer Ortseinsicht durch das Wasserwirtschaftsamt und das städtische Umweltamt sei festgestellt worden, dass es sich um eine Maßnahme handele, die im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Verpflichtung zur Unterhaltung der Gewässer zulässig war. "Es wurde das Bachbett entlandet und das dabei vor Ort angefallene Material (vor allem Sand und Kiesel) am Ufer wieder eingebaut. "Ob bei der Maßnahme geschützte Biotope zerstört wurden, konnte nachträglich nicht festgestellt werden", betont die Stadtverwaltung auf Anfrage von Oberpfalz-Medien.

Den Beobachtungen und Feststellungen eines Bürgers aus dem Hammerweg, die Oberpfalz-Medien veröffentlicht hatte, widerspricht Hermann Magerl, der ebenfalls viel am Herbstaugraben unterwegs ist: "Hier von Biotop zu sprechen, ist schon sehr weit hergeholt." Beim radikal entfernten Uferbewuchs, in dem Libellen und Ringelnattern festgestellt wurden, handele es sich großteils um indisches Springkraut, welches jegliche andere Pflanzen neben sich nicht hochkommen lasse. "Die Pflanze, die noch im oberen Grabenbereich zu sehen ist, blüht, ist schön anzuschauen, bildet aber kein Biotop."

Außerdem handele es sich bei dem Graben nicht um ein Naturidyll, sondern um einen Entwässerungsgraben. Er solle das Niederschlagswasser aus den oberhalb liegenden Gebieten, auch des Hammerweggebietes, zum Flutkanal ableiten.

Damit das Wasser darin jederzeit ungehindert abfließen könne, seien gelegentlich Unterhaltungs- und Wartungsarbeiten nötig, wie auch bei anderen Bauwerken. Es sei lediglich der ursprüngliche Bachquerschnitt wieder hergestellt worden, was man an der unteren Uferbefestigung auch sehen könne.

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