26.06.2019 - 11:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ausstellung zu Inklusion im Neuen Rathaus eröffnet

Nach wie vor gibt es in der Gesellschaft die Ausgrenzung von Minderheiten oder Gruppen. Eine Ausstellung im Neuen Rathaus macht dies zum Thema – und versucht es zu ändern.

Als Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident begrüßt Lothar Höher die Besucher der Ausstellungseröffnung.
von Siegfried BühnerProfil

Sei es die Hautfarbe, eine psychische Krankheit oder die Religion: die Ausgrenzung von Menschengruppen gehört nach wie vor zum Alltagsgeschehen. Sozialpsychologen sprechen dabei von Stigmatisierung, weil Menschen dabei aufgrund eines einzigen persönlichen Merkmals abgewertet werden. Je mehr man sich dies bewusst mache, desto größer die Chance auf Verhaltensänderung. Genau dies will die Ausstellung „Inklusion, ein Teil des Ganzen“ erreichen. Vom 26. Juni bis zum 4. Juli ist sie im Foyer des Neuen Rathauses zu besichtigen.

In einer Feierstunde mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und zahlreichen sozialen Organisationen wurde die Ausstellung jetzt eröffnet. Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher betonte, dass sich die Ausstellung „das hohe Ziel Inklusion gesetzt habe“. „Solange wir auf diesem Weg sind, machen wir es richtig“, ergänzte Höher. Und er verwies auf Ausgrenzung von Millionen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR-Vergangenheit. Besucher, Praktikanten und Personal der Sozialteam-Tagesstätte "Oase" haben die Ausstellungsteile in einem gemeinsamen Projekt gestaltet und geschaffen. Die Organisatoren wollen dabei nicht nur künstlerische Werke präsentieren, sondern vor allem die Besucher aktiv in Ausstellungselemente einbinden und so zum Reflektieren des eigenen Verhaltens beitragen.

Für den Behindertenbeauftragten der Stadt Weiden, Alexander Grundler, soll die Wahl des Ausstellungsorts zeigen, dass „dieses Thema symbolisch in die Mitte unserer Stadt rückt“. Grundler stellte auch fest: „Mit dem Abbau von Barrieren im Kopf beginnt alles. Dazu braucht es allerdings Mut und Wille." Als Vertreter des Sozialteams, der Trägerorganisation der Oase, waren die Geschäftsführer Christian und Peter Weiß zur Ausstellungseröffnung gekommen. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass häufig die Gefahr bestehe, die eigene Identität durch Abgrenzung gegenüber anderen zu bilden. Stigmatisierung sei vor allem eine Grunderfahrung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Nach den Übergriffen auf Flüchtlingsheime gehe gerade bei psychisch Kranken die Angst um, dass solche Dinge auch mit ihnen geschehen könnten.

Die Entstehungsgeschichte der Ausstellung schilderte Ursula Hösl, Leiterin des Soziotherapeutischen Zentrum Nordoberpfalz (STZ), zusammen mit den Tagesstättensprechern Gabi Plischke und Georg Ram. Angefangen habe alles vor zwei Jahren, als die Oase beim "Kunstgenuss bis Mitternacht" Action-Painting angeboten habe. Um nicht nur das Bild alleine auszustellen, sei die Idee für eine umfassende Ausstellung zum Thema Inklusion entstanden. Das Projekt "Demokratie leben" habe die finanzielle Basis geschaffen. Entstanden sind in monatelanger Arbeit Ausstellungsstücke, bei denen auch Sperrmüll-Teile verarbeitet wurden. Die Einzelthemen der Ausstellungsteile sind überschrieben „Vermauert“, „Mauern mal anders – Ein neues Bauwerk entsteht“ „Vermischt“, „Verrückt“ „Verwirrt“ und „Spiegel“. Grundsteine einer Mauer wurden bei der Eröffnung gelegt. Besucher sollen diese mit eigenen Botschaften weiter gestalten. Auch Schulklassen ab Stufe sieben sind eingeladen. Die öffentliche Abschlussveranstaltung ist am 4. Juni (16 Uhr) im Neuen Rathaus.

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