09.06.2021 - 09:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aufgegeben: Kein Erdbeerfeld mehr in Weiden

Bezahlt wird eh nur, was auf die Waage kommt. Also raus auf die Erdbeer-Felder, um sich den Bauch mit den süßen roten Früchten vollzuschlagen. Die Erdbeer-Fans aber müssen nicht nur warten.

Schon groß, aber noch grün. Etwa zwei Wochen brauchen die Erdbeeren auf dem Schirmitzer Feld noch, bis sie auch rot und süß und damit erntereif sind.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Um bis zu drei Wochen wird sich die Ernte der Erdbeeren verzögern. Daran sind die Temperaturen schuld. Doch wer Geduld hat, darf sich im diesem Jahr auf besonders schöne und große Früchte freuen. Wenn man denn die Felder findet. Das Angebot schrumpft hier wie der Schnee in der Sonne. Aus dem Kreis der Erdbeeren-Farmer haben sich die Betriebe Wolf (mit Flächen in Vohenstrauß und Reichenau) sowie Uebelhack in Neustadt am Kulm verabschiedet.

Die Weidener Erdbeer-Liebhaber werden vergeblich in Neunkirchen suchen. Die beliebten Erdbeeren-Felder in Neunkirchen (meist an der Straße runter nach Wiesendorf) blieben in diesem Jahr unbestellt. Christian Bösl aus Erbendorf, der die Plantage betrieb, konzentriert sich auf die Flächen in Störnstein, Hirschau, Erbendorf, Münchberg und Euben-Pferch bei Bayreuth. In spätestens zwei Wochen seien die Erdbeeren ihres Betriebes reif, betont die Seniorchefin weiter, die vor allem auf die viele Arbeit verweist, die die Plantagen machten.

In Schirmitz und Störnstein

Das nächste Feld, das die Weidener erreichen können, liegt somit bei Schirmitz (am Sportplatz), vor den Toren der Stadt. Anton Baumann, Landwirt in Nabburg, betreut und betreibt die Fläche. "Vor Mitte Juni wird das mit dem Verkauf nichts, eventuell können wir erst ab 20. Juni aufmachen", erklärt er gegenüber Oberpfalz-Medien. "Der Boden war lange nass, kühlte nachts stark aus. Es dauert, bis er sich wieder erwärmt." Die Erdbeeren "im Tunnel", also unter Folien, zu ziehen, rentiere sich in unserer Region nicht. "Die Rheinländer und Badener sind aufgrund der klimatischen Bedingungen immer noch wesentlich früher auf dem Markt." Unterm Strich, so betont Anton Baumann, der insgesamt auf acht Hektar Erdbeeren angebaut hat (neben Schirmitz auch noch in Unteraich bei Nabburg, Wackersdorf, Wolfering/Fensterbach sowie in Wernberg-Köblitz), habe die große Feuchtigkeit den Feldern und den Erdbeeren gut getan. Die Früchte seien heuer besonders groß ausgebildet.

Große Früchte warten auf Sonne

"Jetzt brauchen wir höhere Temperaturen, damit sich auch noch schön rot und süß werden." Seit drei Jahrzehnten ist Baumann Erdbeeren-Bauer. "Das war damals ein Versuch, und ich bin dabei geblieben. Wir hatten auch mal Flächen bei Vohenstrauß. Es hat sich nicht rentiert." 15 Mitarbeiter betreuen in der Verkaufssaison die Verkaufsstellen auf den Feldern. Allerdings räumt auch Baumann ein, dass er keinen Nachfolger für seinen Erdbeeren-Betrieb habe. "Gehe ich in einmal Rente, geht's mit den Erdbeeren bei uns nicht mehr weiter." Die Fahrten zu den Erdbeeren-Feldern dürften dann wohl noch länger werden.

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Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Erdbeeren: Mehr als Zucker und Wasser

  • Erdbeeren bieten mehr als nur Fruchtzucker und Wasser.
  • Die Beeren stecken voller gesunder Inhaltsstoffe, sind kalorienarm und enthalten auf 100 Gramm gerechnet mehr Vitamin C als etwa Zitronen oder Orangen.
  • Sie liefern Zink, Eisen, Kalium, Kalzium und Folsäure.
  • Die empfindlichen Früchte werden in der Botanik als Sammelnussfrüchte bezeichnet. Die Pflanze zählt zu den Rosengewächsen
  • Die Pflanze zählt zu den Rosengewächsen.
  • Eigentlich sind die kleinen gelben Körner auf der Oberfläche der Erdbeeren die Früchte.
  • Der rote, aromatische Teil der Erdbeeren, den alle genießen, ist eigentlich ein Teil der Blüte.

 

 

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