17.09.2019 - 15:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

50 Millionen Euro für die Kliniken Nordoberpfalz

Die Kliniken Nordoberpfalz AG brauchen selbst eine Spritze. Eine Finanzspritze. Insgesamt 50 Millionen Euro ist das "Medikament" teuer. Die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt/WN haben bereits zugestimmt. Tirschenreuth fehlt noch.

Der Aufsichtsrat der Kliniken AG hat dem neuen Finanzierungsmodell bereits zugestimmt. Ebenso die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt/WN. Jetzt fehlt noch der Landkreis Tirschenreuth.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Statt mit einer Bürgschaft sollen die drei Träger des Krankenhausverbundes die Aktiengesellschaft mit einem Darlehen unterstützen. Dabei geht es um 50 Millionen Euro, die sich wie folgt aufteilen. Die Stadt Weiden ist mit 25,5 Millionen Euro dabei, der Landkreis Neustadt mit 750000 Euro. Stadtrat und Kreistag haben bereits zugestimmt. Damit fehlen noch 23,75 Millionen Euro, die der Landkreis Tirschenreuth einbringen soll. Hier fällt die endgültige Entscheidung in der nichtöffentlichen Kreistagssitzung am Donnerstag dieser Woche ab 9.30 Uhr.

Wie der Tirschenreuther Landrat Wolfgang Lippert am Montag gegenüber Oberpfalz-Medien mitteilte, habe der Aufsichtsrat der Kliniken AG inzwischen dem neuen Finanzierungsmodell zugestimmt. Er persönlich hoffe sehr, dass der Kreistag sich nicht querstellt. "Das wäre total kontraproduktiv." Die Verunsicherung beim Personal würde noch zunehmen. Lippert setzt darauf, dass Ruhe und Stabilität im Unternehmen einkehren und das medizinische Knowhow wieder in den Vordergrund rückt. Unterdessen wurde bekannt, dass ein Aufsichtsrat aus dem Stiftland das Kliniken-Gremium verlassen will. Offizielle Bestätigungen gab es dafür bis Dienstag noch nicht.

Dass die Finanzspritze dringend notwendig ist, zeigt schon ein Blick auf die finanzielle Situation des laufenden Jahres.Ersten Hochrechnungen zufolge muss man wohl erneut mit einem Defizit von rund 3,5 Millionen Euro rechnen. "Mindestens", sagt der Landrat. Er verweist auf einen nicht zu erwartenden Patientenschwund, der im Laufe des Jahres um sich gegriffen hat. Er betrifft nicht nur die nördliche Oberpfalz, sondern fast alle Krankenhäuser. Erklärungen dazu gibt es bisher noch nicht.

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