30.11.2020 - 17:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

50 Millionen Euro für Corona-Therapie: Förderpaket auf Oberpfälzer Initiative

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Alle Welt redet über einen Impfstoff gegen das Corona-Virus. Kaum jemand spricht über moderne, wirksame Therapien gegen Covid 19 - im Ringen um das Leben und die Gesundheit der schwer erkrankten Patienten auf den Intensivstationen. Eine hoffnungsvolle Initiative kommt nun aus der Oberpfalz.

Der Landtagsabgeordnete Tobias Reiß.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Die eigene schwere Immunerkrankung vor mehreren Jahren sowie der persönliche Kontakt zu Medizinern und Wissenschaftlern riefen den Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion, Tobias Reiß (CSU), auf den Plan. Der Abgeordnete aus dem Stimmkreis Tirschenreuth gewann nicht nur die Unterstützung der CSU-Gesundheitspolitiker wie Marcel Huber und Bernhard Seidenath, sondern auch von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und CSU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Kreuzer: für ein 50 Millionen Euro schweres Förderpaket zur raschen Entwicklung innovativer Therapeutika.

"Wenn wir die Corona-Pandemie erfolgreich bekämpfen wollen, müssen wir auch Geld für Therapien in die Hand nehmen. Es ist für die Gesundheit der Menschen gut angelegt", erklärt Reiß. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt er, dass die Koalitionsfraktionen bereits am Mittwoch einen Dringlichkeitsantrag zur "Bayerischen Therapiestrategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie" in den Landtag einbringen werden. Am heutigen Dienstag werden die Details bei einer Pressekonferenz in München der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stammzellen und Antikörper

Mehrere Therapie-Möglichkeiten, u. a. mit Stammzellen und neutralisierenden Antikörpern, stehen dabei im Fokus: Allein, es fehlten noch die finanziellen Mittel, um die Entwicklung rasch und zielgerichtet voranzutreiben. Bisher lassen sich nur wenige Medikamente zur Covid-19-Therapie einsetzen, etwa das umstrittene Mittel Remdesivir, einst gegen Ebola entwickelt. Die zu erwartenden milliardenschweren Renditen lenken das Interesse der Biotech-Industrie fast ausschließlich auf potenzielle Impfstoffe...

Tobias Reiß ist zuversichtlich, dass das 50 Millionen Euro schwere Förderpaket zu schnellen, greifbaren Corona-Therapie-Ergebnissen führen werde. Der Abgeordnete rechnet bis zum Sommer 2021 mit ersten Resultaten. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem aus Sulzbach-Rosenberg stammenden Wissenschaftler Professor Horst Domdey zu. Der renommierte Biochemiker - Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Development GmbH und Sprecher des "Cluster Biotechnologie Bayern" im Auftrag der Staatsregierung - wirbt seit dem Frühjahr für eine Landesförderung. "Wenn wir Wirkstoffe haben, die die Sterblichkeit um den Faktor 10 oder gar 100 senken, brauchen wir keinen Impfstoff mehr und werden wieder in den ersehnten Normalzustand übergehen könne", zitierte eine medizinische Fachzeitschrift den Wissenschaftler.

Regensburg mit von der Partie

Die beiden Oberpfälzer - der Politiker Reiß und der Wissenschaftler Professor Domdey - spielten dem Vernehmen nach für die Realisierung des Therapie-Förderprogramms "engagiert über Bande". Der Biotechnologie-Hochburg München-Martinsried, aber auch den Biotech-Standorten Regensburg, Würzburg und Erlangen, kommt bei der raschen Umsetzung besondere Bedeutung zu.

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