10.05.2020 - 18:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

50. Geburtstag von Oberbürgermeister Jens Meyer: "Ich habe durchaus vor, 100 zu werden"

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Wie bereits nach dem Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl gibt es am Dienstag wieder Glückwünsche zuhauf für Jens Meyer. Der SPD-Politiker und Neu-Oberbürgermeister Weidens wird elf Tage nach Amtsantritt 50. Die große Sause fällt aus.

Auf dem neuen Platz, dem Stuhl des Oberbürgermeisters, hat Jens Meyer inmitten von Ordnern, Desinfektionsmittel und Mundschutz schon Platz genommen. Am Dienstag, 12. Mai, startet er auch in ein neues Lebensjahr. Er wird 50.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Auf Glückwunschschreiben im dreistelligen Bereich hat Jens Meyer seit seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Weiden geantwortet. Er ist also in Übung für die nächste Gratulationskur, scherzt er im Interview mit Redakteurin Simone Baumgärtner kurz vor seinem 50. Geburtstag am Dienstag, 12. Mai.

ONETZ: Glückwunsch: Sie stehen also bald offiziell mit 50 Jahren mitten im Leben.

Jens Meyer (lacht): Danke. Aber woher wussten Sie, dass ich durchaus vorhabe, 100 zu werden?

ONETZ: Sie lachen. Aber Ihren 50. können Sie wegen der Coronakrise genauso wenig feiern wie die Wahl zum Oberbürgermeister, die Amtseinführung und und und. Wie schlimm ist das für Sie?

Jens Meyer: Es ist schade, aber nicht schlimm. Wie haben hier in Weiden gerade wirklich ganz andere Sorgen. Gesundheitliche, wirtschaftliche, ...

ONETZ: Plötzlich Oberbürgermeister von Weiden und 50: Zwei große Ereignisse in kurzer Zeit in Ihrem Leben. Welches hat für Sie persönlich mehr Bedeutung?

Jens Meyer: Ganz sicher die Wahl zum Oberbürgermeister. Wissen Sie, Geburtstag ist für mich nicht etwas, worauf ich hinfiebere. Das ist für mich eher ein Tag, an dem ich dankbar bin.

ONETZ: Das klingt sehr bescheiden. Fallen so auch Ihre Wünsche aus?

Jens Meyer: Eher nicht. Ich wünsche mir allen voran natürlich Gesundheit. Und dass wir alle zusammen gut aus dieser Pandemie herauskommen.

ONETZ: Wo und mit wem werden Sie Ihren Ehrentag verbringen?

Jens Meyer: So gern würde ich alle Mitarbeiter einladen und bewirten. Aber das ist ja aktuell schon rechtlich gar nicht möglich. Also bin ich den ganzen Tag im Büro im Rathaus erreichbar. Vermutlich werden mich die meisten Glückwünsche telefonisch oder über Mail erreichen. Alle nehme ich gern an. Und dann geht's ein, zwei Stunden früher heim, um dort mit der Familie zu feiern.

ONETZ: Wieder im kleinen Kreis? Gab es vor der Coronakrise andere Geburtstagspläne?

Jens Meyer: Eigentlich wollte ich für den 15. Mai Freunde und Familie einladen. Wir wären um die 80 Leute gewesen. Wirklich schade, dass das ausfallen muss. Mal sehen, ob man das alles nachholen kann: private Feier, Einstand und Geburtstag im Rathaus ...

ONETZ: Auch ohne das große Drumherum zieht ein Jens Meyer sicher persönlich Bilanz. Wie fällt die aus?

Jens Meyer: Ich blicke sehr dankbar zurück. Ich bin dankbar für meine Familie, die mich immer begleitet. Für meine Eltern, die das so lange getan haben. Ich bin auch dankbar für den Freistaat Bayern als Arbeitgeber (Meyer war zuletzt Kriminalhauptkommissar, Anm. d. Red.) und dafür, in einer Gesellschaft zu leben, die demokratisch geprägt ist. Und dann danke ich noch dem lieben Gott, dafür, dass ich gesund bin.

ONETZ: Gibt es etwas, was Sie bereuen?

Jens Meyer: Ich glaube nicht. Nein. Im Leben hat alles seinen Sinn. Wobei...

ONETZ: Ja?

Jens Meyer: Vielleicht sollte ich mir die ein oder andere Stunde mehr Freizeit gönnen. Bis dahin aber genieße ich einfach jede freie Minute mit meinen beiden Kindern, meiner Frau und der Familie überhaupt. An meinem Geburtstag zum Beispiel.

Info:

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Der Kriminalhauptkommissar Jens Meyer, zuständig für Wirtschaftskriminalität und Vermögensdelikte, ist seit 1. Mai Oberbürgermeister von Weiden. Geboren ist er aber 1970 in Regensburg. Mit einem Jahr zog er nach Weiden, besuchte dort die neu gebaute Hans-Schelter-Schule in Weiden-West. 1988 begann er seine Karriere bei der bayerischen Bereitschaftspolizei in Würzburg, 2002 die im Weidener Stadtrat. Zuletzt wirkte der verheiratete Vater zweier Kinder, 8 und 10 Jahre, als zweiter Bürgermeister der Stadt. In der Stichwahl gewann der SPD-Mann mit 51,3 Prozent gegen Herausforderer Benjamin Zeitler von der CSU – und ist der Mann an der Spitze Weidens, den sich Vorgänger Kurt Seggewiß gewünscht hat.

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