29.09.2020 - 10:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

30-Jähriger soll bewusstlose Frau vergewaltigt und gefilmt haben

Wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ steht seit Montag ein 30-Jähriger vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts in Weiden.

Eine goldfarbene Justitia-Figur hält eine Waage.
von Autor RNSProfil

Zur Vorgeschichte: Als eine Zivilstreife der Polizei Aschaffenburg im März 2019 drei Männer in einem Passat mit Neustädter Kennzeichen kontrollierte, fanden die Beamten unter einer Sturmhaube in der Mittelkonsole versteckt zahlreiche Schmuckstücke, die aus einem Einbruch in Goldbach (bei Aschaffenburg) stammten. Die Putzfrau des Wohnungsbesitzer war die „Schwiegermutter in spe“ des nun in Weiden angeklagten Mannes. Der Mann hatte, nachdem er von der Frau vom Reichtum ihrer Arbeitgeber erfahren hatte, sich Komplizen aus Frankreich zu Hilfe geholt und war in die Wohnung eingebrochen. Mittlerweile sind alle drei Beteiligten in Aschaffenburg zu Haftstrafen verurteilt worden.

Im Zuge der Ermittlungen sah sich ein Kriminalpolizist auch das Mobiltelefon des Weideners an. Dort fand der Beamte diverse Bilddateien einer nackten, jungen, offenbar bewusstlosen Frau sowie Videos von Geschlechtsverkehr mit ihr in verschiedenen Stellungen. Auch die Wohnung des Handybesitzers war auf den Aufnahmen zu erkennen und dem Polizisten aus der Wohnungsdurchsuchung bei dem Einbrecher bekannt. Zudem sorgte ein Stempelaufdruck auf der Hand des Missbrauchenden dafür, dass man auf eine Diskothek in der Weidener Altstadt kam, wo der Mann gewesen sein musste. Die Aschaffenburger Kripo gab den Fall nach Weiden ab.

Vor Gericht behauptete der von Rechtsanwalt Dominic Kriegel vertretene Angeklagte, dass er die Ledige aus Rumänien her schon kenne, 2012 dort eine Affäre mit ihr gehabt habe und lange vor dem Vorkommnis nach dem Diskobesuch in Weiden und in Grafenwöhr, seinem ersten Wohnsitz in Deutschland, wieder Sex mit ihr gehabt habe. In jener Nacht habe sie „noch ganz genau gewusst, was sie tat“ und erst am Morgen „richtig Paranoia gehabt, dass meine Verlobte etwas erfahren könnte“. Die 25-Jährige dagegen sagte, dass ihr beim Disko-Besuch schlecht geworden sei. Ab der Heimfahrt habe sie sich an nichts mehr erinnern können.

Am ersten Verhandlungstag beleuchteten Oberstaatsanwalt Peter Frischholz und das Gericht, besetzt mit Landgerichtspräsident Gerhard Heindl, Richter Oliver Gruber und zwei Schöffen, das Umfeld des vermutlichen Täters und der jungen Frau. Weitere Zeugenaussagen, die Plädoyers und das Urteil sind ab Mittwoch zu hören.

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